Der frühere Top-Verteidiger sieht beim DFB-Team das Kernproblem in der Mentalität. Auch Klopp fordert für die K.-o.-Runde eine radikale Veränderung.
Nach Ecuador-PleiteHummels stellt dem DFB-Team die „Charakterfrage“
Ehrliche Worte nach der ersten WM-Pleite für die DFB-Elf!
Mats Hummels hat nach der Niederlage gegen Ecuador Kritik an der deutschen Nationalmannschaft geübt. Die „einfachen Ballverluste“ seien „ein bisschen die Krankheit des deutschen Spiels“, sagte der Verteidiger. Aber das sei nur ein Teil des Problems.
Klopp fordert „Leidenschaft, Intensität und Emotionalität“
Das eigentliche Manko lag für Hummels in der Spielweise selbst. „Ich hätte versucht, weiter vorne ins Pressing zu gehen“, kritisierte der 40-Jährige. Das sei zwar „ein Thema der Einstudiertheit, des Wollens der ganzen Sache“ – aber eben auch „eine Charakterfrage“.
Sein Fazit war deutlich: „Wir haben eine Mannschaft, die zaghafter ist.“ Eine harte Analyse für ein Team, das nur wenige Tage zuvor noch zwei Siege eingefahren hatte. Paraguay, höchstwahrscheinlich der Gegner im Sechzehntelfinale, werde sich „ganz ähnlich nähern“, warnte Hummels. Ohne Mentalitätsveränderung droht die nächste Enttäuschung.
Trainer-Legende Jürgen Klopp sah es ähnlich. Nach der Pleite sagte Klopp: „Wir müssen jetzt die Pace aufnehmen – das heute war ein unfaires Rennen.“ Ecuador sei emotionaler gewesen, „für sie ging es um die Weltmeisterschaft“.
Im Zentrum wurde Deutschland regelrecht dominiert. „Heute wurden wir in den Zweikämpfen aufgefressen“, analysierte Klopp. „Es war zu offensichtlich, was wir wollten.“ Das größere Problem seien allerdings nicht die Ballverluste an sich – sondern wo sie passierten. „Ballverluste in den falschen Räumen, das ist eine Katastrophe.“
Für die K.-o.-Runde forderte Klopp eine radikale Umorientierung. „Fußball muss gewürzt werden mit Leidenschaft, Intensität und Emotionalität! Wenn es für dich einfach nur Kicken ist, dann wirst du nicht weit kommen!“ Das war eine unmissverständliche Botschaft an sein Team. (oke/dpa)

