Kommentar zum WM-Kader Flick sendet mit seinem Katar-Team ein klares Signal

Bundestrainer Hansi Flick gibt den Kader für die WM in Katar bekannt.

Bundestrainer Hansi Flick steht nach der Pressekonferenz am 10. November 2022 in Frankfurt neben einer Übersicht seines WM-Kaders.

Der deutsche WM-Kader bietet einige interessante Personalien. Hansi Flick setzt auf ein paar junge Talente, holt zwei Routiniers zum Team und verzichtet auf einen Weltmeister. Ein Kommentar zur Auswahl.

Viele Überraschungen hatte Hansi Flick (57) nicht mehr zu bieten. Peu à peu war im Vorfeld sein Kader für die Katar-WM durchgesickert. Immerhin: Mit dem Comeback von Mario Götze (30), dem DFB-Debüt für Niclas Füllkrug (29) und der Nicht-Berücksichtigung von Mats Hummels (33) war dann doch noch ein wenig Feuer in der Verkündung.

Der Bundestrainer hat mit seinem 26-Mann-Aufgebot ein klares Signal in Richtung Zukunft gesetzt. Neben vielen etablierten Akteuren sind auch einige Spieler dabei, die noch viele Turniere vor sich haben werden. Dass der 20-jährige Armel Bella-Kotchap den Vorzug vor Hummels erhält, spricht eine deutliche Sprache. Die EM 2024 in Deutschland ist schon im Hinterkopf.

Hansi Flick braucht in Katar 26 Teamplayer im Kader

Zum zweiten Mal und somit sicherlich endgültig endet das Nationalmannschafts-Kapitel für den Dortmunder Weltmeister. Nachdem ihn bereits Joachim Löw (62) im März 2019 aus dem Team gestrichen hatte, kommt diese Nicht-Berücksichtigung unter Flick dreieinhalb Jahre später einem erneuten Tiefschlag gleich.

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Der deutsche Abwehr-Boss heißt Antonio Rüdiger (29). Um den Platz an seiner Seite konkurrieren Niklas Süle (27), Nico Schlotterbeck (22) und Matthias Ginter (28). Auch wenn Hummels zuletzt beim BVB überzeugender agiert hatte, war keine unmittelbare Not entstanden. Zudem eilt dem Star der Ruf voraus, gerne durch seine Äußerungen und Präsenz Unruhe zu stiften.

Flick braucht in Katar 26 Teamplayer. Die glaubt er in der Mischung aus vor allem sieben Bayern- und fünf Dortmund-Profis gefunden zu haben. In der Tat fällt beim Blick auf die Liste kein als sogenannter „Stinkstiefel“ gebrandmarkter Akteur ins Auge. Allerdings kann bei einem erfolgreichen Turnier auch ein gewisses Maß an Verrücktheit nicht schaden. Nur mit Harmonie entsteht kein Titelgeist.

Robin Gosens (28) war es, der bei der EM 2021 mit seiner frechen Schnauze und wilden Art, Fußball zu spielen, begeisterte. Er ist in der Wüste nicht dabei. Jetzt liegt es an anderen Akteuren, für die Überraschungs-Momente zu sorgen. Jamal Musiala (19) könnte beispielsweise dem deutschen Team seinen Stempel aufdrücken.

Youssoufa Moukoko (17) ist so ein weiteres Juwel, dass in entscheidenden Momenten das gewisse Extra ins Spiel bringen könnte. Und mit Füllkrug ist nach langer Zeit auch mal wieder ein gelernter Mittelstürmer Teil der Auswahl. Vielleicht knüpft auch Götze an seiner Frankfurter Verfassung an und lässt dem 2014er-Final-Moment ein weiteres Glanzlicht im DFB-Trikot folgen.

Hansi Flick: Mischung aus Erfahrung und Talent kann sein Team weit bringen

Flick hat zu seiner Bayern-Zeit ein glückliches Händchen bewiesen. Bisher lief es unter seiner Regie auch bei der Nationalmannschaft weitestgehend rund. Fans, die trotzdem skeptisch auf die Turnier-Chancen blicken, sollten nicht übersehen, dass auch die Konkurrenz nach dem irrsinnigen Spiele-Marathon der vergangenen Wochen Probleme haben wird, ans Top-Niveau zu gelangen.

Die Mischung aus Erfahrung und Talent kann das DFB-Team in Katar weit tragen. Sollte der Plan nicht aufgehen, wird es am Ende aber auch nicht am Fehlen von Hummels gelegen haben.

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