Nations League startet Auftakt in Italien: Hansi Flick hat elf Tage für die richtige WM-Elf

Die deutsche Nationalmannschaft mit Bundestrainer Hansi Flick (M) fliegt vom Albrecht-Dürer-Airport Nürnberg zum Spiel gegen Italien nach Bologna ab.

Die Nationalmannschaft rund um Trainer Hansi Flick beim Abflug nach Italien am 3. Juni 2022.

Hansi Flick tüftelt an seiner Formation für den Nations-League-Auftakt gegen Europameister Italien. Das personelle Angebot macht den Bundestrainer „happy“ – vor allem mit Blick auf die WM.

Vom „Stadio Renato Dall'Ara“ bis zum „Lusail Iconic Stadium“. Die Mission Weltmeisterschaft beginnt für die Nationalmannschaft an diesem Samstag (4. Juni 2022) in Italien und soll am 18. Dezember in Katar enden. Die vier anstehenden Nations-League-Duelle sind ein echter Härtetest für das DFB-Team.

Bologna, Bayern, Budapest, Borussia – so in etwa lautet die Route der nächsten elf Tage. Es geht nicht nur um möglichst viele Punkte für den umstrittenen Wettbewerb. Hansi Flick (57) will in diesen elf Tagen möglichst viele Erkenntnisse für seine WM-Elf sammeln. Der Turnier-Kader hat schon konkrete Formen, die Mannschaft eine gesetzte Achse. Aber auf einigen Positionen tobt noch der Konkurrenzkampf.

Hansi Flick: „Wollen mit der bestmöglichen Mannschaft gegen Italien gewinnen“

In den bisherigen neun Länderspielen blieb das deutsche Team unter dem neuen Bundestrainer ungeschlagen. Die anstehenden Duelle sollen zeigen, ob die Weltspitze nach zwei sehr enttäuschenden Turnieren wieder in Sichtweite ist. „Wir versuchen, eine Entwicklung zu nehmen, die uns unter die Besten in Europa und die Besten der Welt bringt“, sagte Flick und fügte selbstbewusst an: „Wir brauchen uns nicht zu verstecken“.

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Mit Flug LH 342 ging es am Freitag (3. Juni 2022) um 18.07 Uhr von Nürnberg nach Italien. Nach zwei Wochen Vorbereitung in Marbella und Herzogenaurach soll sich nun im Wettkampf eine vermeintliche WM-Elf einspielen. „Wir wollen mit der bestmöglichen Mannschaft gegen Italien gewinnen“, sagte Flick auf EXPRESS.de-Nachfrage. Experimente und übertriebene Rotation in den nächsten elf Tagen soll es nicht geben. Nur den hohen Temperaturen in Bologna soll im Spielverlauf durch viele Wechsel Tribut gezollt werden.

„Wir haben versucht, den Wettkampf zu simulieren. Aber natürlich ist es nicht so einfach, schnell wieder in den Rhythmus zu kommen“, berichtete Flick nach den Trainingseinheiten. Viele Stars haben seit drei Wochen kein Spiel mehr bestritten. „Seit der ersten Einheit ist klar, wo wir hinwollen, dahin, wo Deutschland stehen sollte: unter den Besten in Europa und der Welt.“

Der Fahrplan der Nationalmannschaft

  • 4. Juni in Bologna: Italien - Deutschland (20.45 Uhr/Nations League/RTL)
  • 7. Juni in München: Deutschland - England (20.45 Uhr/Nations League/ZDF)
  • 11. Juni in Budapest: Ungarn - Deutschland (20.45 Uhr/Nations League/RTL)
  • 14. Juni in Mönchengladbach: Deutschland - Italien (20.45 Uhr/Nations League/ZDF)
  • 23. September in Leipzig: Deutschland - Ungarn (20.45 Uhr/Nations League)
  • 26. September in London: England - Deutschland (20.45 Uhr/Nations League)
  • 23. November im Khalifa International Stadium: Deutschland - Japan (14.00 Uhr/WM-Vorrunde)
  • 27. November im Al-Bayt-Stadion: Deutschland - Spanien (20.00 Uhr/WM-Vorrunde)
  • 1. Dezember im Al-Bayt-Stadion: Deutschland - Costa Rica/Neuseeland (20.00 Uhr/WM-Vorrunde)

Die Konkurrenz ist groß, allein elf Spieler im Kader kämpfen um vier Offensiv-Positionen. „Wir konnten sehen, dass alle richtig motiviert sind. Das hat gezeigt, dass es für uns Trainer nicht einfach wird, auszuwählen. Es ist aber ein gutes Zeichen, wenn man die Qual der Wahl hat“, sagte der Bundestrainer.

Hansi Flick: „Gutes Zeichen, wenn man die Qual der Wahl hat“

Die Achse von Keeper Manuel Neuer (36) über Abwehr-Boss Antonio Rüdiger (29), Joshua Kimmich (27) im defensiven Mittelfeld über Thomas Müller (32) in der Zentrale bis hin zu Stürmer Timo Werner (26) steht.

Thomas Müller schmiert sich mit Sonnencreme ein.

Thomas Müller cremte seine Nase vor dem Training am 3. Juni 2022 besonders gewissenhaft ein.

Der Chelsea-Star, der in Italien sein 50. Länderspiel bestreiten wird, und von vielen immer kritisch gesehen wird, kann sich bei Flick auf Rückendeckung verlassen. „Sehr engagiert, sehr konzentriert, sehr fit“, erlebte der Bundestrainer den 22-maligen Torschützen im Training: „Er ist aktiv, was wir von ihm sehen wollen.“

Spannend bleiben noch einige Fragen: Bewährt sich Niklas Süle (26) als Rüdiger-Nebenmann? Ist Leon Goretzka (27) fit genug oder verliert er seinen Platz an Jamal Musiala (19) oder İlkay Gündoğan (31)? Ist Jonas Hofmann (29) als Rechtsverteidiger die perfekte Lösung oder spielt sich dort Thilo Kehrer (25) fest? Darf über links wieder David Raum (24) flanken?

„Wir sind einfach zufrieden, wegen dieser Flexibilität und Variabilität, die wir im Kader haben. Das ist genauso, wie wir uns das als Trainer vorstellen“, schilderte Flick. In elf Tagen wird seine WM-Elf klare Konturen haben.

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