Ein nicht gegebener Elfmeter für Kylian Mbappé erhitzt die Gemüter. Thomas Müller spricht von einem Skandal, Robert Andrich ist völlig anderer Meinung.
„Das Wort benutze ich nie“Schiri macht Müller fassungslos – Andrich sieht es völlig anders
Eine Szene um Frankreichs Top-Stürmer Kylian Mbappé erhitzt die Gemüter. Bei den Experten herrscht völlige Uneinigkeit: Während Robert Andrich als Co-Kommentator beim Schiedsrichter ist, spricht Thomas Müller von einer skandalösen Entscheidung.
Der nicht gegebene Elfmeter beim 3:1-Sieg über Senegal sorgte bereits während des WM-Spiels für Diskussionen. Nach dem Abpfiff war noch lange nicht Schluss.
Kommentator beschwichtigt Andrich nach Meinungsverschiedenheit
In der 58. Minute war Frankreichs Superstar Kylian Mbappé mit hohem Tempo in den Strafraum eingedrungen, als er durch ein Tackling von Sadio Mané zu Fall kam. Einen Strafstoß erhielt er jedoch nicht. Das blieb auch so, nachdem der iranische Referee Alireza Faghani vom VAR zur Überprüfung an den Monitor gerufen wurde. Die TV-Wiederholungen zeigten dabei einen Kontakt.
„Das ist einfach nur ein astreines Foul. Es ist für mich ein absolutes Rätsel, ja skandalös, dass es keinen Elfmeter gibt“, urteilte Rio-Weltmeister Müller als Experte bei MagentaTV über den umstrittenen Moment aus dem Auftaktspiel der Franzosen.
Ein weiterer Experte war derweil völlig anderer Meinung. Robert Andrich, der das Spiel beim Streaming-Anbieter als Co-Kommentator begleitete, konnte die Entscheidung nachvollziehen. „Mein Gefühl war, dass es kein Elfer war. Ich bin vielleicht noch zu sehr Spieler, aber für mich war es nicht genug“, sagte der Profi von Bayer Leverkusen.
Das sah allerdings nicht nur Müller anders, sondern auch der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich, der schon während des Spiels von einem „klaren Strafstoß“ sprach.
Kommentator Wolff Fuss sagte: „Da haben wir ein breites Meinungsbild. Für mich war es auch eher Elfmeter.“ Daraufhin erwiderte Andrich: „Das ist ja nichts Neues, dass ich anderer Meinung bin.“ Fuss beruhigte seinen Nebenmann aber umgehend. „Nein, das ist ja auch in Ordnung, das ist ja gut so! Deshalb diskutieren wir ja drüber. Dass Thomas Müller und Patrick Ittrich mal einer Meinung sind, das ist die eigentliche Überraschung.“
Journalist und Taktik-Experte Tobias Escher schlug sich auf „X“ auf die Seite von Müller und Ittrich. Er kommentierte bissig in Richtung Andrich: „Für die Spielweise des Fußballers Robert Andrich wäre es äußerst vorteilhaft, wenn Szenen wie diese nicht mehr zu Elfmetern führen. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass dieser Hintergedanke in seine Analyse als Co-Kommentator eingeflossen ist...“
Nach der Überprüfung stiftete der Schiri zusätzlich Verwirrung, weil seine unklare Handbewegung und eine schwer verständliche Durchsage die Akteure sowie das Publikum im Stadion und an den Bildschirmen im Unklaren ließen, wie sein finales Urteil lautete.
Ittrich kommentierte: „Er schneidet ihm den Weg ab, der trifft ihn auch. Einfach nur Foul, Strafstoß, fertig. Das Announcement war für mich nicht eindeutig. Er wollte wahrscheinlich Abstoß anzeigen.“ Die Handhabung der Situation durch den Referee sei „ein bisschen irreführend“ und „nicht so glücklich gelaufen“. (dpa/are/red)

