Das Vorhaben der Fifa, Anteile an der WM an Investoren zu verkaufen, hat schwere Kritik ausgelöst. Auch Kölns Sportboss Thomas Kessler hat sich zu der Thematik geäußert und äußerte Bedenken.
„Kann nicht das Ziel sein“Investoren-Deal der Fifa: FC-Boss Kessler zeigt klare Kante
Es war DIE Schlagzeile am frühen Dienstagabend (28. Juli 2026)! Die Fifa hatte mitgeteilt, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils ihrer kommerziellen Rechte etwa an der Weltmeisterschaft eine Milliardensumme einspielen zu wollen.
Laut übereinstimmenden Berichten setzte der Weltverband eine Frist für die Zustimmung und versprach im Gegenzug eine Sonderzahlung. Der Stichtag für die Zustimmung der Verbände soll demnach der 19. September sein.
Kessler über das Fifa-Vorhaben: „Der Fußball sollte über allem stehen“
Sofort herrschte in der Welt des Fußballs Riesen-Aufruhr. In den sozialen Medien ließen die Fans ihren Missmut raus und äußerten ihre Fassungslosigkeit über das Vorhaben. In die Debatte haben sich nun auch schon mehrere Klubfunktionäre miteingeschaltet.
Unter anderem hielt Bayerns Sportboss Max Eberl bei der Vorstellung von Neuzugang Nathaniel Brown am Mittwoch eine Brandrede und erklärte: „Ich finde es beschämend. Ich schäme mich dafür, dass wir über solche Gedanken reden.“
Nun hat sich auch Kölns Sportboss Thomas Kessler zu der Thematik geäußert und klar Stellung bezogen. In einer Medienrunde in Kitzbühel sagte er: „Es gibt für alles einfach eine Grenze. Am Ende sind wir dafür da, die Menschen, die Fans und unsere Mitglieder glücklich zu machen. Und auch die Fifa hat in meinen Augen eine riesige Verantwortung dafür, das Rad nicht zu überdrehen.“
Weiter betonte der 40-Jährige: „Am Ende des Tages muss die Fifa dafür sorgen, dass dieses Turnier so ausgetragen wird, dass alle Menschen daran Spaß haben. Du willst reisende Menschen haben, die ein Fußball-Event sehen, weil sie ihre Nation unterstützen wollen. Und da kann es nicht das Ziel sein, dass das am Ende nur noch Menschen tun dürfen, die privilegiert sind und unglaublich viel Geld auf ihrem Konto haben.“
Laut dem Sportboss solle es am Ende auch kein Markt werden, wo große Unternehmen von außen reingehen, um daran zu profitieren. „Der Fußball sollte über allem stehen. Das ist das, womit wir mal alle angefangen haben und Freude dran hatten. Und ich habe den Eindruck, dass das Rad deutlich mehr als nur überdreht wird.“
Die Mitglieder der Europäischen Fußball-Union Uefa haben am Donnerstag sofort eine Dringlichkeitssitzung einberufen und einen Boykott für alle Fifa-Turniere ausgerufen, sollte der Investoren-Deal über die Bühne gehen.
„Die Weltmeisterschaft darf nicht als Anlageprodukt behandelt werden. Sie ist eines der größten sportlichen Vermächtnisse des Fußballs“, hieß es in der Uefa-Mitteilung. Es bleibt nun abzuwarten, wie die Fifa auf die große Gegenwehr reagiern wird. (mit dpa)
