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Deutschland ist raus. Und jetzt?Dann ist jetzt endlich Zeit für eure Liebes-Verlängerung!

Copyright: Louisa Noack / Montage

Die WM ist für uns irgendwie vorbei. Für viele Paare beginnt aber jetzt die eigentliche Nachspielzeit.

Die WM ist ja irgendwie vorbei. Die Trikots wandern in den Schrank, die Fanmeilen leeren sich und plötzlich sitzt man wieder zu zweit auf dem Sofa. Ich habe mich gefragt: Ist das jetzt das Ende der gemeinsamen Abende oder vielleicht sogar der Anfang von etwas viel Schönerem?

Deutschland ist raus. Und während die einen noch über vergebene Chancen diskutieren, beschäftigt mich eine ganz andere Frage: Was passiert eigentlich mit all den Paaren, die in den vergangenen Wochen plötzlich wieder gemeinsam Zeit verbracht haben?

Also habe ich Franco besucht. Franco, der seit Jahrzehnten hinter seiner Kölner Bar Menschen beobachtet. Der stand wie immer hinter seiner Bar, trocknete Gläser und beobachtete seine Gäste mit dieser Gelassenheit, die wahrscheinlich nur Menschen entwickeln, die seit Jahrzehnten jeden Abend Liebesgeschichten aus der ersten Reihe erleben.

„Weißt du, was ich nach großen Fußballturnieren immer sehe?“, fragte er mich. Ich schüttelte den Kopf. „Erst sitzen sie vier Wochen lang jeden Abend nebeneinander. Und danach merken sie plötzlich wieder, dass sie sich eigentlich ganz gerne haben.“

Ein schöner Gedanke. Und gar nicht so weit weg von der Realität. Eine Umfrage unter 1.230 Mitgliedern der Dating-Plattform Ashley Madison zeigt nämlich: 89 Prozent sagen, dass große Fußballturniere ihre Beziehung positiv beeinflussen. 36 Prozent fühlen sich durch das gemeinsame Mitfiebern sogar enger verbunden. Besonders erstaunlich: Bei den 18- bis 25-Jährigen verfolgen 95 Prozent die Spiele am liebsten gemeinsam mit ihrer Partnerin oder ihrem Partner.

Ich hätte ehrlich gesagt mit einem ganz anderen Ergebnis gerechnet. Denn gefühlt hört man während einer WM doch ständig Sätze wie: „Du schaust schon wieder Fußball?“ oder „Können wir heute bitte mal etwas anderes machen?“

Vielleicht vergessen wir dabei, dass es gar nicht nur um Fußball geht. Es geht darum, gemeinsam mitzufiebern. Sich über ein Tor zu freuen. Sich über einen verschossenen Elfmeter aufzuregen. Und vor allem darum, gemeinsam auf dem Sofa zu sitzen.

Zoe, 19, meine Gen-Z-Expertin konnte mit meiner romantischen Theorie allerdings nur bedingt etwas anfangen. „Ganz ehrlich“, sagte sie. „In meinem Freundeskreis wird während der WM sowieso ständig parallel aufs Handy geguckt. Wenn Deutschland raus ist, können wir wenigstens wieder vernünftig daten.“

Auch das ist irgendwie nachvollziehbar. Vielleicht liegt die Wahrheit wie so oft irgendwo dazwischen. Die WM liefert einen Anlass, gemeinsam Zeit zu verbringen. Aber was danach passiert, entscheiden wir selbst.

Franco brachte es schließlich auf den Punkt. „Der Ball rollt irgendwann nicht mehr“, sagte er. „Aber eine gute Beziehung sollte trotzdem in Bewegung bleiben.“ Ich mag diesen Satz.

Denn vielleicht brauchen wir gar keine Weltmeisterschaft, um uns füreinander Zeit zu nehmen. Vielleicht reicht schon ein Spaziergang am Rhein. Ein Eis. Ein Glas Wein. Oder einfach die Frage:

„Was machen wir eigentlich heute Abend zusammen?“ Und wenn daraus am Ende eine Verlängerung wird, ist das vermutlich der schönste Sieg dieses Sommers.

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