Nach dem bitteren WM-Aus gegen Spanien findet Thierry Henry klare Worte. Vor allem der Wille hat ihm bei seinem Heimatland gefehlt.
„Wollten es nicht genug“Frankreich-Legende rechnet knallhart mit seinem Team ab
Das war deutlich! Nach der Gala der Spanier im WM-Halbfinale gegen Frankreich hat sich Thierry Henry (48) bei FOX Sports zu Wort gemeldet.
Der ehemalige Weltklasse-Stürmer ist voll des Lobes für die Mannschaft von Luis de la Fuente und sieht sie als klaren Favoriten auf den Titel. Gleichzeitig geht er mit seinem eigenen Heimatland hart ins Gericht.
Henry schwärmt von Spaniens Spielphilosophie
Für Henry war die Niederlage eine Frage des Willens. „Der Ruf allein bringt dich nicht ins WM-Finale“, erklärte die Legende. Um ein Endspiel zu erreichen, müsse man es wirklich wollen – und Frankreich habe nicht den Eindruck vermittelt, dass es das unbedingt wollte. Die Spanier hingegen seien ein „wunderbarer Gegner“ gewesen, der sich das Finale absolut verdient habe. Das berichtet „sportbild.bild.de“.
Besonders die Spielphilosophie der Spanier hat es Henry angetan, sie erinnerte ihn an seine eigene Zeit beim FC Barcelona. „Der Ball muss ständig in Bewegung sein. Jeder bleibt in seiner Position, vertraut seinen Mitspielern und lässt den Ball laufen“, analysierte er. Man sehe, wie sich die Spieler immer wieder anbieten, den Gegner herauslocken und ständig in Bewegung sind.
Niemand bleibe einfach stehen, trotzdem besetze jeder genau den Raum, den er besetzen soll. Für Henry ist dieser Stil das Ergebnis jahrelanger Ausbildung.
„Es sieht einfach aus, oder? Sie führen 2:0 in einem WM-Halbfinale und lassen den Ball gegen Frankreich laufen, als wäre der Gegner gar nicht da“, so der Experte. Doch genau das sei ihre Identität.
Es spiele keine Rolle, ob Baena, Nico Williams oder jemand anderes auf dem Platz stehe. Jeder wisse seit seiner Kindheit, was zu tun ist. „Egal, wer spielt – alle kennen das System. Das wirkt einfach, ist aber das Ergebnis jahrelanger Arbeit“, stellte Henry klar. (red)
Trotz der herben Enttäuschung fand der Ex-Stürmer aber auch lobende Worte – allerdings nur für den scheidenden Nationaltrainer Didier Deschamps. „Viele behaupten, er habe einfach nur Glück gehabt. Ich sehe das völlig anders.“ Der Erfolg von Deschamps basiere auf seinen Entscheidungen und seinem Mut, im richtigen Moment Risiken einzugehen. Für Henry ist er ein „außergewöhnlich intelligenter Mensch.“ (red)

