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WM-Traum beerdigt?Bundestrainer Nagelsmann über El Mala: „Das ist zu wenig“

Bundestrainer Julian Nagelsmann und Said El Mala auf dem Trainingsplatz in Wolfsburg mit der Nationalmannschaft.

Copyright: IMAGO/Beautiful Sports

Bundestrainer Julian Nagelsmann und Said El Mala begrüßen sich am 10. November 2025 beim DFB-Training. 

Said El Mala legt beim 1. FC Köln eine phänomenale erste Saison in der Bundesliga hin. Der 19-Jährige wurde sogar von Julian Nagelsmann in den Kreis der Nationalmannschaft berufen. Jetzt äußerte sich der Bundestrainer über den Stürmer.

Von der 3. Liga zum Top-Stürmer in der Bundesliga: Wie ein Komet raste Said El Mala nach oben!

Der 19-Jährige durfte bislang in allen 24 Bundesligaspielen des 1. FC Köln dabei sein. Stammspieler ist er allerdings nicht – drei Spiele absolvierte er über 90 Minuten. Dennoch ist er Kölns gefährlichster Scorer mit acht Treffern und vier Vorlagen.

El Mala: Topscorer in Köln, aber zu wenig Spielzeit für Nagelsmann

Im November 2025 nominierte Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) El Mala für die A-Nationalmannschaft. Nach ein paar Trainingseinheiten saß der FC-Profi mit der Nummer 14 über 90 Minuten gegen Luxemburg nur auf der Bank. Danach wurde er wie zuvor abgesprochen zur U21 geschickt. Trotzdem zählt der Kölner Youngster seitdem zum erweiterten Kandidatenkreis für die Fußball-WM 2026 (11. Juni bis 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko).

Gut drei Wochen vor der nächsten Länderspielpause sprach Nagelsmann im „Kicker“ über El Malas Entwicklung und dessen WM-Chancen: „Ich finde, dass er es bei uns im November ordentlich gemacht hat. Aber es ist noch mal ein Unterschied, ob du bei Bayern oder bei Köln bist. Er muss einfach mehr Spielzeit bekommen in Köln.“ Klarer Dämpfer für El Mala!

Ob Nagelsmann den Stürmer für die Länderspiele am 27. März in der Schweiz und am 30. März gegen Ghana nominiert, wird sich zeigen. Dass El Mala zu wenig Spielzeit gesammelt hat, liege jedenfalls nicht an Trainer Kwasniok. Nagelsmann gibt El Mala einige Hausaufgaben mit: „Diese Ansage richtet sich nicht an Lukas Kwasniok, weil ich ihn als einen Trainer kennengelernt habe, der genau beobachtet, was er für sein Spiel benötigt, auch in der Defensive. Said muss den Anspruch haben, dass er in Köln Stammspieler ist und immer spielt. Aber er spielt 50 Prozent, das ist zu wenig. Und das liegt nicht am Trainer, was man dann oft meint, sondern es liegt an ihm selbst, wie stabil er in der Defensive arbeitet.“

Nagelsmann weiter: „Wenn Lukas sich darauf verlassen kann, dass Said immer dasselbe Niveau spielt, warum soll er ihn nicht spielen lassen? Er ist einer der schnellsten Spieler im Kader, hat einen super Schuss, ist torgefährlich. Ein Trainer verzichtet nicht freiwillig auf seinen Top-Spieler, sondern er tut dies, wenn er denkt, dass dieser ihm vielleicht manchmal nicht das gibt, was er für das jeweilige Spiel braucht.“

Der Bundestrainer sieht also großes Potenzial in El Mala, aber der Spieler muss eben auch noch einen harten Weg gehen: „Aus meiner Sicht bedeutet das ganz grundsätzlich: Es liegt letztendlich am jungen Spieler, dem Trainer zu zeigen: Du kannst dich immer auf mich verlassen! Und dann wird ein Trainer dieses Top-Talent auch spielen lassen. Ich finde, da muss man Tom Bischof, Lennart Karl oder Aleks Pavlovic ein bisschen anders bewerten, weil die Kaderstruktur bei Bayern eine andere ist als in Köln.“

Kwasniok hatte zuletzt schon festgestellt, dass El Mala den nächsten Entwicklungsschritt machen müsse, um in der Bundesliga zu bestehen: „Der Gegner stellt sich viel mehr auf El Mala ein. Der nächste Step wird sein, seine Leistung unter erschwerten Bedingungen immer abzurufen. Und wir begleiten ihn dabei. Wir sind guter Dinge, dass wir da auch künftig nicht ganz so falsch liegen werden. Denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass wir ihn bei seiner Entwicklung begleiten können und er für uns ein ganz entscheidender Faktor sein kann.“

Gegen Hoffenheim glänzte El Mala nach kurzer Durststrecke dann wieder mit einem Tor und einer Vorlage. In Augsburg ließ Kwasniok den Youngster nur 30 Minuten spielen, weil er zuvor Probleme an der Muskulatur hatte und im Training nicht sprinten konnte.

Ob nach den Nagelsmann-Aussagen die WM-Träume von El Mala tatsächlich dahin sind, wird sich zeigen. Der 19-Jährige hat nur eine Chance: Vollgas geben und mit Leistung überzeugen – sodass weder Kwasniok noch El Mala an ihm vorbeikommen.  

Trainer Lukas Kwasniok auf dem Trainingsplatz.

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