Der FC muss zweimal innerhalb einer Woche gegen Union Berlin ran. Für Trainer René Wagner sind es richtungsweisende Spiele.
„Muss man tief in die Tasche greifen“Trainer-Name geistert schon durch Köln
Der erste Herbststurm ist über das Rheinland hinweggezogen, doch der 1. FC Köln geht mit wenig Rückenwind in das Doppel-Duell mit dem 1. FC Union Berlin.
Die Kritik an Trainer René Wagner wächst. Bei der zähen Nullnummer gegen Schalke 04 gab es zum ersten Mal „Wagner raus“-Rufe im Rhein-Energie-Stadion. Sollte der FC am Dienstag (20.45 Uhr, Sky und im EXPRESS.de-Liveticker) gegen Berlin aus dem DFB-Pokal fliegen, könnte es richtig ungemütlich werden.
Düsteres Pokal-Szenario: „Könnte sich im Stadion gewaltig was entwickeln“
Im FC-Podcast „Wir waren klar besser“ von EXPRESS und Kölner Stadt-Anzeiger sprach FC-Reporter Lars Werner von einem richtungsweisenden Spiel: „Du kannst da einiges drehen, aber wenn der FC vielleicht sogar nach einer schwachen Leistung ausscheidet, dann könnte sich im Stadion gewaltig was entwickeln zum Negativen.“
FC-Sportchef Thomas Kessler stärkte seinem Trainer nach dem 0:0 gegen Schalke öffentlich den Rücken. „Er sagt aber auch, ich will da spielerisch was anderes und Lösungen sehen“, berichtete FC-Reporter Uwe Bödeker. „Viel Zeit, daran zu arbeiten, hat der FC mit Sicherheit nicht, aber ich bin gespannt und ich hoffe, dass da ein Feuerwerk mal abgebrannt wird.“
Ein solches Feuerwerk hat Wagner bitter nötig, denn in Sachen Euphorie hat der vom Co-Trainer zum Interimscoach und dann zum Cheftrainer beförderte Fußballlehrer bei den Fans einen äußerst schweren Stand. Und auch in der Bundesliga könnte es brenzlig werden. Denn vor dem Liga-Duell mit Union Berlin ist der Vorsprung auf die Abstiegsränge nicht gerade beruhigend. „Danach wird es haarig mit den Spielen gegen Leverkusen und bei Bayern München. In der Tabelle zwei Pünktchen vor Platz 17 – da kannst du ganz schnell durchgereicht werden“, so Bödeker.
Doch wer wären überhaupt mögliche Alternativen, sollte sich der Verein tatsächlich gezwungen sehen, auf der Trainerposition zu handeln? „Ich habe jetzt noch mal ein paar Gerüchte über Dino Toppmöller gehört, da gab es wohl schon Gespräche vor der Saison“, berichtete Bödeker, der betonte: „Ist aber ein teurer Trainer. Ich glaube, daran ist es auch vor ein paar Monaten eher gescheitert. Da müsste man tief in die Tasche greifen, um ihn zu bekommen.“
Hier könnt ihr in die neue Folge reinhören:
Der ein oder andere Fan ruft auch nach alten Bekannten wie Peter Stöger oder Steffen Baumgart. „Zu Steffen kann ich dir sagen, ich hatte jetzt mit ihm telefoniert, der ist am Dienstag in Köln im Stadion und auch am Sonntag An der Alten Försterei. Da wohnt er ja auch nicht weit weg von. Am Montagabend ist er bei Stevie Wonder in der Lanxess-Arena. Also er ist schon in Köln“, berichtete Werner schmunzelnd, um dann aber klarzustellen: „Ich glaube, es ist jetzt nicht unbedingt sein Plan, zurückzukommen zum FC direkt. René Wagner, das darf man ja nicht vergessen, ist sein langjähriger Assistent, zu dem er ein richtig gutes Verhältnis hat, von dem er auch sehr, sehr viel hält. Er bringt sich nullkommanull in Stellung beim FC.“
Auf lange Sicht sei natürlich nicht auszuschließen, dass Baumgart sich irgendwann nochmal ein FC-Comeback vorstellen könne, so Werner. Die Trennung zwischen Trainer und Klub sei schließlich nicht katastrophal abgelaufen. „Die Frage ist halt nur, ob sich der 1. FC Köln das überhaupt vorstellen kann.“ (are)
