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Nach „Wagner raus“-RufenKessler: „Was Vertrauen schafft, sind jetzt Erfolge“

Thomas Kessler und Mikey Moore mit enttäuschter Miene.

Copyright: IMAGO/Herbert Bucco

Thomas Kessler, hier mit Mikey Moore, spricht René Wagner die volle Rückendeckung aus.

Die Stimmung rund um Kölns Trainer spitzt sich zu. Am Samstag gab es „Wagner raus“-Rufe und Pfiffe. Jetzt reagiert Sportchef Thomas Kessler.

Ein grausames 0:0 gegen ersatzgeschwächte Schalker, seltsame Wechsel und ein blutleerer Auftritt in der zweiten Halbzeit haben bei vielen Fans das Fass zum Überlaufen gebracht.

Beim Heimspiel des 1. FC Köln gab es erstmals lautstarke „Wagner raus“-Rufe und ein gellendes Pfeifkonzert aus der Südkurve. Trainer René Wagner (38) hatte bislang keinen leichten Stand bei den Fans, doch jetzt explodierte die Stimmung. Am Sonntagmorgen sprach Sportgeschäftsführer Thomas Kessler (40) über die Situation.

Kessler über Fan-Emotionen: „Ich nehme das natürlich ernst“

„Ich nehme das natürlich ernst, das ist ja keine Frage. Es ist hochemotional“, so Kessler. Dem ehemaligen Torhüter war die Enttäuschung anzumerken. Auch wenn es unter Wagner erstmals keinen Gegentreffer gab und daheim in dieser Saison kein Spiel verloren wurde, vermisste Kessler einiges: „Ich sehe uns insgesamt auf einem guten Weg. Aber die Kreativität im letzten Drittel und dann auch endgültig Torgefahr auszustrahlen oder Chancen zu nutzen, haben wir vermissen lassen. Deswegen sind wir enttäuscht.“

Die Pfiffe gehen ihm nahe und tun weh: „Ja, das ist definitiv etwas, was René sicherlich treffen wird. Das ist menschlich. Ich mache mir auch Gedanken und nehme das mit in die tägliche Arbeit.“ Ob Kessler auch überlegt, wie er Wagner in dieser schwierigen Phase seiner jungen Karriere unterstützen kann? Er weiß: „Naja, am Ende geht es um die inhaltliche Arbeit, darum, Siege einzufahren. Das ist die Währung, die für die Menschen am meisten zählt.“ Schon am Dienstag hat der FC im Pokal gegen Union Berlin die Chance, es besser zu machen (27. Oktober 2026, 20.45 Uhr).

Inhaltlich soll der müde Schalke-Kick schon mit der Mannschaft aufgearbeitet worden sein. „Es gibt Dinge, die wir besser machen können. Ich bin überzeugt, dass es spielerisch schon am Dienstag besser wird“, so Kessler.

Wagner sitzt vor der Englischen Woche jedenfalls fest im Sattel. Auch von den Gremien verspürt Kessler keinen internen Druck: „Er hat volle Rückendeckung! Wir haben jetzt zwei brutal wichtige Spiele gegen denselben Gegner, da gilt es, einen guten Job zu machen. Was Vertrauen schafft, sind jetzt Erfolge!“

Der FC bleibt also trotz wütender Fans vorerst gelassen. Das liegt auch am Blick auf die Tabelle. Der FC ist nach sieben Spieltagen Elfter mit acht Punkten. Kessler resümiert: „Wir sind zu Hause ungeschlagen. Wir haben die acht Punkte leider nur daheim geholt, aber dennoch liegen wir tabellarisch dort, wo wir uns selber eingeordnet haben. Mit dem Wissen, dass der ein oder andere Punkt mehr drin gewesen wäre. Diese Situation müssen wir jetzt annehmen.“

Zumal dem FC noch ein knackiger Herbst bevorsteht. Nach dem Union-Doppel steht das Duell gegen Bayer Leverkusen auf dem Programm, nach der Länderspielpause die Reise zum FC Bayern. Bis auf Bremen muss Köln in der Hinrunde noch gegen alle Teams aus der aktuellen oberen Tabellenhälfte ran.