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„Viele, viele Alarmsignale“Klub und Fans uneins: Kippt die Stimmung beim FC?

1. FC Köln vs. Schalke 04, 7. Spieltag, 24.10.2026, 15.30 Uhr, von links: Tom Krauß, Mikey Moore, Said El Mala (1. FC Köln), Bild: Herbert Bucco

Copyright: Herbert Bucco

Enttäuschte Gesichter bei den ausgwechselten FC-Spielern.

Im FC-Podcast „Wir waren klar besser“ finden Uwe Bödeker und Lars Werner deutliche Worte zur Situation des 1. FC Köln zum Start der Pokalwoche.

So richtig in Fahrt ist der FC mit zwei Siegen aus sieben Bundesligaspielen in der jungen Saison noch nicht gekommen. Spätestens nach dem 0:0 gegen den FC Schalke 04 täuscht der Eindruck nicht: „Da fehlt mir komplett der Mut.“ So beschreibt es FC-Reporter Uwe Bödeker im Gespräch mit Lars Werner im FC-Podcast „Wir waren klar besser“ von EXPRESS und Kölner Stadt-Anzeiger.

Bödeker zur recht enttäuschenden Vorstellung in Köln: „Diese Schalker muss man zuhause dann auch mal schlagen. Wenn man ein Stadion anzündet, dann zündet man auch seine Mannschaft an. Das hat mir gefehlt.“ Die Leistung der FC-Profis wurde am Samstag im Stadion trotz des Punktgewinns mit Pfiffen und lautstarker Kritik am Trainer quittiert.

Klub und Fans uneinig: „Ist das die Erwartungshaltung des Klubs?“

Dem Vorwurf falscher Erwartungen seitens der FC-Fans stellt sich der FC-Reporter entschieden entgegen: „Ich finde das als Ausrede von den Verantwortlichen fast schon frech. Da wird man den Anhängern nicht gerecht. Die machen seit fast 30 Jahren fast alles mit und erwarten eigentlich nur eine professionelle Führung des Vereins und ein Team, das sich zerreißt.“

Viel mehr stelle sich die Frage nach der Erwartungshaltung des Klubs: „Ist denn das die Erwartungshaltung des Klubs, dass man so ein Spiel wie gegen Schalke abliefert?“

Werner betont: „Die Fans sind mit den Jahren deutlich demütiger geworden. Auch die Medien.“ Viel mehr gehe es um Ansprüche gegen einen Gegner, der mit arg gebeuteltem Personal nach Köln gereist war: „Es geht darum, einen Gegner, den man auf dem Silbertablett präsentiert bekommen hat, auch zu bezwingen.“

Auch die Laufleistung – „vier Kilometer weniger als der Gegner“ – bereitet den Journalisten Sorgen. In dieser Kategorie sei der FC aktuell das Schlusslicht der Liga. Krämpfe wie bei FC-Verteidiger Lochosvili oder eine frühzeitige Auswechslung von Star-Angreifer El Mala seien eben die Folge einer Mannschaft, bei der „die Fitness schlecht ist“. Die zweite Halbzeit gegen Schalke: „Ein Einbruch!“

Während es beim FC zudem an einer klaren Hierarchie mangele und vor dem Tor im Zuge der Verletzungen von Ragnar Ache und Thijs Dallinga lediglich „Zufall oder Einzelaktionen“ zu verzeichnen seien, ist schließlich auch die Kritik an Trainer René Wagner Thema im Podcast.

„Wenn man sich nach so einem Spiel hinsetzt und sagt: Das war super gemacht, wir haben die Null gehalten‘, dann kommt das bei ganz vielen Menschen in den falschen Hals“, führt Bödeker aus, der sich vom Kölner Coach mehr Selbstkritik wünschen würde, anstatt „die Dinge schönzureden“.

Der Trainer wirke aber nicht nur in seiner Analyse kalt. „Mir fehlt da in der ersten Reihe komplett die Emotion, um so ein Stadion auch mal anzuzünden.“ Auch Werner erwartet, dass der Kölner Coach ein bisschen mehr aus sich herausgeht, um die Sache zu emotionalisieren.

Dass die Vereinsführung nicht voreilig den Trainer entlassen möchte, ist beiden FC-Reportern klar. Die Spirale der vielen Trainerwechsel während der letzten Jahre wolle man schließlich endlich einmal durchbrechen. Doch klar sei eben auch: „So richtig harmonisch wirkt das alles nicht. Da sind viele, viele Alarmsignale.“ (oke)