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FC-KommentarSpannender Satz zu Wagner: Noch macht’s Kessler richtig

Kölns Trainer Rene Wagner und Geschäftsführer Thomas Kessler

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Kölns Trainer Rene Wagner und Geschäftsführer Thomas Kessler

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Bislang herrscht noch keine Panik beim 1. FC Köln. Doch im Umfeld wächst die Kritik an Trainer René Wagner. Am Samstag gab es laute Proteste im Stadion. Ein Kommentar zur aktuellen Situation.

Es war bezeichnend für den 1. FC Köln – ein Klub zwischen Anspruchsdenken und harter Realität. Am Samstag (24. Oktober 2026) waren beim Heimspiel gegen Schalke zahlreiche Klub-Legenden im Rhein-Energie-Stadion zu Gast. Sie hatten den DFB-Pokal und die Meisterschale dabei.

Double 1978, Pokal-Sieg 1983 – die glorreichen Zeiten sind lange vorbei. Und der FC ist aktuell von Titeln so weit entfernt, wie Pierre Littbarski (66) von weiteren Einsatzminuten in der Bundesliga. Nach dem 0:0 gegen stark dezimierte Schalker dürfte es Litti jedenfalls in den Beinen gejuckt haben. Er war wütend: „Wir haben natürlich immer noch die Hoffnung, dass es wieder irgendwann mal besser wird. Aber das Spiel kannst du in die Mülltonne schmeißen.“

Kessler spricht von zehn Spielen

Bisher äußerten die Fans ihre Kritik an Trainer René Wagner (38) hauptsächlich in den sozialen Netzwerken. Am Samstag wurde erstmals im Stadion deutlich, wie mies die Stimmung unter der Anhängerschaft ist. Es gab „Wagner raus“-Rufe und ein gellendes Pfeifkonzert nach der Nullnummer.

Vorwürfe gibt es reichlich: kein Spielsystem erkennbar, keine Verbesserung und Entwicklung von Spielern, langweiliges Hin- und Hergeschiebe, Verzweiflungspässe nach vorn, kein Spiel über außen, keine Kreativität im Mittelfeld und einige fragwürdige Wechsel.

Gegen formschwache Gegner wie Bremen, Hamburg, Frankfurt oder Schalke wurden einige Punkte liegen gelassen. Natürlich ist daran nicht alleine Trainer Wagner schuld. Wenn Said El Mala und Marius Bülter alle ihre dicken Chancen genutzt hätten, stünde der FC jetzt besser da.

So sind es nach sieben Ligaspielen acht Punkte und Platz elf in der Tabelle. Im Pokal hat der FC die zweite Runde erreicht. Dort geht es am Dienstag (27. Oktober, 20.45 Uhr) gegen Union Berlin. Trainer Wagner sitzt vor dem Union-Doppel (Sonntag spielt der FC in der Bundesliga „An der Alten Försterei“) noch fest im Sattel.

Aber er wirkt nach dem Trostlos-Kick gegen Schalke angezählt. Am Sonntagmorgen gab es eine längere teaminterne Sitzung, in der die schwache Leistung gegen Schalke in aller Deutlichkeit aufgearbeitet wurde.

Sportgeschäftsführer Thomas Kessler (40) sagte danach, dass der Trainer „die volle Rückendeckung“ habe. Er verwies auch auf das Erreichte: noch kein Spiel daheim verloren, aber auswärts keinen Punkt. Kessler ist schlau und beobachtet die Situation jetzt ganz genau.

Der Sportchef sagte am Sonntagmorgen einen spannenden Satz: „Man kann ja mal so sagen: Nach den ersten zehn Spielen einer Saison kann man einen Strich drunter machen, dann sieht man zumindest eine Tendenz. Da haben wir noch ein paar Spiele zu gehen und die Möglichkeit, etwas zu holen.“

Kessler ist auch angetreten, um eine Spirale beim FC zu durchbrechen. Alleine in den vergangenen zehn Jahren gab es 14 Trainerwechsel mit zwölf verschiedenen Coaches. Langanhaltend besser wurde es nie beim FC. In Wagner sieht Kessler den perfekten Mann, um kontinuierlich etwas aufzubauen.

Aber Kessler sieht auch den Fußball, den Wagner spielen lässt. Er weiß, dass ihm jetzt nur noch Ergebnisse weiterhelfen. Sollten die ausbleiben, wird es eng für den Coach. Nach den zuletzt eher machbaren Gegnern, wartet jetzt zweimal Union Berlin. Dann macht Kessler einen ersten Strich drunter.

Noch macht Kessler es richtig. Er gibt dem jungen Trainer Zeit, etwas zu entwickeln. Hätte der Sportchef den Trainer schon nach wenigen Spielen wieder freigestellt, wäre das maximal unglaubwürdig gewesen.

Doch jetzt will der Sportchef Ergebnisse und eine Entwicklung sehen. Die klare Erwartung von Kessler: Schon am Dienstag soll es spielerisch besser werden. Nach dem Union-Doppelpack kommt es für den FC knüppeldick in der Liga. Die kommenden Gegner heißen bis zum Jahresende: Leverkusen, FC Bayern München, Elversberg, Augsburg, RB Leipzig und Mainz.

Noch liegt der FC in der Tabelle zwei Punkte vor Union (Platz 17). Sollten in den kommenden Wochen die Ergebnisse ausbleiben, könnte der FC nach hinten durchgereicht werden. Wagner muss jetzt liefern, sonst kann Kessler die Trainerspirale beim FC nicht durchbrechen.