Nach dem 0:0 gegen Aufsteiger Schalke monierten viele Experten und Fans die Wechsel von Kölns Trainer René Wagner. War er zu mutlos? Sportchef Kessler hat eine eigene Meinung dazu.
Debatte beim FCZu mutlos? Kessler spricht über Moore-Wechsel

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Die beiden vermeintlich besten FC-Profis standen in den letzten Minuten gegen harmlose Schalker nicht mehr auf dem Platz. Kölns Trainer René Wagner (38) hatte Mikey Moore (19) nach 68 Minuten ausgewechselt, Said El Mala musste in der 80. Minute runter.
Für Moore kam Luca Waldschmidt (30), für El Mala Jungspund Reigan Heskey (18). Am Ende blieb es beim 0:0 – und Wagner erntet viel Kritik für seine Wechsel. Auch Pierre Littbarski (66), Weltmeister von 1990, konnte die Wechsel nicht nachvollziehen.
Kessler: „Herangehensweise hat gar nichts mit Mut zu tun“
Ein Vorwurf von zahlreichen Fans: Wagner agierte zu mutlos. Viele hätten auch gerne Mittelstürmer Malek El Mala (21) für ein paar Minuten in Aktion gesehen. Doch der Bruder von Said blieb komplett auf der Bank.
Am Sonntagmorgen sprach EXPRESS.de mit Sportgeschäftsführer Thomas Kessler (40) über die Auswechslungen. Den Mutlos-Vorwurf will Kessler nicht stehen lassen: „Nein, ich glaube, die Herangehensweise hat gar nichts mit Mut zu tun. Ich glaube, dass Mikey am Ball immer für Situationen sorgen kann, in denen er mit Ball auch Dinge kreieren kann. Das steht außer Frage. Dafür haben wir ihn auch geholt. Ich fand, gerade speziell gegen Schalke hat er nicht die Durchschlagskraft entwickelt.“
Wagner habe sich dann für Luca Waldschmidt entschieden, was Kessler nachvollziehen kann: „Wenn du einen Spieler wie Luca Waldschmidt auf der Bank hast, der Woche für Woche hart arbeitet, um Einsatzzeit zu bekommen, dann ist das ja kein Wechsel, wo man sagt, ich möchte den Punkt mitnehmen. Es ist keine Einwechslung, um etwas abzusichern, sondern vielleicht noch mal einen anderen Impuls offensiv zu setzen.“
Kessler hatte nicht den Eindruck, „dass es da um Stabilisierung ging, dass wir den Punkt mitnehmen wollten, sondern ich hatte schon den Eindruck, dass wir das Spiel gewinnen wollen. Luca hatte ja auch eine riesige Chance, als ihm der Ball vor die Füße fiel und sein Schuss leider fast auf der Linie geblockt wurde. René Wagner muss die Wechsel verantworten, aber ich sehe da keinen fehlenden Mut.“
Eure Noten für die FC-Profis gegen Schalke
Bewertet die Leistung der FC-Spieler beim 0:0 gegen Schalke.
Marvin Schwäbe
Kessler weiß, dass man nach Spielen immer schlauer sei: „Nach so einem Spiel stellt man sich immer die Frage: Was hätte man vielleicht noch mal anders machen können? Das ist aus Experten- oder Journalistensicht immer ein bisschen einfacher zu sagen. Aber das ist kein neues Phänomen. Ich glaube, am Ende wollten wir das Spiel gewinnen und wir haben es nicht geschafft. Und damit müssen wir jetzt leben. Und mit der Stimmungslage im Stadion müssen wir auch leben. Ich glaube, wir haben genug erfahrene Menschen hier beisammen, die die Stimmungslage in Köln auch einschätzen können.“
Schon am Dienstag muss der FC es besser machen und daheim gewinnen. Dann kommt Union Berlin zur 2. Runde des DFB-Pokals ins Rhein-Energie-Stadion. (27. Oktober, 20.45 Uhr).
