Bastian Schweinsteiger schwärmt von Said El Mala – und zieht den Vergleich zu Lukas Podolski und sich selbst bei der EM 2004. Hat der Kölner Youngster tatsächlich WM-Chancen?
Schweinsteiger schwärmtSaid El Mala könnte „ganze Nation hinter sich bringen“

Copyright: AFP
Würde auf Said El Mala vom 1. FC Köln und auf Lennart Karl vom FC Bayern bei der WM setzen: Ex-Nationalspieler und ARD-Experte Bastian Schweinsteiger.

Der ehemalige Bayern-Star und heutige TV-Experte Bastian Schweinsteiger ist nicht bekannt dafür, bei seinen Einschätzungen leichtfertig Blumen zu verteilen. Vor allem nicht, wenn es um die deutsche Nationalmannschaft geht.
Umso bemerkenswerter ist, was der Weltmeister von 2014 jetzt im Interview mit der „Bild“ über Said El Mala vom 1. FC Köln gesagt hat!
Bastian Schweinsteiger über Said El Mala und Lennart Karl: „Sie haben beide diese Frechheit“
Der FC-Stürmer habe „diese Frechheit“ und erwecke nicht den Eindruck, „vor irgendetwas Angst zu haben“. Die Komplimente bezogen sich zwar nicht allein auf den Liebling der FC-Fans, sondern auch auf Bayern-Youngster Lennart Karl.
Doch gerade beide zusammen würden ihn an die EM im Jahr 2004 erinnern, als er im Alter von 19 Jahren zusammen mit dem ebenfalls jungen Lukas Podolski im Kader stand. Als „Schweini und Poldi“ waren sie damals Lichtblicke und Hoffnungsträger der deutschen Fans, obwohl das Turnier für den DFB enttäuschend mit dem Vorrundenaus endete.
Schweinsteiger prophezeit: „Karl und El Mala haben die Möglichkeit, mit einer Aktion die ganze Nation hinter sich zu bringen.“ Wichtig sei, dass die beiden mit dem Ball weiterhin das machen, „was sich richtig für sie anfühle“, führte Schweinsteiger aus.
Dass sie auch gegen den Ball arbeiten müssten, hätten die beiden zudem „schon verinnerlicht“. Für Schweinsteiger ist deshalb klar: „Von ihrer Jungfräulichkeit würden sie natürlich da sehr gut reinpassen.“
Ob Bundestrainer Julian Nagelsmann letztlich beide in seinen Kader für die Weltmeisterschaft 2026 berufen wird, ist noch völlig offen. Die offizielle Bekanntgabe erfolgt am 21. Mai in Frankfurt.
Dass Lennart Karl beim großen Turnier dabei sein wird, gilt als wahrscheinlich. Bereits in den vergangenen Testspielen gegen Ghana und die Schweiz gab Nagelsmann dem 18-Jährigen eine Menge Spielzeit, die der junge Flügelspieler zu nutzen wusste.
Für den 19-jährigen Kölner wäre ein WM-Ticket hingegen durchaus eine Überraschung. Ende März wurde der Linksaußen nicht für die Länderspiel-Testphase berücksichtigt, war stattdessen mit der U21 unterwegs.
Und doch ließ Nagelsmann die Tür für El Mala offen, weil er eine Anforderung formulierte, die wie eine Beschreibung des Kölners klingt: „Wir brauchen Eins-gegen-eins-Spieler und haben sie nicht in Hülle und Fülle, gerade fußverkehrt.“
Klar ist: Das FC-Talent würde bekanntlich genau das bringen. Dass Bayern-Star Serge Gnabry die WM sicher verpassen wird und der zuletzt auf dem linken Flügel eingesetzte Florian Wirtz auf die Zehn ins Angriffszentrum rücken könnte, dürfte El Malas Chancen auf eine Nominierung begünstigen.
Fürsprecher hat El Mala, der mit zwölf Toren und fünf Vorlagen während der laufenden Bundesliga-Saison eine starke Bilanz aufweist, jedenfalls schon einige gesammelt. Sky-Experte Didi Hamann bezeichnete ihn wiederholt als „idealen Joker“ für das deutsche WM-Team. Und auch beim EXPRESS.de-Talk „E Levve lang – der Talk zum FC“ war man sich in der Frage zuletzt absolut einig: „Sonst werden wir kein Weltmeister!“

