Am Dienstag wurde beim EXPRESS.de-Talk einmal mehr leidenschaftlich über den 1. FC Köln gesprochen. Nach einer bislang herausragenden Spielzeit wünschten alle Experten Said El Mala eine Verlängerung – und zwar bei der WM.
Experten einigSaid El Mala muss zur WM: „Sonst werden wir kein Weltmeister!“

Wenn man über den 1. FC Köln spricht, kommt man um einen Namen keinesfalls herum: Said El Mala! Der 19‑jährige Stürmer legt eine fabelhafte erste Saison in der Bundesliga hin. Als Topscorer hat er mit zwölf Toren und fünf Vorlagen maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt des FC, der zu 99,9 Prozent sicher ist.
Am Dienstagabend (5. Mai 2026) war der Youngster natürlich auch Thema beim EXPRESS.de-Talk „E Levve lang – der Talk zum FC“ mit Ex-Profi Christian Clemens, Stadionsprecher Michael Trippel und Gastronom Martin Schlüter. Knapp 100 Gäste waren im Autohaus Fleischhauer, Audi-Zentrum Köln-Mitte, dabei.
Christian Clemens: „Für mich ist El Mala ein klarer Kandidat für die WM!“
Clemens fand den Umgang mit El Mala unter Lukas Kwasniok teils schwierig: „Ich finde es wahnsinnig, bei El Mala zu sagen: ‚Der spielt schlecht, der ist zu eigensinnig oder verteidigt nicht.‘ Der Junge ist 19, er hat zwölf Tore und fünf Assists. Er spielt beim 1. FC Köln und nicht in Dortmund oder bei Bayern. Dass da überhaupt eine Diskussion aufkommt, dass er nicht von Anfang an spielt, weil er zu wenig nach hinten arbeitet, verstehe ich nicht. Hätte er nicht so viele Wechsel erleben müssen, wie es leider war, hätte er noch mehr Tore erzielt und wäre jetzt noch teurer.“
Im Sommer sieht es nach einem Abgang aus, wenn entsprechende Angebote um die 50 Millionen Euro eintrudeln sollten. Die Experten in der Runde schauten mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf El Mala.
Stadionsprecher Trippel meinte: „Es ist ein zweischneidiges Schwert: Hat der 1. FC Köln eine Identifikationsfigur, die gut spielt, dann kommt einer und will ihn kaufen. Dann muss man überlegen: Behältst du ihn, oder nimmst du 40 bis 50 Millionen Euro ein? Für den Fan ist das immer schade. Man sieht ja, wie viele El-Mala-Trikots verkauft werden. Aber für den FC sind 50 Millionen sehr viel Geld, da geht es ja auch um die Konsolidierung eines ganzen Klubs.“ Zumal ja auch ein Risiko bestehen würde, wenn sich El Mala im kommenden Jahr schwer verletzen würde.
Clemens sagte zum Thema El-Mala-Wechsel: „Ich finde die Idee charmant: Verkaufen und zurückleihen. Aber wenn man jetzt 50 Millionen bekommt, ist das für den 1. FC Köln der richtige Schritt, ihn ziehen zu lassen. Trotzdem wäre es schade, denn ich bin ein Riesenfan von ihm.“
Dass er sich auf jeden Fall bei einem Klub sportlich durchsetzen würde, traut Clemens dem 19-Jährigen zu: „Ich sehe ihn noch nicht bei einem Top-Klub in der Startelf, aber er würde viel Spielzeit kommen, egal, wo er hingeht.“

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„E Levve lang – der Talk zum FC“ am 5. Mai 2026 mit EXPRESS-Reporter Uwe Bödeker, Ex-FC-Profi Christian Clemens, Gastronom Martin Schlüter, Stadt-Anzeiger-Sportchef Christian Löer, FC-Stadionsprecher Michael Trippel und Stadt-Anzeiger-Chefreporter Lars Werner (v. l.) im Autohaus Fleischhauer, Audi-Zentrum Köln-Mitte.
FC-Edel-Fan Schlüter ist gegen einen sofortigen Abgang: „Ich wünsche mir, dass er auf jeden Fall noch ein Jahr bleibt. Das wäre eine Win-Win-Situation. Er wäre Stammspieler und könnte 15 Tore und mehr erzielen. Beim FC kann er sich weiterentwickeln. Dann könnte er immer noch wechseln. Aber wenn er eine gute WM spielt, wissen wir alle, was passiert.“
Ist er denn beim großen Turnier in den USA, Mexiko und Kanada dabei? Da waren sich die Experten einig. Trippel meinte: „Er muss bei der WM dabei sein, sonst werden wir kein Weltmeister.“ Der Stadionsprecher führte aus: „Jedes Mal, wenn Deutschland Weltmeister wurde, stand ein Spieler des 1. FC Köln im Kader.“ Den Einwand, dass 2014 keiner dabei war, ließ er nicht gelten: „Da war Lukas Podolski dabei, der ist natürlich immer ein Kölner, egal, wo er spielt.“ Poldi stand damals aber beim FC Arsenal unter Vertrag.
Beim WM-Titel 1954 gehörten die FC-Legenden Hans Schäfer und Paul Mebus zum Team. 1974 waren vom FC Wolfgang Overath, Bernd Cullmann und Heinz Flohe dabei. 1990 standen Bodo Illgner, Pierre Littbarski, Thomas Häßler und Paul Steiner im Weltmeister-Kader.
Für Clemens war beim EXPRESS.de-Talk jedenfalls auch klar, dass El Mala der nächste FC-Spieler bei einer WM sein muss, auch wenn er nur Ergänzungsspieler sein würde: „Ich glaube nicht, dass er da Theater macht, wenn er nicht spielt. Jetzt fiel auch noch Gnabry aus und ich bin sehr gespannt. Für ihn ist die Chance als Offensivspieler noch größer. Ich habe es schon mehrmals gesagt: Für mich sind Lennart Karl und El Mala zwei klare WM-Kandidaten.“
