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Nagelsmann-AnsageIst das die WM-Tür für Said El Mala?

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Das DFB-Team bot mit Leroy Sané gegen die Schweiz nur auf der rechten Seite einen klassischen Flügelspieler auf. Doch der steht bereits mächtig unter Druck.

Beim 4:3-Erfolg gegen die Schweiz blieb Flügelstürmer Leroy Sané im DFB-Trikot am Freitag ziemlich blass.

Der 30-Jährige musste auf der rechten Seite nach 63 Minuten für Lennart Karl weichen, der in weniger Spielzeit deutlich mehr auf dem Platz zustande brachte. Das sorgt vor der nächsten Aufgabe am Montag (30. März/20.45 Uhr) gegen Ghana für offene Fragen. Lässt der Bundestrainer Sané noch einmal von Beginn an ran, oder bekommt der Bayern-Youngster die Chance?

Julian Nagelsmann über WM-Kader: „Die Tür ist für keinen zu“

Klar ist: Julian Nagelsmann hat nach dem spektakulären Schweiz-Spiel einiges über Sané gesagt: „Er muss das immer erreichen“, forderte er mit Blick auf dessen starke Leistung im November gegen die Slowakei, die er als „Benchmark“ beschrieb.

Eine Frage der Belastungssteuerung ist es nicht. Sané kommt in Istanbul nicht zu sehr ins Schwitzen, ist in der Champions League bereits ausgeschieden. „Er hat weiterhin die Option, sich zu zeigen – hier und natürlich auch bei seinem Klub“, betonte der Bundestrainer.

Und doch baute Nagelsmann mit einer grundsätzlichen Ansage ordentlich Druck auf: „Die Tür ist für keinen zu, der nicht dabei ist, aber die Tür ist auch nicht dauerhaft offen für die, die dabei sind. Man muss das schon immer auch bestätigen.“

Worte, die in Köln auf offene Ohren stoßen dürften! FC-Stürmer Said El Mala wurde für die WM-Tests nicht berücksichtigt, ist mit der U21 unterwegs. Nagelsmann ging auch nicht auf den Kölner ein, beschrieb ihn aber im Grunde treffender als jeden anderen deutschen Außenspieler.

Said El Mala dribbelt am Ball in einem Spiel der U21 des DFB.

Copyright: IMAGO/Darius Simka

FC-Stürmer Said El Mala wurde für die WM-Tests nicht berücksichtigt, ist mit der U21 des DFB unterwegs.

„Wir brauchen Eins-gegen-eins-Spieler und haben sie nicht in Hülle und Fülle, gerade fußverkehrt“, so Nagelsmann offen. Eine präzisere Beschreibung von El Malas Profil hätte der Bundestrainer dabei kaum formulieren können.

Der 19-Jährige kommt beim FC am liebsten über links, hat aber den stärkeren rechten Fuß. Mit zehn Toren und vier Vorlagen ist kein Deutscher, der in der Bundesliga über die Flügel kommt, besser. Jamie Leweling, der zumeist über rechts spielt, ist derzeit punktgleich (7 Tore/7 Vorlagen).

Ein weiteres Argument für El Mala: Florian Wirtz spielte zuletzt zwar häufig über die linke Seite, wechselte sich dort aber immer wieder mit Serge Gnabry ab. Beide fühlen sich im Zentrum wohler. El Mala wäre auf links kein Kompromiss und eine glänzende Alternative. Der eigentliche Platzhirsch, Bayerns Jamal Musiala, kämpft mit seiner Gesundheit, hat bis zum Turnier im Juni nicht mehr viel Zeit.

Einer der beiden Spieler im aktuellen DFB-Kader, die El Malas Profil am ehesten entsprechen, ist ausgerechnet ein Spieler mit Köln-Vergangenheit: Chris Führich vom VfB Stuttgart, den Nagelsmann für den verletzten Leweling nachnominierte.

Womöglich darf auch er sich gegen Ghana zeigen, ebenso wie der gegen die Schweiz nicht eingesetzte England-Legionär Kevin Schade (24). Das alles zeigt: Die WM-Tür für Said El Mala ist noch längst nicht zu, solange der Kölner weiter abliefert. Die Kadernominierung am 12. Mai dürfte noch für Überraschungen gut sein.

Ragnar Ache  beim Training des 1. FC Köln.

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