Der 1. FC Köln blickt mit Spannung Richtung Münster. Am 11. Juni 2026 könnte dort vor dem Oberverwaltungsgericht ein Urteil fallen. Danach möchte man endlich den Geißbockheim-Ausbau vorantreiben. Alle Hintergründe gibt es hier:
Leidiges ThemaFC-Vize Sobek kündigt Konsequenzen an: „Szenarien vorbereitet“

Biegt der 1. FC Köln bei einem leidigen Dauerthema endlich auf die Zielgerade ein? Oder bleibt es ein Schrecken ohne Ende? Es geht um den Ausbau am Geißbockheim. Seit zwölf Jahren versucht der Klub, wichtige Modernisierungen voranzutreiben und Plätze für den Nachwuchs zu gewinnen.
Am 11. Juni (9 Uhr) wird erneut beim Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster über den komplizierten Fall verhandelt. Im Zentrum steht die Frage, ob der Bebauungsplan wirksam ist. Das Verfahren darüber läuft bereits seit sechs Jahren über mehrere Instanzen. In Köln wird politisch seit Jahren darüber gestritten und der FC kann oft nur fassungslos zuschauen.
1. FC Köln: Bau des neuen Leistungszentrums steht fest
Der aktuelle Stand ist ein Kompromiss aus dem Jahr 2024: Der FC darf das Leistungszentrum neben dem Franz-Kremer-Stadion bauen und verzichtet auf drei Kunstrasenplätze auf den Gleueler Wiesen. Dafür sagte die Stadt dem FC zu, andere Satellitenplätze zur Verfügung zu stellen. Doch das ist bislang nicht geschehen. FC-Finanzgeschäftsführer Philipp Türoff (50) sagte schon, dass der Kompromiss gescheitert sei.
Jetzt setzt der FC auf die Plätze auf den Gleueler Wiesen. Ob das OVG am 11. Juni ein Urteil fällt, darf allerdings nur gehofft werden. Es muss an diesem Tag kein Urteil fallen. Kölns Vizepräsident Ulf Sobek kündigte zuletzt auf Nachfrage von EXPRESS.de an: „Wir haben Szenarien vorbereitet nach dem Urteil am 11. Juni. Daraufhin wird die Gesamtstrategie weiter abgeleitet. Da entscheiden sich ja noch ein paar Dinge und es ergeben sich Konsequenzen.“ Das klingt alles ziemlich vage.
Sollte der Bebauungsplan rechtens sein, müsste die Stadt die Gleueler Wiesen an den FC verpachten und eine Baugenehmigung für die drei Kunstrasenplätze im Landschaftsschutzgebiet erteilen. Ob das geschieht, ist mehr als fraglich, denn eine Mehrheit im Rat ist dafür nicht in Sicht.
Fest steht beim FC jedenfalls, dass der Verein den Bau des Leistungszentrums Anfang 2027 starten will. Der Haken: Dadurch fällt bei akuter Platzknappheit ein wichtiger Trainingsplatz neben dem Franz-Kremer-Stadion weg. Der FC hätte dann zwar ein modernes 50-Millionen-Euro-Gebäude, aber bei schon bestehendem Platzmangel noch eine Fläche weniger für das Training. Für einen Fußballverein mehr als schlecht.

Copyright: Tim Hupe/1. FC Köln
So soll das neue Leistungszentrum des 1. FC Köln neben dem Franz-Kremer-Stadion aussehen.
Doch der Verein muss bauen, sonst droht der nächste Rückschlag: Der Rat hat 2024 die Baugenehmigung für das Gebäude erteilt. Diese Genehmigung ist drei Jahre gültig. 2027 müssen also die Bagger rollen, sonst kann sich alles nochmals weiter verzögern oder der FC müsste bei den Genehmigungsverfahren sogar wieder von vorn anfangen.
Sobek sagt also zum Thema: „Beim Leistungszentrum sind wir klar.“ Heißt: 2027 wird gebaut! Wo die Kinder und Jugendlichen des FC dann trainieren, steht aber weiter in den Sternen.
