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Neue Genussscheine50 Millionen Euro! FC will gewaltige Summe einsammeln

Der 1. FC Köln möchte sich stetig weiterentwickeln und irgendwann auch wieder oben angreifen. Sportlich ist das Ziel für die nächsten Jahre klar: Die Mannschaft soll sich in der Bundesliga etablieren. Auch abseits rüstet der Klub auf. Dafür werden jetzt intensiv neue Geldgeber gesucht.

In den vergangenen Tagen zeigte die FC-Familie eindrucksvoll, dass sie zusammensteht. Nachdem das Hauptquartier der Wilden Horde bei einem verheerenden Brand zerstört worden war, wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Innerhalb weniger Tage kamen sagenhafte 117.821 Euro zusammen.

Eine Spende sorgte hinter den Kulissen für Gesprächsstoff. Navid Thielemann tauchte in der Liste mit der höchsten Summe auf: 5000 Euro. Der Unternehmer ist Geschäftsführer (CEO) der Thielemann Group mit Sitz in Mönchengladbach.

1. FC Köln prüft Ausgabe von neuen Genussscheinen

Es wurde getuschelt: Warum spendet ein Unternehmer aus Mönchengladbach eine solche Summe? Als Thielemann kurz nach seiner großzügigen Spende dann einen Termin mit FC-Verantwortlichen hatte, gab es noch mehr Gesprächsstoff in der Fanszene.

Thielemann ist in der Nähe des Rhein-Energie-Stadions aufgewachsen. Er ist Kölner und FC-Fan durch und durch. Nur seine Firmenzentrale hat ihren Sitz in Mönchengladbach. Die Thielemann Group hat mehrere Beteiligungen, unter anderem in der Logistik- und Speditionsbranche. Investiert wird auch in Projekte mit verschiedenen Immobilien. Doch Thielemann ist klar, dass es beim FC keine Investoren gibt.

Nach Informationen von EXPRESS.de ist die FC-Führung auf der Suche nach neuen Geldgebern. Dabei geht es angeblich um eine Summe bis zu 50 Millionen Euro. Ein Einstieg eines Investors wird jedoch durch die Satzung ausgeschlossen. Auch das FC-Präsidium hat beteuert, daran in keiner Weise zu rütteln. Der Klub bleibt zu 100 Prozent mitgliedergeführt. Doch Geld benötigt der FC dennoch, um sich weiterzuentwickeln.

Zu Beginn des Jahres 2027 sollen die Bagger rollen. Dann beginnt der Bau des neuen Leistungszentrums am Franz-Kremer-Stadion. Aus Klubkreisen heißt es, dass 50 Millionen eine realistische Summe für das Leistungszentrum seien. So viel Geld wird man aber nicht als Finanzspritze von einer Einzelperson einsammeln können. Bei der Finanzierung prüft der FC jetzt nach Informationen von EXPRESS.de auch die Herausgabe von neuen Genussscheinen, auch Mezzanine-Kredite genannt.

Dabei handelt es sich um eine Form von Darlehen, bei der Unternehmen oder wohlhabende Privatpersonen für eine gewisse Summe Genussscheine erwerben können. Sie erhalten keinerlei Mitspracherecht, allerdings Zinsen oder eine mögliche Gewinnbeteiligung. Es gibt viele Möglichkeiten der Ausgestaltung von Genussrechten. Unter bestimmten Voraussetzungen können sie temporär das bilanzielle Eigenkapital des FC stärken.

Der FC hat in der Vergangenheit von diesem Finanzierungsinstrument Gebrauch gemacht und schließt das auch für die Zukunft nicht aus, wenn es für den FC zielführend und vorteilhaft ist. Auf Nachfrage von EXPRESS.de hieß es vom Klub, dass die Gespräche mit Thielemann vertraulich seien. Es ist also nicht klar, ob die Thielemann Group lediglich als Sponsor dabei sein will oder sogar als großer Geldgeber bei einer möglichen Ausgabe von Genussscheinen. Oder keins von beidem.

2004 hatte der FC unter dem damaligen Manager Andreas Rettig (63) erstmals Genussscheine in Höhe von zehn Millionen Euro herausgegeben. 2012 wurden sie zurückgezahlt. In der Corona-Schieflage konnte man zuletzt 2021 Genussscheine beim FC zeichnen. Der FC verhandelte dabei jeden Vertragsabschluss individuell, was Höhe, Laufzeit und Rückzahlungstermine anging.

Transparenz gab und gibt es nicht, es ist also nicht namentlich bekannt, wer dem FC Geld gibt und ob Geldgeber in Gremien sitzen. EXPRESS.de fragte bei Kölns Finanzgeschäftsführer Philipp Türoff (50) nach. Er sagte zur Thematik: „Wir stehen für einen FC als verlässlicher und seriöser Geschäftspartner und dazu gehört auch eine angemessene Vertraulichkeit.“

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