Sebastiaan Bornauw kommt bei Leeds United auf wenige Einsätze. Ausgerechnet in der Transfer-Phase darf er auf einmal spielen. Wie geht es nun weiter?
Kölner Wunschspieler„Vergiftetes Geschenk“ – aber neue FC-Chance?

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Sebastian Bornauw erlebt in Leeds derzeit ein Wechselbad der Gefühle.
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Achterbahnfahrt für Sebastiaan Bornauw. Der ehemalige Profi des 1. FC Köln, der zuletzt als Lösung für die Abwehrnot der Kölner ausgemacht wurde, erlebt bei Leeds United in diesen Wochen ein Auf und Ab.
Unter dem früheren Gladbach-Trainer Daniel Farke war Bornauw über weite Teile der Saison außen vor. Deshalb galt er als Abgangskandidat im Winter, ein Leihgeschäft mit dem 1. FC Köln stand offenbar schon kurz vor dem Abschluss.
Bornauw bei Leeds zurück auf der Ersatzbank
Doch dann die Kehrtwende. Wegen einer Verletzung von Joe Rodon stand der Belgier zum Jahresauftakt beim FC Liverpool (0:0) plötzlich in der Startelf – zum allerersten Mal in dieser Saison. Auch drei Tage später gegen Manchester United (1:1) durfte Bornauw von Beginn an ran. Farke lobte die Leistungen des Ex-Bundesliga-Profis, die Hoffnungen der FC-Bosse auf einen Leih-Transfer schienen sich zerschlagen zu haben.
Doch nun hat sich das Blatt erneut gewendet. Am Mittwochabend musste Bornauw im Spiel bei Newcastle United wieder auf der Bank Platz nehmen. Erst kurz vor Schluss (90.+7) kam er ins Spiel und erlebte damit den bitteren Gegentreffer zum 3:4 auf dem Platz (90.+12).
„Ich bin mehr als stolz“, sagte Farke nach dem Spiel. „Das war eine späte, herzzerreißende Enttäuschung für die Jungs.“
Doch was bedeutet die Rückkehr auf die Bank für Bornauw? Der wieder genesene Rodon ist gesetzt, dasselbe gilt für Pascal Struijk. Bornauw konkurriert mit Jaka Bijol um Spielzeit. Zudem zeigt Leeds Interesse an Danilho Doekhi von Union Berlin.
„Warum es nicht unbedingt gute Nachrichten für Bornauw sind, dass er bei Leeds plötzlich spielen darf“, titelte die belgische Zeitung „GVA“ zuletzt und erklärte: Durch seine guten Leistungen bei den beiden Startelf-Einsätzen habe sich Bornauw womöglich ins eigene Fleisch geschnitten, da sein angestrebter Wechsel dadurch unwahrscheinlicher geworden sei.
„Voetbalkrant“ bezeichnete Bornauws Startelf-Einsätze wegen des ungünstigen Timings gar als „vergiftetes Geschenk“. Doch im eng getakteten englischen Kalender dürfte Bornauw innerhalb der nächsten Wochen schnell merken, woran er ist. Und seine Wechsel-Ambitionen bestehen weiterhin, ebenso das Interesse an einer Rückkehr nach Köln.
Beim FC soll man die Hoffnungen auf einen Transfer daher noch nicht ad acta gelegt haben. In der Defensive hat das Team große Verletzungssorgen. Ob der von Manchester City verpflichtete Jahmai Simpson-Pusey (20), der in der ersten Saisonhälfte bei seiner Leihstation Celtic Glasgow so gut wie gar nicht gespielt hat, als Soforthilfe funktioniert, ist zumindest fraglich. Köln will einen gestandenen Innenverteidiger.
FC-Vizepräsident Ulf Sobek deutete im Trainingslager an, dass die Planungen noch nicht abgeschlossen sind. „Ich gehe nicht davon aus, dass wir bis Heidenheim noch weitere Spieler aus dem Hut zaubern werden. Es ist unheimlich schwer, im Winter Spieler zu holen. Wir haben aber noch bis Ende Januar Zeit zu handeln“, sagte er im EXPRESS.de-Interview. „Da bieten sich oft nochmal Optionen, die aktuell noch gar nicht bestehen. Ob der Bedarf dann gedeckt ist, müssen der Trainer und der Sportdirektor entscheiden.“
