Beim 1. FC Köln hat der neue Sportchef Thomas Kessler (44) sein zweites Transferfenster hinter sich. Im Winter hat der 40-Jährige noch zweimal zugeschlagen. Man darf den Hut ziehen. Ein Kommentar:
FC-KommentarKesslers erster Transfer-Winter: Keine Rutschpartie auf der Resterampe
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Beim Thema Wintertransfers rümpfen viele FC-Fans völlig zurecht die Nase! Ohne ihm zu nahe zu treten: Lilian Laslandes war 2001/02 wohl die größte Graupe, die der FC im Winter ans Geißbockheim lotste.
Immerhin: Nach sieben Einsätzen ohne Tor hatte sich der Franzose den wohl lustigsten aller FC-Spitznamen gesichert: Lilian Laslandesliga. Herrlich – wenn der Kölner keinen Spaß hat, macht er sich selber welchen.
Die Liste der Winter-Flops beim 1. FC Köln ist lang
In die Liste der Winter-Flops reihen sich davor und danach noch viele Spieler ein: Der Georgier Rewas Arweladse wurde nach einem guten Hallenturnier geholt, schlug genauso wenig ein wie Fabio Luciano, Chong Tese, Stefan Maierhofer, Deyverson und in jüngster Vergangenheit Jusuf Gazibegovic oder Imad Rondic.
Wintertransfers beim 1. FC Köln – das war jahrzehntelang ein Mix aus Aktionismus, wilder Rodel-Rutschpartie auf der Resterampe und Schneeballschlacht mit verbundenen Augen. Treffer gab es selten. Den FC-Fans stellten sich schon allein beim Wort Wintertransfers die Nackenhaare auf.
Doch jetzt ist Thomas Kessler am Ruder, neuerdings sogar als Sport-Geschäftsführer. Der 40-Jährige hat schon im Sommer Konkurrenz, Experten und die eigene Anhängerschaft mit seinen Kochkünsten überzeugt. Doch viele waren noch skeptisch: Wie schlägt sich Kessler im Winter?
Nach der Verletzungsseuche inklusive Ergebniskrise zum Ende des Jahres 2025 war schnell klar, dass der FC nachjustieren muss. Kessler hatte seine Fühler ausgestreckt, war durchaus bereit, ein paar Millionen Euro in die Hand zu nehmen. Die klare Devise war jedoch: keine verrückten Sachen machen!
Kessler holte schließlich mit Jahmai Simpson-Pusey (20) einen Verteidiger von Manchester City. Dieser konnte in den ersten drei Einsätzen bereits voll überzeugen. Leider folgte eine muskuläre Verletzung. Doch weil andere Verteidiger wie Rav van den Berg oder Joel Schmied wieder fit wurden, richtete Kessler sein Auge auf eine weitere Kaderschwäche beim FC: das zentrale Mittelfeld. Hier hakt es vor allem im Spiel nach vorne. Gefunden wurde Bayern-Talent Felipe Chávez (18).
Zwei Top-Talente mit Perspektive, einer 18, der andere 20. Beide sind erstmal ausgeliehen. Bei beiden hat der FC eine Kaufoption im Sommer, der abgebende Verein jeweils eine Rückkaufoption. So gehen Wintertransfers mit Sinn und Verstand! Keine wilde Rutschpartie auf der Resterampe, kein Aktionismus, keine blinde Schneeballschlacht.
Kessler kocht auch im Winter – und zwar mit viel Gefühl. Dass beide Jungs als Top-Transfers in die FC-Geschichte eingehen, erwartet kein Fan. Aber sie können eben auch keine Flop-Transfers werden. Sollte es nicht passen, endet die Leihe im Sommer.
Und eins ist beim Blick in die Vergangenheit definitiv klar: Die Kölner Fans haben mehr Spaß an jungen, wilden Talenten, als an abgehalfterten Profis von der Resterampe. In diesem Sinne: Herzlich willkommen in Köln, Jahmai und Felipe! Habt Spaß und nutzt eure Chance!



