Präsident Wolf über Sportboss-Suche & Wehrle Holt der FC mehr als einen neuen Geschäftsführer?

Werner Wolf und Alexander Wehrle stehen beim Bundesliga-Spiel 1. FC Köln gegen RB Leipzig auf der Tribüne.

FC-Präsident Werner Wolf (l.) und Geschäftsführer Alexander Wehrle beim Heimspiel gegen RB Leipzig am 18. September 2021

Werner Wolf, Präsident des 1. FC Köln, spricht im zweiten Teil des EXPRESS.de-Interviews über die Zukunft seines Vorstandtrios, Alexander Wehrle und die Sportchef-Suche.

Köln. Seit September 2019 ist Dr. Werner Wolf (65) Präsident des 1. FC Köln – zwei stürmische Jahre mit Entlassungen, ständigem Kampf um den Klassenerhalt und Corona-Sorgen. Nun entsteht unter Steffen Baumgart (49) eine neue Euphorie, die Hoffnungen auf bessere Zeiten weckt. EXPRESS.de traf Klub-Oberhaupt Wolf zum Exklusiv-Interview über den Trainer, die Mitgliederversammlung im November und wegweisende Personal-Entscheidungen in der FC-Chefetage. Lesen Sie hier den zweiten Teil.

Werner Wolf will beim 1. FC Köln mit Eckhard Sauren und Carsten Wettich weitermachen

Werner Wolf, laut Satzung wird der Mitgliederrat im kommenden Jahr wieder ein Vorstandstrio vorschlagen. Wollen Sie, Eckhard Sauren und Carsten Wettich definitiv weitermachen?

Wolf: Ja, das wollen wir. Ich bin der Meinung, dass man mindestens zwei Wahlperioden braucht, um Dinge umzusetzen und in Fluss zu bringen. Wir sind durch Corona daran gehindert worden, uns fehlen quasi anderthalb bis zwei Jahre. Unser großes Ziel ist es nun, unseren FC-Matchplan ins Laufen zu bringen. Derzeit sind verschiedene Arbeitsgruppen dabei, die Inhalte hier am Geißbockheim zu implementieren.

Ein Punkt des Matchplans ist die Internationalisierung. Diese wurde mit der Japan-Kooperation angestoßen. Wie geht es weiter?

Wolf: Wir freuen uns, dass uns der Abschluss mit Hiroshima gelungen ist. Es gibt diverse Pläne für die Zusammenarbeit. Die reichen vom gemeinsamen Scouting über Trainer-Ausbildungen bis hin zu Trainingslagern. Japan ist ein großer Absatzmarkt für uns. Die Marke FC ist im Ausland bekannt. Ein Ziel ist es daher auch, internationale Sponsoren zu finden. Die Erwartung ist nicht, dass wir von Tag eins an Millionen machen. Die Erwartung ist, dass wir das über fünf, sechs Jahre systematisch aufbauen. Am Ende soll unter dem Strich aber eine Summe X herauskommen, die wir dann in den Sport investieren.

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Auch Lukas Podolski soll eingebunden werden.

Wolf: Wir haben uns unterhalten. Im Moment spielt er noch Fußball, er hat sich einen Traum verwirklicht und ist zu seinem Heimatverein in Polen gewechselt. Darauf liegt sein Fokus aktuell. Er weiß aber, dass wir mit ihm zusammenarbeiten wollen, sobald er Zeit und Lust dazu hat.

Werner Wolf: Neuer Sportchef wäre schönes Weihnachtsgeschenk

Im Hintergrund läuft die Suche nach einem neuen Sportchef. Kommen Sie der Entscheidung näher?

Wolf: Die Verantwortung liegt bei Vizepräsident Eckhard Sauren und dem sportlich Verantwortlichen Jörg Jakobs. Die beiden führen Gespräche. Ich kann sagen: Nach der Erfahrung der vergangenen Jahre haben wir uns fest vorgenommen, solch eine Entscheidung in Ruhe und ohne Zeitdruck zu treffen. Wenn wir bis Weihnachten einen Sportchef finden, wäre das ein schönes Geschenk, aber wir haben keine Eile.

Nach unseren Informationen denkt der Klub darüber nach, die Geschäftsführer-Struktur zu ändern, und neben Alexander Wehrle und dem neuen Sportchef noch einen weiteren kaufmännischen Geschäftsführer zu engagieren. Was sagen Sie dazu?

Wolf: Im Rahmen unserer Strategie gibt es auch Überlegungen, wie wir den Club künftig noch besser strukturieren. Fakt ist: Die Aufgaben und das Team am Geißbockheim sind in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Es gab schon vor unserer Zeit Überlegungen von Alexander Wehrle, wie sich die Organisation an das Wachstum anpassen kann. Daran knüpfen wir an, gehen aber nun Schritt für Schritt vor. Oberste Priorität hat die Suche nach einem Geschäftsführer Sport.

FC-Präsident Werner Wolf spricht beim EXPRESS-Termin im Geißbockheim.

FC-Präsident Werner Wolf spricht beim EXPRESS-Termin im Geißbockheim.

Der VfB Stuttgart sucht einen neuen Vorstandschef. Fürchten Sie eine neue Anfrage für Alexander Wehrle?

Wolf: Wenn man jemanden wie Alexander Wehrle auf der Gehaltsliste hat, muss man täglich mit Anfragen rechnen. Es wäre naiv zu glauben, dass sich andere Vereine nicht mit ihm beschäftigen.

Gibt es bereits Bemühungen, Wehrles Vertrag zu verlängern?

Wolf: Er hat einen langfristigen Vertrag bis 2023 beim FC. Im Moment sind wir in einem guten Fahrwasser. Wir haben eine vertrauensvolle und konstruktive Beziehung.

Wird Jörg Jakobs ins Kompetenzteam Sport zurückkehren, wenn ein neuer Sportchef da ist?

Wolf: Das ist beschlossene Sache. Er wird nicht – wie zwischenzeitlich kolportiert – Assistent unseres neuen Sport-Geschäftsführers, sondern bleibt an der Sporthochschule. Das passt zu ihm, das ist genau sein Ding. Darüber hinaus bleibt er mit Erich Rutemöller in unserem Kompetenzteam. Darüber bin ich sehr froh, weil ich diese Expertise sehr schätze.

Aktuell unterstützen ihn Thomas Kessler und Lukas Berg. Wie erleben Sie die beiden neuen Leiter des Lizenzbereichs?

Wolf: Die Idee, die Aufgaben in diesem Bereich neu aufzuteilen, bewährt sich. Mit beiden sind wir sehr zufrieden. Es war auch eine gute Entscheidung, dass sich Kess und Lukas dazu entschlossen haben, zusammen in ein Büro zu ziehen, sie sind im ständigen Austausch – das funktioniert hervorragend.

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