Express · Community

Kommentare · 0

Zum Inhalt springen

Mitten im Kwartier LatängFrecher Spruch inklusive: FC-Idol Poldi trifft El Malas

Lukas Podolski trifft in Köln auf Said und Malek El Mala

Copyright: Instagram/ Tobias Budde

Lukas Podolski am Montag im Gespräch mit Malek und Said El Mala.

Einen Tag nach seinem Premieren-Treffer in der Bundesliga hat Malek El Mala gemeinsam mit seinem Bruder Lukas Podolski in Köln getroffen.

Ein Weltmeister und zwei Brüder mitten im Kwartier Latäng: FC-Ikone Lukas Podolski (41) hat sich am Montag mit Said (20) und Malek El Mala (21) zu einem privaten Austausch getroffen.

Ganz locker, im Kölner Studentenviertel. Gesprochen worden sein dürfte über Vergangenes, mehr aber noch über das, was gerade los ist. Vor allem über Maleks Profi-Debüt für den FC am vergangenen Sonntag. Denn das krönte er direkt mit einem Tor: Nach einer Hereingabe seines Bruders traf er zum Ausgleich gegen Union Berlin.

Erneutes England-Interesse an Said El Mala

„Habt ihr den kurzfristig mit reingenommen, weil er ein Tor gemacht hat, oder was?“, scherzte Podolski vor der herzlichen Begrüßung der beiden Brüder mit einem frechen Spruch in Richtung des Debütanten.

Vielleicht ging es aber auch um die Zukunft, ganz unverbindlich. Wie lebt und arbeitet es sich im englischen Fußballoberhaus? Podolski weiß das aus eigener Erfahrung: Von 2012 bis 2015 lief er erfolgreich für den FC Arsenal in London auf. Und ein Wechsel in die Premier League bleibt ein heißes Thema, ganz besonders bei Said El Mala.

Einer der Interessenten lässt nämlich nicht locker. Brighton & Hove Albion, Erstligist von der englischen Südküste, bereitet nach Informationen von „Sky“ einen neuen Anlauf vor, um die beiden Kölner Talente zu holen. Auch eigene Recherchen decken sich mit diesen Berichten.

Das Interesse der „Seagulls“ unter dem deutschen Trainer Fabian Hürzeler ist nie erloschen. Aktuell ist Brighton das Überraschungsteam der Premier League, steht auf Rang drei und könnte sich unter Hürzeler weiter zu einem Spitzenklub entwickeln.

Im kommenden Winterfenster steht ein Vorstoß derzeit nicht auf der Agenda. Im Sommer 2027 aber könnte der Poker neu beginnen. Bis dahin hat Brighton vor allem Said El Mala genau im Blick: Regelmäßig sitzen Scouts des englischen Klubs bei Spielen des 1. FC Köln auf der Tribüne.

Und auch Malek El Mala wird für die Engländer immer interessanter. Erst recht, wenn er bei den FC-Profis weiter so erfolgreich mitmischt.

Poldi und Said El Mala: Der Draht zwischen den beiden Zehnern ist eng

Dass Podolski und die El-Mala-Brüder sich verstehen, ist offenbar kein Geheimnis. Zuletzt hatten sie vermehrt Kontakt. Schon als Said El Mala Ende August in Köln seinen Vertrag verlängerte, waren der Weltmeister von 2014 und der neue Nationalspieler des 1. FC Köln in engem Austausch. Kaum war die Einigung beschlossen, klingelte das Handy: Podolski meldete sich per Videoanruf.

Der 20-Jährige saß da mit seiner Familie noch im Büro von Sportchef Thomas Kessler am Geißbockheim. Poldi, der nach seinem Karriereende inzwischen Klubbesitzer des polnischen Traditionsklubs Górnik Zabrze ist, gratulierte herzlich. Und er scherzte: Sein Klub habe leider nicht das nötige Geld gehabt, um ihn zu verpflichten. Zugleich wünschte er dem Toptalent viel Erfolg mit der „Zehn“.

Die trägt Said El Mala seit Beginn der neuen Saison statt der 13 auf dem Rücken. Seit Podolskis Abschied im Jahr 2012 hatte kein FC-Profi mehr diese Nummer, El Mala ist der erste. Der Kölner Ex-Star hatte zugestimmt. Er hält viel von dem Jungen und schwärmt von dessen Spielweise: „Der Junge macht Spaß, ist unbekümmert.“

Auch bei der großen Werbekampagne, die der FC direkt nach El Malas Unterschrift im Kölner Stadtgebiet startete, war Podolski dabei. Der Slogan: „Die 13 geht, die 10 bleibt“. Gemeinsam mit Said El Mala drehte er Videos, zusammen standen sie für Fotos vor der Kamera. Nicht wenige erkennen in Said El Mala und seiner Art auf und neben dem Platz den jungen Podolski von einst wieder.

Für den 1. FC Köln hat es sich sportlich als großer Gewinn erwiesen, dass die Brüder im Sommer geblieben sind. Bei Union schrieben die El Malas sogar Vereinsgeschichte. Zuletzt standen vor rund 40 Jahren mit Klaus und Thomas Allofs zwei Brüder für den FC gemeinsam in der Bundesliga auf dem Platz.

Malek El Mala verbessert England-Chancen mit Profi-Einsätzen

Said ist mit vier Toren in neun Saisonspielen längst als Leistungsträger gesetzt, im Oktober feierte er unter Bundestrainer Jürgen Klopp sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft. Jetzt rückt auch Malek ins Rampenlicht. Und genau das könnte für ihn mit Blick auf eine spätere Karriere im Ausland entscheidend werden.

Jeder weitere Einsatz bei den FC-Profis in der Bundesliga kann seine Chancen auf eine britische Arbeitserlaubnis verbessern. Ob und wie viele Punkte er dabei sammelt, hängt von den geltenden Kriterien der Football Association ab. Sollten die „Seagulls“ im kommenden Sommer ernst machen, könnten Maleks wachsende Spielminuten die Hürden in England senken.

Zum Thema wurden diese bürokratischen Hürden überhaupt erst durch den Transferpoker im vergangenen Sommer. Schlagartig rückten die El-Mala-Brüder damals in den Fokus des internationalen Marktes.

Vor allem der jüngere Said stand bei zahlreichen nationalen und internationalen Spitzenklubs auf dem Wunschzettel. Borussia Dortmund, RB Leipzig und der FC Brentford intensivierten unter anderem ihr Interesse.

Nachdem ein Wechsel zum BVB geplatzt war, verlängerten die Brüder im August ihre Verträge beim FC bis zum 30. Juni 2031 – wieder ohne Ausstiegsklausel. Das stärkt die Verhandlungsposition des 1. FC Köln für einen möglichen neuen Transferpoker noch weiter. (red)