Die Mutter der Brüder Said und Malek El Mala hat die Karrieren ihrer Söhne fest im Griff. Während am Geißbockheim der Starrummel tobt, regeln die beiden in ihrer Ehrenfelder WG ihren Alltag selbst.
FC-Brüder trumpfen aufEndlich jubeln sie gemeinsam: So ticken die El Malas

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Erstmals gemeinsam für die FC-Profis jubeln: Said und sein Bruder Malek El Mala freuen sich nach dem Treffer zum 1:1 gegen Union Berlin.
Seit dem Tor von Malek El Mala gegen Union Berlin ist die Geschichte der Brüder beim 1. FC Köln noch größer geworden. Zum ersten Mal seit den Allofs-Brüdern in der Saison 1986/87 stehen wieder zwei Brüder gemeinsam für den FC auf dem Platz.
Der 21-jährige Malek erzielte im Bundesliga-Debüt den Ausgleich, nachdem sein Bruder Said den Treffer vorbereitet hatte. Der Linksaußen Said gilt längst als Liebling der Fans und wird mit Lukas Podolski verglichen, und nun ist sein älterer Bruder dazugekommen.
Nach Said kommt auch Malek beim FC in Fahrt: So ticken die El Malas
Das Familienunternehmen El Mala: Vom Empfang einer Zahnarztpraxis in die Chefetagen des Profifußballs – Sabrina El Malas Weg war zuletzt beinahe so aufregend wie der ihrer Söhne. Als der FC Brentford im Sommer 2026 eine feste Ablöse von 50 Millionen Euro bot, legte die Mutter ihr Veto ein. Sie gilt am Geißbockheim als resolute Verhandlerin, die die Familie zusammenhält. Um die geschäftliche Zukunft ihrer Söhne unabhängig von Agenturen zu gestalten, gründete sie im Februar 2026 die „El Mala Vermögensverwaltungs KG“ mit Sitz in Krefeld. Mit ihrem Mann Mohammed lenkt sie seither die Karrieren der Söhne. „Auch für meine Eltern ist alles neu. Sie sind immer noch nervös, wenn mich Leute auf der Straße ansprechen“, berichtete Said El Mala. Die Kölner Verhandlungsführer mussten lernen, dass die Eltern die Entscheidungen treffen. Trotz des Interesses europäischer Klubs bleibt die Familie bodenständig. Dass Said El Mala die Prinzipien verinnerlicht hat, zeigt er, wenn er über die eigene Einstellung spricht: „Meine Eltern haben mir früh mitgegeben, dass ich für meine Träume hart arbeiten muss. Ich soll ruhig und demütig bleiben und das Drumherum ausblenden.“
Die Wohngemeinschaft: Während der Starrummel am Geißbockheim die Schlagzeilen bestimmt, regeln die Brüder ihren Alltag in ihrer Ehrenfelder WG selbst. Der Linksaußen und der Mittelstürmer teilen den Freundeskreis und die Herausforderungen des Profilebens. „Wir reden täglich miteinander, wohnen zusammen, haben die gleichen Freunde. Wir haben eine besonders starke Bindung“, sagt der 20-jährige Said. Auch die häuslichen Pflichten teilen sich die beiden: „Wenn ich zum Beispiel die Waschmaschine anmache, räumt Malek sie aus. Wenn ich staubsauge, macht er es beim nächsten Mal. Es ist ein Geben und Nehmen.“ Als die Verhandlungen ihm im Sommer schlaflose Nächte bereiteten, gab ihm der ältere Bruder im Alltag Orientierung. „Malek ist mein Anker, ich kann immer zu ihm gehen“, erklärt der Stürmer.
Der Moment von Köpenick: Gegen Union Berlin an der Alten Försterei lag der 1. FC Köln 0:1 zurück, ehe Trainer René Wagner in der 72. Minute die Brüder zum ersten Mal gemeinsam auf den Platz brachte. Sieben Minuten später traf Malek El Mala bei seinem Bundesliga-Debüt. Castro-Montes verlängerte einen Pass von Said El Mala an den zweiten Pfosten, wo der eingewechselte Debütant den Ball in der 79. Minute zum 1:1-Endstand über die Linie drückte. Nach dem Spiel sagte Said El Mala: „Wir glauben aneinander und unterstützen uns bedingungslos.“ Nach dem Abpfiff gingen die Brüder Arm in Arm durch die Mixed Zone der Alten Försterei. „Es hat sich angefühlt, als wäre es mein Tor“, sagte Said über den Treffer seines Bruders.
Gladbach sortiert Said El Mala aus: 2021 sortierten die Nachwuchsverantwortlichen von Borussia Mönchengladbach Said El Mala aus. Sie trauten dem damals 14-Jährigen den Sprung in den Leistungsbereich körperlich nicht zu. Der Ausschluss traf ihn unerwartet: „Es war nicht so leicht, das zu verarbeiten: einfach raus. Da fragst du dich als 14-Jähriger: Was habe ich falsch gemacht?“ Beim TSV Meerbusch fand Said El Mala mit seinem Bruder die Freude am Spiel wieder. „Ohne meinen Bruder hätte ich damals aufgehört“, sagt Said El Mala. Der Durchbruch gelang schließlich in der U19 von Viktoria Köln unter Jugendtrainer Marian Wilhelm. In Höhenberg reiften die Brüder zu Profis. Trotz einer Transfersperre verpflichteten die Geißböcke die Krefelder Talente, ließen sie aber noch ein Jahr in der Dritten Liga.

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(v.l.) Sabrina El Mala , Mutter von Said El Mala, lSohn Malek El Mala und Vater Mohamed El Mala auf der Tribüne des 1. FC Köln
Das Taktikprojekt: Nach dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach staunte Mittelfeldspieler Tom Krauß über die Physis, die Said El Mala auf den Platz bringt. Mit 35 km/h und mehr sprintete der Linksaußen in die gegnerischen Reihen. Weil die gelernten Mittelstürmer Thijs Dallinga und Ragnar Ache zuletzt ausfielen, entschied sich der Trainer, Said im Zentrum taktisch weiterzuentwickeln. Der gelernte Außenbahnspieler soll seine Position verlassen, das Sturmzentrum besetzen und von dort in die Halbräume ausweichen. René Wagner erklärt den Kniff so: „Wenn er außen glatt verteidigt werden kann, hat er schon mal Probleme, weil er oft gegen zwei Gegner spielen muss, weil er gedoppelt wird. Wenn er aber aus dem Zentrum nach außen schwimmen kann, findet er eher mal einen Moment, wo er frei wird.“
Ein Trikot für den Hähnchenkönig: Das Lächeln des Offensivstars auf den Fotos von der Eröffnung beim Kölner Hähnchenkönig Nhas Chicken zeigt das Interesse an der lokalen Gastronomie; die El Malas stellen sie immer wieder in den Sozialen Netzwerken vor. Zur Einweihung der Filiale in der Breite Straße kamen zahlreiche Besucher, auch Said El Mala stand auf der Gästeliste. Als Geschenk überreichte der Angreifer dem Gründer Omar Nhas ein signiertes Trikot des 1. FC Köln. Trotz des Rummels und der Warteschlangen vor dem Lokal bleiben die Brüder nahbar.
Der Entdecker: Marian Wilhelm gilt als Förderer der Krefelder Brüder. Als die Talente, die Gladbach aussortiert hatte, beim TSV Meerbusch spielten, erkannte der damalige U19-Trainer der Viktoria ihr Potenzial. Er überzeugte die Verantwortlichen in Höhenberg im Sommer 2023, die Geschwister zu verpflichten. „Die Viktoria war der einzige Verein, der in uns etwas gesehen hat“, erinnert sich Said El Mala an den Impuls des Nachwuchsförderers. Wilhelm (38), der sich im Verein von der U10 bis zum Trainer der Profis hochgearbeitet hat, bewies ein Gespür für die Positionierung. Es dauerte einige Trainingseinheiten, bis dem Trainer auffiel, dass er mit Malek El Mala einen Angreifer und keinen Defensivspieler verpflichtet hatte. (red)

