Beim 1. FC Köln haben die El Malas beim 1:1 in Berlin ihr Brüder-Debüt gefeiert. Malek traf dabei gleich zum wichtigen Ausgleich. Da werden Erinnerungen an Thomas und Klaus Allofs wach. Wir sprachen mit Klaus.
„Kommt nicht mal im Kleinsten auf“El-Mala-Hype! Allofs über Brüder-Phänomen beim FC

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Die Brüder Klaus (li.) und Thomas Allofs (beide 1. FC Köln) im Juli 1986 am Geißbockheim.

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Diese pure Freude wird man beim 1. FC Köln wohl nie vergessen. Als Malek El Mala (21) in seinem ersten Einsatz für die Profis gleich wenige Minuten nach seiner Einwechslung zum 1:1 bei Union Berlin (1. November 2026) traf, wusste er gar nicht, wohin mit seinen Emotionen.
Zunächst rannten einige Mitspieler auf ihn zu, Sekunden später fand er dann seinen jüngeren Bruder Said (20). Der war am Ausgleich beteiligt, brachte die Flanke rein, die Alessio Castro-Montes noch entscheidend verlängerte. Malek hielt dann den Fuß rein. Ein historischer FC-Moment für die Geschichtsbücher. Da werden Erinnerungen an Klaus (69) und Thomas Allofs (66) wach!
El Malas auf den Spuren der legendären Allofs-Brüder
1986 stürmten die beiden Allofs-Brüder für den 1. FC Köln. Klaus Allofs erinnert sich im Gespräch mit unserer Redaktion: „Zusammen mit dem Bruder in einem Verein zu spielen, ist natürlich das Höchste der Gefühle, das Optimale!“
Er weiß, dass der Konkurrenzkampf und der Zusammenhalt unter Brüdern eine ganz spezielle Note hat: „Wenn man mit seinem Bruder zusammenspielt, beflügelt das enorm. Neid oder Missgunst gibt es nicht, kommt nicht mal im Kleinsten auf. Aber der gesunde Konkurrenzkampf unter Brüdern treibt an. Im Training waren wir untereinander weniger rücksichtsvoll und kompromissloser, als mit anderen Mitspielern. Wenn es jedoch hart auf hart kam, haben wir zusammengehalten.“
Wer zwei Söhne in der Familie hat, weiß, wie groß die Rivalität untereinander ist, aber eben auch der Zusammenhalt. Klaus ist drei Jahre älter als Thomas – auch für die Eltern war es eine besondere Situation, zwei talentierte Jungs zu haben und sie zu fördern.
„Unsere Eltern wollten uns beide optimal begleiten. Als ich die ersten Schritte gegangen war, wünschten sich meine Eltern das auch für den zweiten Sohn. Das dürfen natürlich keine Fantasien sein. Aber Thomas hatte dann auch eine herausragende Qualität, und wenn sich diese Wünsche dann erfüllen, ist es für die gesamte Familie besonders. Für Eltern ist es auch prima, dass sie sich nicht mehr aufteilen müssen, wenn beide Jungs in einem Verein spielen“, lacht Klaus Allofs.
Bei den El Malas ist die Situation jetzt etwas anders. Said hat als jüngerer Bruder vorgelegt, Malek will jetzt nachziehen. Der Anfang ist gemacht. Allofs freut sich mit den beiden: „Said war beteiligt beim Treffer von Malek – etwas Schöneres kannst du dir ja gar nicht vorstellen.“
Ob die beiden Brüder künftig für weitere Glücksmomente beim 1. FC Köln sorgen? Allofs glaubt daran: „Said ist ein außergewöhnlicher Fußballer, darauf können sich alle freuen. Malek kenne ich nicht so gut, aber die Voraussetzungen sind da. Es ist manchmal nicht einfach, sich in einer neuen Gruppe zurechtzufinden. Wenn da mit Said jetzt schon ein Anker bei den Profis ist, der ein Standing im Team hat, dann kann das für Malek nur hilfreich sein.“
Doch Klaus Allofs weiß auch: „Malek muss seinen eigenen Weg gehen. Einen erfolgreichen Bruder zu haben, hat nicht nur Vorteile, man wird immer an ihm gemessen. Dann heißt es: ‚Ist er wirklich so gut?‘ Oder: ‚Der andere ist doch besser, siehst du!‘ Der Druck ist also da. Das war bei Thomas und mir auch so.“
Bei aller Freude, die Klaus und Thomas beim 1. FC Köln hatten, gibt es auch schmerzhafte Erinnerungen. Klaus erinnert sich: „Wir hatten damals in Köln eine tolle Mannschaft beisammen. In der Saison hatten wir die Chance, Meister zu werden. Doch dann verletzte sich Thomas schwer und unser gutes Zusammenspiel wurde jäh unterbrochen.“
Im November 1986 zog sich Thomas einen Kreuzbandriss zu. Nach der Saison wechselte Klaus Allofs zu Olympique Marseille, Thomas kämpfte sich beim FC zurück und wurde 1989 Torschützenkönig der Bundesliga (mit 17 Toren). 1985 war Klaus mit 26 Treffern Torschützenkönig im FC-Trikot geworden.
Gemeinsam schrieben die Allofs-Brüder Geschichte, sind bis heute die beiden Brüder mit den meisten Bundesligaeinsätzen (802). Klaus kam auf 424 Spiele, Thomas auf 378 Spiele. Für den FC absolvierte Klaus insgesamt 220 Partien mit 120 Treffern, Thomas kam auf 82 Spiele mit 37 Toren. Jetzt wollen die El Malas in ihre großen Fußstapfen treten.

