Der 1. FC Köln kam gegen Aufsteiger Schalke 04 nicht über ein 0:0 hinaus. Schon während der Partie äußerten viele Fans ihren Unmut. Vor allem die Wechsel von Trainer René Wagner stehen in der Kritik.
Mutloses 0:0Kritik an FC‑Wechseln – Moore war Wagner zu gefährlich

In der zweiten Halbzeit gingen dem 1. FC Köln erneut die Ideen und die Puste aus. Gegen Schalke 04 konnten kaum noch Torchancen herausgespielt werden. So blieb es am Ende bei einem trostlosen 0:0 daheim.
Nach dem Spiel war der Frust entsprechend groß. In der Kritik stehen vor allem die Wechsel von FC-Trainer Rene Wagner (38). Nach 68 Minuten nahm er England-Juwel Mikey Moore runter und brachte Luca Waldschmidt (30). Da gab es erste Pfiffe und Wagner-Raus-Rufe von den Rängen im Rhein-Energie-Stadion.
FC-Trainer Wagner erklärt Moore-Wechsel
Moore hatte zwar keine überragende erste Halbzeit gespielt, aber im zweiten Abschnitt zählte er zu den Aktivposten. Der 19-Jährige wagte wenigstens mal etwas. Doch in der entscheidenden Phase war Schluss für ihn – und das FC-Spiel wurde gegen arg dezimierte Schalker noch ideenloser. Nach den Kopfverletzungen von Gosens und El-Faouzi mussten die Schalker insgesamt auf acht Stammspieler verzichten.
FC-Legende Pierre Littbarski (68) war über die Wechsel genauso überrascht, wie Tausende Fans: „Man muss natürlich jetzt mal auch den Finger in die Wunde legen, wenn der vielleicht beste Spieler Moore schon vorher ausgewechselt wird, obwohl er wirklich gute Aktionen hatte. Er sah auch noch einigermaßen frisch aus. Vielleicht waren die Computerdaten nicht ganz so top, aber der Junge hat gut gespielt und etwas bewegt.“
Der FC-Trainer sprach nach der Partie über diesen Wechsel und rechtfertigte die Entscheidung: „Mikey hat dann so drei, vier Aktionen, wo wir das Gefühl hatten, dass er uns da mit dem Risiko, dass er geht, den einen oder anderen Umschalter kosten kann. Er muss noch lernen, dass die Balance im letzten Drittel da sein muss. Dass er vielleicht den Ball mal noch einmal zum Mitspieler bekommt, damit wir uns da auch festsetzen können und wir nicht nach diesen Einzelaktionen immer wieder in Umschalter laufen.“
Wagner hatte in den vergangenen Wochen immer wieder mutiges Auftreten angekündigt und von seinen Spielern eingefordert. Gegen Schalke verließ den Trainer dann selbst der Mut und er nahm Moore heraus. Am Ende war er mit dem 0:0 zufrieden. Erstmals kassierte der FC kein Gegentor unter ihm als Cheftrainer. Zu Waldschmidt sagte Wagner: „Wir dachten, mit Luca zwischen den Linien einen Spieler zu bringen, der auch gefährlich werden kann. Er weist das im Training auch jeden Tag nach, dass er da seine Stärken hat. Das war einfach der Wechsel, der für uns zu dem Zeitpunkt Sinn ergeben hat.“
Eure Noten für die FC-Profis gegen Schalke
Bewertet die Leistung der FC-Spieler beim 0:0 gegen Schalke.
Marvin Schwäbe
In der 80. Minute nahm Wagner dann auch noch den nächsten Youngster, der den Unterschied ausmachen kann, runter. Said El Mala (20) wurde durch Reigan Heskey (18) ersetzt. FC-Legende Litti kritisierte: „Auch ein El Mala wurde ausgewechselt, den ich ja nur runternehmen würde, wenn er zusammengebrochen wäre, und ich müsste ihn vom Platz ziehen. Ich nehme natürlich nicht die Spieler runter, die mir auch ein Spiel gewinnen können. Es geht ja nicht darum, dass alle Friede, Freude, Eierkuchen da ihre Spielzeit kriegen.“
El Mala selbst sagte hinterher: „Es war zu wenig. Jetzt stehen wir hier und ärgern uns über das Unentschieden. Ich verstehe, dass die Fans frustriert sind. Ich glaube, ich habe vorne viel Stress gemacht, habe viel gelauert, habe viel mit zwei Verteidigern gekämpft und versucht, so der Mannschaft zu helfen. Der Wechsel in der 80. war nicht abgesprochen. Und eigentlich sehe ich mich da (in der Schlussphase, Anm. d. Red.) auch. Aber wenn der Trainer sagt ‚Raus!‘, dann raus. Da gibt es nichts zu diskutieren.“
Das sehen Experten und Fans anders, sie diskutieren intensiv über die Wagner-Wechsel gegen harmlose Schalker. Mittelstürmer Malek El Mala (21) wurde gar nicht gebracht. Obwohl mit Dallinga, Ache und Rondic drei Angreifer verletzt fehlten.
