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„Nichts ist gut genug“Ex-Gladbach-Coach springt FC-Trainer zur Seite

Für Marco Rose scheint René Wagner beim 1. FC Köln schon abgeschrieben zu sein. Der Pokalsieg gegen Union dürfte dem FC-Trainer Luft verschaffen.

War das der Befreiungsschlag für den FC und Trainer René Wagner? Diese Frage beschäftigte die Kölner Anhängerschaft nach dem fulminanten 5:0-Erfolg im DFB-Pokal gegen Union Berlin.

Doch an anderer Stelle stellte sich auch die Frage, warum der Kölner Coach so früh in der Saison und trotz passabler Punkteausbeute überhaupt schon angezählt wurde.

Marco Rose über FC-Coach: „Das mit nach Hause zu nehmen, das ist schon ein Brett“

Der ehemalige Gladbach-Coach Marco Rose hat den kritischen Umgang mit Bundesliga-Trainern generell scharf kritisiert. Besonders deutlich wurde er im Fall René Wagner!

„Wenn ich jetzt mal den 1. FC Köln nehme, kann man fast schon sagen, der Trainer ist schon Geschichte. Ohne dass er es eigentlich verdient hat“, sagte der 50-Jährige bei RTL/Sky Sport. Rose arbeitet inzwischen beim englischen Erstligisten AFC Bournemouth, zuvor trainierte er Gladbach und Leipzig.

Rose betonte, dass der 38-jährige Coach offensichtlich alles gebe. Aber: „Nichts ist gut genug, und dann wird er ausgepfiffen, dann wird er angefeindet“, so Rose. „Das mit nach Hause zu nehmen, das ist schon ein Brett.“

In der Tat: Die Stimmung rund um den FC war in den vergangenen Wochen schlecht, der Frust in Köln greifbar. Das müde 0:0 gegen Schalke mündete in einem Pfeifkonzert von den Rängen und lautstarken „Wagner raus“-Rufen.

Der Pokal-Erfolg am Dienstagabend (27. Oktober) kam für die Gemüter am Geißbockheim jetzt zur rechten Zeit. Der FC gewann 5:0 gegen Union Berlin und zog ins Achtelfinale ein. Said El Mala traf doppelt und legte einen weiteren Treffer auf. Der Sieg dürfte Wagner bei Fans und Mannschaft wieder Kredit verschafft haben. Wie lange das trägt, erscheint vollkommen offen.

Rose ging in seinen Ausführungen aber noch weiter und forderte mehr Nachsicht im Umgang mit Trainern grundsätzlich. „Es ist ein privilegierter Job, aber es ist auch ein Job mit großem Druck“, so der 50-Jährige. Aus eigener Erfahrung sprach er ebenfalls: „Die letzten Monate in Leipzig haben mit mir schon auch was gemacht. Ich habe gekämpft. Ich habe wahrscheinlich auch ein Stück weit meine Leichtigkeit verloren.“

Auch bei RB Leipzig sieht Rose ein Problem. Im Fall Martin Demichelis habe er den Eindruck, „dass der Daumen gesenkt ist“. Für die Betroffenen sei das „natürlich kein angenehmes Gefühl“. Ob der Daumen beim Kölner Trainer indes tatsächlich schon gesenkt ist, ist nicht zu sagen. Der Kölner Kantersieg könnte ein Wendepunkt gewesen sein. (mit sid)