Steffen Freund schwärmt im „Doppelpass“ von Ragnar Aches Traumtor. Anschließend geht es aber wieder mal um die Rolle von Said El Mala.
„Finde ich nicht gut“El Mala statt Ache: „Doppelpass“ ignoriert Kwasniok-Wunsch
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Dieser Wunsch von Lukas Kwasniok (44) wurde nicht erfüllt! Der Trainer des 1. FC Köln hatte nach dem 2:2 gegen die TSG Hoffenheim wenig Lust, über Said El Mala (19) zu sprechen.
„Ich habe jeden Tag das Vergnügen, mich zu dem Thema zu äußern. Aber wenn jemand so ein Tor macht wie Ragnar Ache, dann würde ich einfach überall gerne die Headline lesen: ‚König der Lüfte‘. Es geht heute um den Punkt und um Ragnar Ache“, hatte Kwasniok nach dem Spiel gesagt.
Nache Ache-Tor: Im Doppelpass wird über El Mala diskutiert
Keine 24 Stunden später wurde im Sport1-„Doppelpass“ nach einer kurzen Lobhudelei auf Aches (27) spektakuläres Fallrückzieher-Tor aber trotzdem wieder über den Kölner Senkrechtstarter diskutiert.
„Sowas konnte ich nicht. Das ist einfach eine Freude, das zu sehen“, sagte der 1996er Europameister Steffen Freund (56) zunächst noch über Aches Genistreich. „Schau mal die Höhe, wo der den Ball trifft. Poah, das ist ja unglaublich. Da hätten wir uns hier alle das Bein gebrochen.“
WDR-Reporter und FC-Fan Sven Pistor (53) fühlte sich wie viele sofort an das Jahrhundert-Tor von Klaus Fischer (76) erinnert. „Das war natürlich ein Kunstwerk“, sagte er. Auch Fischer selbst staunte am Sonntag im Interview mit EXPRESS.de übrigens über das Ache-Tor.
Doch anschließend ging es dann doch um El Mala. Der hatte den Ache-Treffer schließlich vorbereitet und später selbst noch getroffen. „Wir waren nochmal bei El Mala gerade, ne? Der trifft doch auch dauernd, oder?“, fragte Moderator Thomas Helmer (60), der für den erkrankten Florian König (58) eingesprungen war, seinen Gast aus Köln. „Naja, der hat jetzt schon länger nicht getroffen, aber der hat das 2:2 gemacht“, klärte Pistor den ehemaligen Bayern-Star auf.

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Die Doppelpass-Runde mit Stefan Effenberg, Lena Cassel, Sven Pistor und Thomas Helmer.
Pistor kam anschließend auf die Dauerdiskussion in Köln zu sprechen: El Mala von Beginn an oder als Joker? „Warum lässt man ihn denn so wenig oder nicht immer von Anfang an spielen?“, hakte Helmer daraufhin nach.
Der WDR-Mann erklärte: „Also die Argumentation ist ja die, der kommt dann ab der 60. Minute, dann sind die Gegner vielleicht schon ein bisschen müde gespielt und dann hat er wahnsinnig viel Tempo und er dribbelt und er kann eben Spiele, wie in dem Fall, auch mitentscheiden.“ Die Fans aber wollten den 19-Jährigen immer von Beginn an sehen.
Helmer offenbar auch. „Das verstehe ich nicht, warum ein 19-Jähriger nicht immer von Anfang an spielen kann. Das ist meine persönliche Einschätzung“, sagte er. „Ich auch nicht, ehrlich gesagt“, pflichtete ihm Pistor bei.
Noch einen Schritt weiter ging Moderatorin und Podcasterin Lena Cassel (31). „Vor allen Dingen, es wird ihm ja auch gar nicht gerecht, zu sagen: Naja, der hat ja nur Tempo. Den bringen wir dann ab der 60. Das ist ein fantastischer Fußballer, der beste im Kader.“
Sie betonte: „Ich finde den Umgang mit Said El Mala gerade von Kwasniok nicht gut. Man hat da ein Paradebeispiel, wie Vincent Kompany das mit Lennart Karl gemacht hat. Der hat gesagt: Lenny, du sollst Spaß haben. Spiel und ab geht’s! Und dass man das nicht einfach in Richtung El Mala genauso machen kann, da habe ich ein bisschen Fragezeichen.“
Wenn man sich die nackten Zahlen anschaut, scheint sich der Umgang der beiden Trainer mit ihren Talenten allerdings gar nicht so kolossal zu unterscheiden. Karl (18) kommt in der Bundesliga auf elf Startelf-Einsätze, El Mala auf zehn.
Neunmal kam Karl als Joker, dreimal wurde er aber auch gar nicht eingewechselt. So schmorte er am Samstag beim 3:2-Sieg des FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt 90 Minuten lang auf der Bank – während El Mala als Startelfspieler mit einem Tor und einer Vorlage glänzte.
Der Kölner kam anders als Karl in allen 23 Bundesliga-Spielen seiner Mannschaft zum Einsatz, kommt neben seinen zehn Spielen von Beginn an auf 14 Joker-Einsätze. Karl durfte zudem in der Champions League fünfmal von Beginn an ran, wurde einmal eingewechselt und saß zweimal 90 Minuten auf der Bank. Zudem bleibt abzuwarten, wie sich Karls Spielzeit nach der vollständigen Rückkehr Jamal Musialas entwickelt. Bayerns Superstar fehlte schließlich die komplette Hinrunde verletzungsbedingt, Karl war der größte Profiteur, schaffte in Musialas Abwesenheit den Durchbruch bei den Profis.
Hoffenheims Trainer Christian Ilzer (48) war Kwasniok bereits vor dem Duell in der Diskussion um El Mala öffentlich beigesprungen. „Lukas Kwasniok muss sich immer verteidigen und immer rechtfertigen. Aus meiner Sicht gehen sie sehr gut mit dieser Personalie um. Ich bin sehr weit weg, aber ich finde, die machen das schon sehr gut“, hatte der Österreicher betont.
Ähnlich hatte sich auch schon Friedhelm Funkel im Gespräch mit EXPRESS.de geäußert. Kölns Aufstiegstrainer sagte: „El Mala ist in vielen Phasen top, aber noch kein Top-Spieler, weil einfach noch die Konstanz fehlt.“



