Solch einen Treffer hat im Kölner Stadion noch kein Fan gesehen: Ragnar Ache setzte gegen die TSG Hoffenheim einen perfekten Fallrückzieher in die Maschen. Da staunt auch Mister Fallrückzieher Klaus Fischer!
FC-Legende Fischer staunt„Mister Fallrückzieher“ mit Rat an Ache

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Legendär: Klaus Fischer erzielte per Fallrückzieher das 3:3 im Halbfinale der WM 1982 in Spanien gegen Frankreich. Deutschland gewann 8:7 im Elfmeterschießen. Links schaut Michel Platini zu.
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Kollegen wie Cenk Özkacar konnten es nicht fassen. Auf der Tribüne fassten sich die FC-Fans ungläubig an den Kopf. Und Ragnar Ache rotierte im Glückstaumel mit den Armen, rannte völlig aufgelöst zur Eckfahne, um sich feiern zu lassen.
Sein Fallrückzieher zum zwischenzeitlichen 1:0 beim 2:2 gegen die TSG Hoffenheim am Samstag (21. Februar 2026) war an Perfektion nicht zu überbieten. Der 27-jährige Stürmer hat sich mit diesem Bilderbuch-Tor einen prominenten Platz in den Geschichtsbüchern des 1. FC Köln gesichert.
Klaus Fischer schwärmt von Aches Fallrückzieher: „Da leuchten die Augen“
Fallrückzieher? Da gibt es doch einen Experten im deutschen Fußball: Klaus Fischer! Der heute 76-Jährige hat sich in seiner 20-jährigen Karriere (1860 München, Schalke 04, 1. FC Köln und VfL Bochum) den Spitznamen „Mister Fallrückzieher“ verdient.
Sein Kunststück am 16. November 1977 in Stuttgart beim Länderspiel gegen die Schweiz zum 4:1-Endstand wurde zum Tor des Jahres, Tor des Jahrzehnts und Tor des Jahrhunderts gekürt. Auch legendär: sein Fallrückzieher im spektakulären WM-Halbfinale gegen Frankreich 1982.
EXPRESS.de sprach mit FC-Legende Fischer (46 Tore in 115 Köln-Spielen zwischen 1981 und 1984) über das Ache-Tor. Er schnalzte am Telefon auch mit der Zunge: „Den Treffer habe ich natürlich gesehen. Da leuchten die Augen, ein wirklich tolles Tor, wo alles gepasst hat. Das muss es ja auch bei so einem Treffer. Für mich hat Ache beste Chancen, damit das Tor des Monats und Tor des Jahres erzielt zu haben.“
Wir gehen ins Detail und wollen wissen: Kann man so etwas trainieren? Oder bekommt man das in die Wiege gelegt? Fischer erklärt: „So etwas trainiert man nicht, weil man ja nicht ins Spiel geht, um Fallrückzieher zu produzieren. Wenn sich allerdings eine solche Situation ergibt, dann versucht man sie zu nutzen.“
Fischer erinnert sich allerdings daran, dass er Fallrückzieher in einer gewissen Weise dann doch trainiert hat: „Zu meiner Schalker Zeit waren oft 2000 Fans beim Training. Danach kamen einige gelegentlich zu mir und fragten: ‚Kannst du uns noch einmal einen Fallrückzieher zeigen?‘ Ich habe dann Rüdiger Abramczik gebeten, zu flanken, und hab den Fans dann den Fallrückzieher demonstriert.“ Herrlich genial …!
Doch für Fallrückzieher braucht es nicht nur Eleganz und Bewegungstalent, sondern auch reichlich Mut. Nach dem Höhenflug folgt unweigerlich die harte Landung. Fischer bringt seine Expertise ins Spiel: „Man verletzt sich selten, kommt auf dem Ellbogen auf und rollt dann ab.“ Doch entscheidend sei, den Ball zu treffen.
Fischer erinnert sich an einen tragischen Fallrückzieher-Versuch: „Bei einem Spiel mit dem VfL Bochum in Mönchengladbach war es sehr windig. Als ich zum Fallrückzieher ansetzte, habe ich den Ball nicht getroffen. Bei der Landung habe ich mir das Schultereckgelenk gesprengt. Wenn der Fixpunkt nicht da ist, wird es gefährlich.“
Bei Ache hat glücklicherweise einfach alles perfekt gepasst. Fischer hat bei allen Lobeshymnen aber noch einen wertvollen Tipp für Ache. Von Stürmer zu Stürmer quasi: „Für Ragnar ist es wichtig, weiterhin viele Tore zu erzielen. Das muss nicht schön sein. Egal ob Fallrückzieher oder Abstauber – Hauptsache, der Ball ist drin. Denn nur darauf kommt es für einen Stürmer an.“



