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„Da brauche ich den Trainer“Diskussion mit Matthäus: Sky-Expertin hinterfragt Kwasniok

Nach der bitteren Niederlage des FC gegen den BVB wurde bei Sky auch über Lukas Kwasniok diskutiert. Lothar Matthäus hält eine Trainerdiskussion für falsch, seine Kollegin ist sich da nicht so sicher.

Die Lage wird immer brenzliger. Nach der Niederlage des 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund und nur zwei Siegen aus den vergangenen 16 Spielen macht sich die Abstiegsangst am Geißbockheim immer mehr breit.

Auch Trainer Lukas Kwasniok (44) steht zunehmend unter Druck, denn die nötigen Ergebnisse werden seit geraumer Zeit einfach nicht mehr bzw. zu selten eingefahren.

„Man sollte jetzt nicht über eine Trainerdiskussion nachdenken“

Auf Lothar Matthäus (64) und Tabea Kemme (34) könnten viele aus dem FC-Umfeld mittlerweile wohl gut verzichten. Denn als Glücksbringer eignen sie sich gemeinsam mit Sky-Moderator Sebastian Hellmann (58) in dieser Saison nun wirklich nicht. Im siebten Topspiel gab es für den FC die siebte Niederlage. Kein Wunder, dass FC-Sportchef Thomas Kessler (40) dem Trio keine Dauerkarte zur Verfügung stellen würde, wie er bereits vor der Begegnung betonte.

Nach dem nächsten Topspiel-Rückschlag wurde bei Sky auch über die Zukunft von Kwasniok diskutiert. DFB-Rekordspieler Matthäus lobte den beherzten Auftritt des FC und brach eine Lanze für den Kölner Trainer.

„Sie haben es ja gezeigt“, sagte er. „45 Minuten in der zweiten Halbzeit mit einem Mann weniger, trotzdem noch den Anschlusstreffer – obwohl man Dortmund den Vorwurf machen muss, dass sie im Endeffekt nur noch verwalten wollten und eigentlich gar nicht mehr in den gegnerischen Strafraum reingekommen sind“, fasste Matthäus zusammen.

Der FC habe „wieder das Spiel gemacht, was wir vor dem Spiel erwartet haben. Sie haben gute Phasen, sie sind irgendwie ebenbürtig, natürlich in der zweiten Halbzeit in Unterzahl“, so Matthäus, der findet: „Man sollte jetzt nicht über eine Trainerdiskussion nachdenken, denn man merkt: Es passt und die Spieler haben bis zum Schluss gekämpft.“

Tabea Kemme und Lothar Matthäus kommen vor dem Spiel ins Stadion.

Copyright: IMAGO/Nico Herbertz

Tabea Kemme und Lothar Matthäus bringen dem FC kein Glück.

Seine Sky-Kollegin geht da allerdings nur bedingt mit. Sie kritisierte den FC-Auftritt. „Ich meine bei Köln, das ist ja irgendwie dann auch ein bisschen berechenbar. Wir wissen, dass sie zwölf Abschlüsse brauchen, um torgefährlich zu werden, ein Tor zu schießen“, sagte Kemme.

Kemme hält einen Trainerwechsel jedenfalls nicht für völlig abwegig. „Letztlich fehlt mir dann wirklich diese individuelle Weiterentwicklung in der Mannschaft für das Gesamtgefüge. Und da sehe ich die Kompetenz des Trainers“, sagte Kemme, die einige Defizite konkret ansprach. „In der Analyse hatten wir das Thema des Verteidigens. So, was ist der Matchplan? Und es tritt halt (beim 0:1, Anm. d. Red.) genau wieder ein. Und da brauche ich den Trainer, der mir hilft, der mir ein taktisches, technisches Format gibt.“

Auch Matthäus bemängelte das Defensivverhalten beim Führungstreffer durch Serhou Guirassy (16.), der nach einem Eckball plötzlich ganz frei vor Marvin Schwäbe stand. „Da vergisst man Guirassy und geht aber auch nicht komplett raus. Man hätte rausschieben können und auf Abseits stellen. Und das vergessen sie“, schimpfte Matthäus. „Und das ist das, was Tabea gemeint hat. Einen Plan haben. Bei abgewehrtem Ball raus. Oder im Endeffekt eng am Mann. Irgendwas muss ich denen mitgeben. Vielleicht hat er es ihnen mitgegeben und sie haben es nicht umgesetzt.“

Für Kemme heißt es jetzt: „Einmal gewaltig schütteln und vielleicht kriegen sie es noch hin.“ Und wenn nicht? „Oder halt dann auch den Cut ziehen, da sehe ich dann die Verantwortung bei der sportlichen Ebene“, so die frühere Nationalspielerin.

Kessler aber hält an Kwasniok fest. Er stellte im Sky-Interview den „aufopferungsvollen Kampf“ der Mannschaft heraus und betonte: „Wenn du so viele Spiele keinen Dreier holst, dann werden die Leute ein bisschen nervös. Aber für uns in der Arbeit, auch für mich in der täglichen Arbeit, geht es darum, das zu bewerten, was wir sehen. Ich sehe jeden Tag die Mannschaft im Training. Und ich habe heute hier eine Mannschaft auf dem Platz gesehen, bei der ich glaube, dass heute auch viele Leute enttäuscht, aber stolz nach Hause gehen. Und darauf wird es jetzt die nächsten Wochen ankommen. Jetzt werden die Spiele kommen mit Mannschaften, die mit uns auf Augenhöhe sind. Und dann müssen wir diese Leistung zeigen, um da die drei Punkte einzufahren.“

Dortmunds Yan Couto war im Topspiel gegen den 1. FC Köln kurz vor Schluss im Strafraum mit der Hand am Ball.

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