Der 1. FC Köln verliert 1:3 beim VfB Stuttgart. Die Fans sind auf dem Baum. Im Zentrum der Kritik: Lukas Kwasniok und seine Wechsel.
„Das ist verrückt“Fan-Wut nach kuriosen Kwasniok-Wechseln

Copyright: IMAGO/Sportfoto Rudel
Lukas Kwasniok gibt Anweisungen. Die Fans zweifeln an seinen Umstellungen in Stuttgart.
Autor
Der Stachel beim 1. FC Köln sitzt tief nach der 1:3-Niederlage beim VfB Stuttgart – auch bei den Fans. Die ließen ihren Frust nach der nächsten Topspiel-Pleite im Netz raus und schossen sich dabei vor allem auf Lukas Kwasniok und seine äußerst kuriosen Wechsel ein.
Der FC-Coach nahm mit Cenk Özkacar und Joel Schmied nicht nur beide Innenverteidiger raus, sondern mit Eric Martel und Tom Krauß auch noch beide Sechser. Eine äußerst ungewöhnliche Maßnahme, die man im Fußball so nur selten sieht. Vor allem brachte Kwasniok für Schmied und Özkacar, die zu diesem Zeitpunkt defensiv alles im Griff hatten und sich äußerst stabil präsentierten, Luca Waldschmidt und Said El Mala.
Harakiri-Taktik geht kurz auf, rächt sich dann aber am Ende
Somit stand in der 72. Minuten bei einem knappen Rückstand kein einziger gelernter Innenverteidiger mehr auf dem Platz. Kwasniok erklärt seine kuriosen Wechsel so: „Hinten raus war All-in angesagt. Wir mussten erst mal ein Tor erzielen. Du liegst 0:1 hinten, dann denkst du nicht: Vielleicht kriegen wir irgendwann das Zweite, sondern du musst erst mal eins machen. Sebulonsen und Lundi haben die Halbverteidiger-Position schon öfter gespielt und das mit Tempo sehr gut gemacht.“
Diese Harakiri-Taktik machte sich beim Ausgleich zwar kurzzeitig bezahlt, rächte sich aber hinten raus bei den Gegentoren zwei und drei. Da fehlte völlig die Abstimmung und im Zentrum die nötige Zuordnung. Dennoch sagt Kwasniok: „Ich bin überzeugt: Auch drei klassische Innenverteidiger verteidigen die Aktion zum 2:1 nicht. Dann musst du auch akzeptieren und sagen: Glückwunsch an den VfB, gute Arbeit. Für uns bitter.“
Für einige Fans war es nur schwer zu akzeptieren, sie schossen sich gegen Kwasniok und sein „Kaderbingo“ ein. Für viele habe der Coach das Spiel schlichtweg „vercoacht“.
„Das x-te Spiel, das Kwasniok mit wirrer Aufstellung, wirrer Taktik und wirren Wechseln vercoacht. Es reicht doch wirklich, bitte handeln, bevor es mal wieder zu spät ist“, schrieb ein User.
Ein anderer, stellvertretend für viele, schrieb: „Das ist so verrückt, was Kwasniok da gemacht hat. Er nimmt die beiden Innenverteidiger raus und packt seine 6er nach hinten, obwohl ein Innenverteidiger auf der Bank sitzt. Und weil es dann 1:1 steht, nimmt er die auch noch raus und spielt hinten mit einem Linksverteidiger, einem Rechtsverteidiger und zwei Flügelspielern.“
Einer davon war Jakub Kaminski, der während der 90 Minuten sechs verschiedene Positionen spielen musste und so verständlicherweise (mal wieder) keinen Rhythmus für sein Spiel fand. „Kaminski wechselt alle 10 Minuten die Position. Wie soll man Kwasniok noch ernst nehmen?“, fragt ein aufgebrachter Fan. „Man kann die Verunsicherung und die fehlenden Abläufe selbst vorm TV spüren, und das hat sich Kwasniok anzukreiden“, meint ein anderer.
Die Stimmung ist wieder gekippt, nachdem man eigentlich mit einem gewissen Schwung ins neue Jahr gestartet war. Kwasniok steht nach den zwei Niederlagen und vor dem nächsten Topspiel gegen Hoffenheim wieder unter Druck.
Das Polster nach unten schmilzt unaufhörlich. Seit dem 4:2 gegen den HSV hat der FC lediglich 9 von 39 Punkten geholt (2-3-8). Einen Trend, den Kwasniok schleunigst umkehren muss, sonst wird es auch für ihn ganz schnell ungemütlich.



