Düstere Prognose für den FCChristoph Daum: „Es wird wieder ein Kampf ums Überleben“

Christoph Daum beim Network-Abend in der Strassenkicker Base in Köln.

Der 1. FC Köln startet am Sonntag, 15. August 2021, in die Bundesliga-Saison. Was können die Fans erwarten? Glaubt man dem früheren Star-Trainer Christoph Daum, dann wartet auf den FC und Trainer Steffen Baumgart eine sehr schwierige Saison.

von Alexander Haubrichs (ach)

Köln. Es wird ein Start ins Ungewisse. Nach einer Vorbereitung ohne echten Härtetest und der Zitterpartie in der ersten Runde des DFB-Pokals startet der 1. FC Köln mit dem neuen Trainer Steffen Baumgart (49) am kommenden Sonntag gegen Hertha BSC (17.30 Uhr, live auf DAZN) in die neue Bundesliga-Saison. Beim FC gab man sich zuversichtlich, Ex-Coach Christoph Daum (67) aber formuliert deutlich bescheidenere Aussichten.

Steffen Baumgart ist mit dem 1. FC Köln bei Carl Zeiss Jena zu Gast.

Düstere Aussichten? Christoph Daum prophezeit FC-Coach Steffen Baumgart (hier im Pokalspiel am 8. August 2021 in Jena) einen sportlichen Überlebenskampf.

Auch unter Christoph Daum gelang dem 1. FC Köln der Anschluss an die Spitze nicht mehr

Als Daums Stern beim 1. FC Köln Ende der 80er aufging, war der FC zum letzten Mal ein Spitzenklub in der Fußball-Bundesliga. Nach seiner Rückkehr 2006 konnte er den Klub zwar zurück in die Bundesliga führen und dort halten, aber mehr gelang auch dem Meistertrainer (in Deutschland, Österreich und der Türkei) nicht mehr mit den Kölnern.

23 Jahre ist der Klub nun im Fahrstuhl zwischen erster und zweiter Bundesliga – und das könnte auch weiter so bleiben. „Es wird auch in dieser Saison ein schwieriges Jahr“, fürchtet Daum nach dem er den Pokalsieg im Elfmeterschießen bei Regionalligist Carl-Zeiss Jena verfolgt hatte. „Sie müssen schauen, dass sie die Aufsteiger Fürth und Bochum hinter sich lassen – und dann denke ich, dass sie mit Klubs wie Bielefeld oder Augsburg um die Relegation kämpfen werden. Wer die wirtschaftliche Situation kennt, wer weiß, wie sehr da alles auf Kante genäht ist, der ahnt, welche Folgen ein weiterer Abstieg haben könnte. Deshalb kämpft der FC wirtschaftlich und sportlich wieder ums Überleben.“

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Christoph Daum: „Sehe keinen beim 1. FC Köln, der die Tore macht“

Wo aber sieht er die Probleme? „Ich sehe vorne keinen, der die Tore macht. Den werden sie aber brauchen, wenn sie im Gegenpressing auf Fehler des Gegners aus sind“, glaubt Daum. Denn die neue Spielweise des FC birgt auch Risiken, auf die nicht zuletzt Coach Steffen Baumgart auch immer wieder hinweist. Daum: „Auch defensiv muss das noch stabiler werden, gerade wenn sie Ellyes Skhiri noch abgeben sollten. Fehler, wie sie beispielsweise Rafael Czichos in Jena unterlaufen sind und von dem 19-jährigen Viertliga-Spieler nicht bestraft wurden, die darfst du dir in der Bundesliga nicht erlauben. Da wird der Stürmer die Ruhe behalten und das Tor erzielen.“

Doch Daum glaubt auch, dass der 1. FC Köln längst nicht chancenlos ist, was die neue Saison angeht. „Es gibt ja wieder einige Klubs, die Probleme haben werden und sicher auch genügend Mannschaft, die man hinter sich lassen kann. Aber ich bleibe dabei: Für den FC steht wieder der Abstiegskampf im Fokus.“