Der 1. FC Köln hat sich einen wertvollen Dreier gegen den VfL Wolfsburg hart erarbeitet. Auch wenn es am Ende eng wurde – Trainer Kwasniok ist stolz auf seine Mannschaft.
Ansage nach FC-SiegKwasniok: „Dann müssen sie in ein anderes Stadion gehen“
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Wie groß die Erleichterung war, sah man um 22.24 Uhr am Freitagabend (30. Januar 2026): Nahezu jeder FC-Spieler sackte auf dem Rasen zusammen und reckte die Arme Richtung Himmel.
Der 1. FC Köln hatte gegen den VfL Wolfsburg einen ganz wichtigen Sieg gefeiert – knapp und glücklich. Denn nach dem 1:0 durch Linton Maina konnte Köln nicht mehr nachlegen. Stattdessen konnten sich die Gastgeber bei Keeper Marvin Schwäbe bedanken. Mit starken Reflexen hielt er bei Wolfburger Großchancen den Sieg fest.
1. FC Köln: Kein sexy Fußball – Kwasniok steht auf andere Attribute
FC-Coach Lukas Kwasniok (44) wurde nach der Partie darauf angesprochen – ob er sich über die wilde Schlussphase geärgert hat, als Köln den Sieg beinahe noch aus der Hand gegeben hatte? „Ärgern wäre das falsche Wort. Und es wäre vermessen. Wir haben gewusst, dass die Wolfsburger auch mit Qualität nachlegen können.“
Dann fand der Trainer klare Worte: „Das war taff. Das gehört dazu. Wir sind Aufsteiger. Ich weiß, dass man hier gerne auch in jedem Spiel guten Fußball sehen will. Wenn ich gegen Wolfsburg TV-Zuschauer gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich eher ausgemacht. Aber ich bin Trainer dieser Mannschaft. Und mich macht das extrem stolz. Denn kämpfen, füreinander dazusein, sich in Bälle zu werfen – das sind vielleicht keine sexy Dinge, aber die gehören zum Verein, zu dieser Mannschaft und zu meiner Identität.“
Kwasniok machte keinen Hehl daraus, dass er Fußball gerne arbeitet, anstatt mit Eleganz zu glänzen: „Ich bin stolz, wie die Jungs diesen Sieg mit allem, was sie haben, verteidigt haben.“ Dass er dabei mit Eric Martel und Tom Krauß gemeinsam im Mittelfeld agierte, hatte einen Grund: „Die fußballerische Qualität der Wolfsburger hat mich dazu bewogen, beide aufzustellen: Wir haben Abgreifer gebraucht, die das Zentrum schützen.“
Mit spielerischen Mitteln kann Köln in der Liga bei einigen Teams nicht mithalten, mit anderen Attributen schon. Darüber ist sich Kwasniok im Klaren. Mit Özkacar, Sebulonsen, Castro-Montes sowie den zwei Sechsern Martel und Krauß wird beim FC geackert und nicht gezaubert, so der Trainer, der dann eine deutliche Ansage machte: „Wenn die Menschen ins Stadion kommen und wollen Zauberfußball sehen, dann müssen sie in ein anderes Stadion gehen. Sie werden hier von den Jungs unfassbare Aufopferungsbereitschaft bekommen. Genau das, was gegen Wolfsburg zu sehen war.“
Nur so könne Köln bestehen. „Das sind Attribute, die im Fußball erlaubt sind, aber so ein wenig in Vergessenheit geraten sind, weil es unsexy wirkt. Aber Deutschland ist meistens Weltmeister geworden, wenn sie über Leidenschaft, Laufbereitschaft, Widerstandsfähigkeit, Mentalität und Zweikampfstärke gekommen sind. Die Weltmeisterschaft für Deutschland ist unser Klassenerhalt – deswegen versuchen wir uns weiter aufzuopfern“, so Kwasniok.


