Rund um das Spiel des 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg gab es auch Frust und Ärger. Grund waren lange Warteschlangen vor den Eingängen. Hunderte Fans verpassten so den Anpfiff.
Chaos und Frauen-KontrollenFC-Fans mit Lösungs-Vorschlägen – interessante Zahlen
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Sportlich alles in Butter, organisatorisch ist noch Luft nach oben – so kann man das Spiel des 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg zusammenfassen.
Nach dem 1:0-Sieg des FC in einem hart umkämpften Duell sind Trainer Lukas Kwasniok (44), seine Spieler und die Fans zufrieden. Doch bei aller Freude über den Dreier gab es für zahlreiche FC-Anhängerinnen und -Anhänger auch Frust rund um das Heimspiel am Freitagabend (30. Januar 2026). Der Grund: teils chaotische Zustände beim Einlass.
Fans diskutieren über Einlass-Situation bei FC-Heimspielen
Hunderte Fans verpassten die emotionale FC-Hymne und den Anpfiff, erreichten erst gut zehn Minuten nach Spielbeginn ihre Plätze auf den Tribünen. Der Ärger war groß. Was die Situation an den Einlasstoren zudem erschwerte: Der Zoll führte in Zusammenarbeit mit dem Kölner Ordnungsamt intensive Kontrollen in Sachen Schwarzarbeit und Mindestlohn bei den Sicherheitskräften durch.
Nach dem Spiel sammelten sich unter dem EXPRESS.de-Beitrag auf Instagram hunderte Reaktionen von Fans. Es entsteht eine intensive Debatte über die Situation bei den Heimspielen des FC. Dabei haben einige sogar gute Lösungsvorschläge, was besser gemacht werden könnte.
„Man muss zwingend auf der Südseite ein Einlass-System ausarbeiten. Die Eingänge über Ost-Süd und West-Süd sind bei jedem Spiel überfüllt. Hier quetschen sich alle durch, ohne Sinn und Verstand, keine klaren Vorgaben. Das muss zwingend geändert werden. So fängt das Stadionerlebnis schon mit einem negativen Touch an. Sehr schade, bei der ganzen Vorfreude“, schreibt ein Anhänger. Ein anderer meint kurz und knapp: „Einlass für Süd, direkt hinter der Süd – und Problem gelöst!“ Bei einem Fan ploppt die Frage auf: „Es ist an allen Eingängen Chaos. Ich würde mal gerne wissen, warum an den Stirnseiten Süd und Nord nicht die Tore geöffnet werden? Scannergeräte sind dort vorhaben.“
EXPRESS.de konfrontierte den FC mit den Vorschlägen der Fans, sie sollen intern geprüft werden. Laut Klub gibt es nicht bei allen Heimspielen Probleme, speziell an Freitagabendspielen sei ein reibungsloser Einlass eine große Herausforderung, da viele Fans nach der Arbeit und wegen des hohen Verkehrsaufkommens nicht frühzeitig anreisen könnten.
EXPRESS.de liegen interessante Zahlen rund um das Heimspiel gegen Wolfsburg vor. Die Tore öffneten wie immer zwei Stunden vor Anpfiff, diesmal also um 18.30 Uhr. Da waren erst 1200 Zuschauerinnen und Zuschauer da. Bis 19.30 Uhr, also eine Stunde vor Anpfiff, hatten 17.617 Fans das Stadion betreten. Bis zum Beginn der Partie strömten dann 25.008 Fans ins Stadion. Durch die Ballung kam es zu Warteschlangen. Rund 4000 Fans konnten dadurch erst um 20.42 Uhr ins Stadion.
Der Klub appelliert daran, immer wenn es möglich sei, frühzeitig anzureisen, um die Einlass-Situation zu entzerren. Ein Fan schreibt: „Das Chaos entsteht dadurch, dass viele Leute viel zu spät anreisen, weil sie denken: ‚Was soll ich so früh im Stadion?‘ Das ist unabhängig von den Kontrollen oder Einlasszeiten.“ Dieses Argument sorgt bei vielen anderen allerdings für Kopfschütteln, denn sie waren am Freitag über eine Stunde vor Anpfiff da: „Wie früh muss man da sein?“ Zudem sei ein Freitagabendspiel für viele eine Herausforderung, wenn sie nach der Arbeit ins Stadion kommen wollen.
Es gibt zudem auch Kritik an den Kontrollen: „Ehrlich, am Freitag war die Einlasskontrolle ein Scherz. Vor mir war eine Frau mit zwei Kindern. Geschätzte 5 und 7 Jahre alt. Diese wurden komplett abgesucht. Jeder sah, dass die Pänz verunsichert waren. Leute!!! Als ich sagte, was der Quatsch soll, wurde ich mit 61 Jahren besonders kontrolliert. Das ist nur noch lächerlich.“
Für Frauen sei die Situation auch mehr als unbefriedigend, weil sie teilweise beim Einlass erst zu einer weiblichen Sicherheitskraft geführt werden müssten: „Einlass jedes Mal eine absolute Katastrophe. Dass der Effzeh es nicht schafft, mal separate Fraueneingänge zu machen, nervt auch maximal. Als Frau stehst du jedes Mal doppelt an, das kriegen sie sogar in Kaiserslautern besser hin.“
Durch die langen Schlangen mit drängelnden und unruhigen Fans machen sich viele Sorgen, dass es irgendwann mal schlimm enden könnte. „Fakt ist: Das Problem ist meist nicht die Wartezeit. Sondern die mangelnde Sicherheit. Sollte es in diesem Punkt jemals eine Paniksituation geben, wie sie schon ein Böller auslösen kann, wird es mindestens für Kinder lebensgefährlich“, warnt ein Anhänger.
Doch nicht nur über die Einlass-Situation wird geklagt: „Auf den Parkplatz zu kommen, finde ich viel schlimmer. Da klappt gar nichts.“ Die Abreise sei auch katastrophal. Der FC und seine Sicherheitskräfte befassen sich intensiv mit den diversen Themen. Vielleicht wird es ja in Zukunft umsetzbare Lösungen geben.
Bis dahin sollten alle FC-Fans beim Einlass vor dem Spiel gelassen bleiben und den kölschen Optimismus immer im Herzen tragen. Ein Fan fasst die ganze Debatte herrlich zusammen: „Positiv gesehen geht das ja nur, weil Köln immer ausverkauft ist. Weil Köln geil ist. Alle wollen hin. Du bist also jedes Mal bei dem einmaligen Köln-Gefühl dabei. Dat jit et nor he.“




