Befürchtungen wahr geworden Bombe im Kölner Süden aufgegraben

Wirtz nur der Anfang? Keine Rheinland-Tabus mehr! FC droht weiterer Talente-Klau

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Florian Wirtz (l.) bei Bayer Leverkusens 4:0-Sieg im Rhein-Energie-Stadion am 16. Dezember 2020. Die Kölner um Salih Özcan (r.) und Elvis Rexhbecaj hatten das Nachsehen.

Köln – Dieser Verlust tut dem 1. FC Köln noch immer extrem weh: Im Januar 2020 schnappte Leverkusen den Geißböcken Florian Wirtz (18) weg, zahlte gerade mal ein paar Hunderttausend Euro Ablöse für das Mega-Talent, das inzwischen an die 50 Millionen Euro wert ist. Nur der Anfang? Bayer droht offenbar damit, künftig häufiger beim Nachbarn zu wildern!

  • Verlust von Florian Wirtz schmerzt 1. FC Köln noch immer
  • Keine Tabus mehr beim Talente-Klau zwischen Rheinland-Klubs
  • FC-Präsident Werner Wolf: „Jeder für sich selbst verantwortlich“

Wirtz' Wechsel vor knapp eineinhalb Jahren sorgte für ordentlich Zoff. Die Kölner Fans sind noch heute stinksauer, weil es die Klub-Führung damals verpennt hatte, ihr größtes Juwel mit einer klaren Profi-Perspektive langfristig an den FC zu binden.

1. FC Köln muss stärker denn je um Talente kämpfen

Den Verantwortlichen wiederum ging es gewaltig gegen den Strich, dass sich ausgerechnet Nachbar Leverkusen am Geißbockheim bediente. Hintergrund: Eigentlich hatten die Rheinland-Klubs Köln, Leverkusen und Borussia Mönchengladbach die Vereinbarung, sich NICHT gegenseitig die Talente wegzuschnappen. Ein ungeschriebenes Gesetz – das nun endgültig Geschichte ist!

Das verriet Präsident Werner Wolf (64) zuletzt beim Mitglieder-Stammtisch, wo die Kölner Fans mal wieder nachbohrten, wie der Klub Wirtz verlieren konnte. „Es gab so etwas wie ein Gentlemen's Agreement unter den Vereinen hier in der Nähe“, bestätigte das FC-Oberhaupt und erzählte: „Natürlich bin ich dieser Sache nachgegangen, und in den Gesprächen ist mir von oberster Führung sehr klargemacht worden, dass sich die Zeiten geändert haben und jeder für sich selbst verantwortlich ist. Mit anderen Worten: Das gilt nicht mehr.“

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FC-Präsident Werner Wolf beim Relegations-Hinspiel zwischen dem 1. FC Köln und Holstein Kiel am 26. Mai 2021

Heißt im Klartext: Wenn der FC nicht höllisch aufpasst, drohen weitere schmerzhafte Abgänge! Ein Wechsel zu großen Klubs wie Bayern oder Leipzig wäre für Teenager ein riesiger Schritt – um in Leverkusen oder Gladbach zu spielen, ist für die Rheinland-Talente dagegen meist nicht mal ein Umzug nötig. Und dass die beiden Nachbarn, die nahezu Stammgäste im internationalen Geschäft sind, sowohl sportlich als auch von der Infrastruktur her mehr bieten können als Köln, ist kein Geheimnis.

Werner Wolf: „Darf nie wieder passieren“

Doch der FC hat aus dem Fall Wirtz gelernt. Werner Wolf versichert: „Jedes Übel hat auch seine gute Seite. Wir haben gesagt: ‚Das darf nie wieder passieren.‘ Natürlich kann man nicht alles verhindern, aber wir müssen alles menschlich Mögliche tun, damit die Talente bei uns bleiben. Wir haben in der Zwischenzeit eine ganze Menge Verträge abgeschlossen. Wir haben zudem eine strategische Kader-Planung eingeführt. Wenn man einen Spieler im Nachwuchs hat, von dem man glaubt, dass er in zwei Jahren so weit ist, muss dann auch ein Platz bei den Profis frei sein. Den Prozess haben wir definiert – und der funktioniert.“

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Mit Noah Katterbach (20), Ismail Jakobs (21), Jan Thielmann (19), Sava Cestic (20) und Tim Lemperle (19) hat in den vergangenen beiden Saisons ein Eigengewächs nach dem anderen debütiert. Allesamt haben neue Verträge unterschrieben – wie auch Marvin Obuz (19), Jens Castrop (17), Justin Diehl (16) und weitere Talente, die in den Startlöchern stehen.

„Als wir gewählt worden sind, haben wir gesagt, dass pro Saison ein Nachwuchsspieler den Weg zu den Profis schaffen muss. Das war eine unserer Grundforderungen“, so Präsident Wolf, der Kölns Vorreiterrolle im Jugendfußball mit seinem Vorstandsteam unbedingt weiter stärken will.

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