Fünf Jahre war René Wagner bei diversen Klubs Co-Trainer von Steffen Baumgart, jetzt ist Wagner Interimstrainer beim 1. FC Köln. Wie schätzt Baumgart die Chancen seines ehemaligen Zöglings ein?
Wie schlägt sich Wagner?Ex-FC-Coach Baumgart: „Das ist seine größte Stärke“

Er soll den 1. FC Köln in den verbleibenden sieben Saisonspielen zum Klassenerhalt führen. René Wagner (37) wurde am Sonntag von Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler (40) zum Interimstrainer ernannt.
Knapp neun Monate war der gebürtige Dresdner Co-Trainer unter Lukas Kwasniok, nach dem Rausschmiss des 44-Jährigen hat Wagner nun erstmals als Chef die Zügel in der Hand.
Steffen Baumgart über René Wagner: „Eine schwere Aufgabe“
Dass ein Posten als Cheftrainer auch sein langfristiges Ziel im Fußball ist, daraus machte er schon in den vergangenen Jahren keinen Hehl. Das war auch schon zu Zeiten so, als er noch Co-Trainer von Steffen Baumgart (54) war.
Wagner begleitete Baumgart insgesamt fünf Jahre, war beim SC Paderborn, beim 1. FC Köln, beim Hamburger SV und bei Union Berlin dessen Assistent. Im Mai 2025 war die Zusammenarbeit zwischen den beiden aber beendet, im Juli kam Wagner schließlich zurück nach Köln, um Kwasniok zu unterstützen.
Am ersten Mai-Wochenende könnte es beim FC-Spiel bei Union Berlin zum Aufeinandertreffen zwischen Wagner und Baumgart kommen. „Ich freue mich schon auf unser Wiedersehen, wenn wir hier in Berlin auf den FC treffen“, sagte der ehemalige FC-Trainer jetzt bei der „Bild“ über den neuen Kölner Interimstrainer.
Baumgart weiter: „René und ich haben am Montagmorgen telefoniert, dabei habe ich ihm viel Glück gewünscht. Das ist doch selbstverständlich, schließlich haben wir lange zusammengearbeitet und hatten immer einen guten Kontakt. Er hat sich diese Chance verdient, dafür hat er sehr hart gearbeitet.“
Dass Wagner es im Bundesliga-Abstiegskampf mit dem FC (Platz 15, 26 Punkte, zwei Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz) alles andere als leicht haben wird, weiß aber auch Baumgart: „Natürlich ist es bei seiner ersten Station als Cheftrainer gleich eine schwere Aufgabe. Aber wenn man die Chance dazu bekommt, muss man sie nutzen.“
Wagner sei ein sehr loyaler Typ, auch Baumgart gegenüber immer gewesen: „Vor allem aber ist er ein sehr offener Typ, kommt super mit den Spielern und den Mitarbeitern klar. Das ist seine größte Stärke neben seinem Gespür für die sportliche Situation. Er macht sich unheimlich viele Gedanken darüber, wie man schwierige Situationen lösen kann.“
Wie sich Wagner jetzt erstmals als Chef auf dem Trainingsplatz schlagen werde, darauf sei Baumgart sehr gespannt: „Als Co-Trainer ist es natürlich immer etwas leichter, einen engen Zugang zum Team zu haben. Als Chef musst du Entscheidungen treffen, die dann auch Konsequenzen haben. Da macht man sich dann nicht immer bei allen beliebt, das gehört dazu, dafür hat man eben den Hut auf. Aber damit muss er jetzt lernen umzugehen – und das wird er auch, da bin ich mir ganz sicher.“
Wagner hat nun dank der Länderspielpause zwei Wochen Zeit, sein Team auf den wichtigen Liga-Endspurt vorzubereiten. Am 5. April geht es mit dem Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt los (sonntags, 15.30 Uhr/Dazn und im EXPRESS.de-Liveticker.


