Der 1. FC Köln steht kurz vor dem Pflichtspiel-Start in die neue Saison. Kurz vor dem Ende der Vorbereitung ist Zeit, Bilanz zu ziehen. Wer waren die Gewinner und Verlierer der ersten Trainingswochen?
Überraschende NamenGewinner und Verlierer der FC-Vorbereitung

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Linton Maina und Jan Thielmann absolvierten beide eine überzeugende Vorbereitung beim 1. FC Köln.

Die Vorbereitung des 1. FC Köln neigt sich dem Ende zu. Es sind nur noch wenige Tage bis zum Pflichtspiel-Start im DFB-Pokal bei den Würzburger Kickers (Montag, 24. August, 18 Uhr). Fünfeinhalb intensive Wochen liegen hinter der Mannschaft von Trainer René Wagner.
Genug Zeit für jeden Einzelnen, Eigenwerbung zu betreiben und sich für den Auftakt zu empfehlen. Einige haben ihre Chance genutzt, andere nicht. Manche haben die Erwartungen übertroffen, ein paar sind hinter eben jenen zurückgeblieben. EXPRESS.de verschafft eine Übersicht über Gewinner und Verlierer der Vorbereitung.
FC-Gewinner der Vorbereitung
Linton Maina (27)
Der Rechtsaußen galt zu Beginn der Transferperiode als Streichkandidat Nummer eins. Nach einer durchwachsenen Saison mehrten sich intern die Zweifel an der Bundesliga-Tauglichkeit des gebürtigen Berliners.
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Nach vier Jahren FC schien der richtige Zeitpunkt für eine Veränderung gekommen zu sein. Doch der Flügelflitzer steckte nicht auf, gab in den vergangenen Wochen Gas und empfahl sich damit für eine neuerliche Chance unter René Wagner. An Abschied habe er zu keinem Zeitpunkt gedacht, sagte er nach dem Spiel gegen Real Sociedad. Wagner würde ihm ausschließlich positive Signale setzen.
Und da bis zum heutigen Tag keine Verstärkung für die rechte Seite geholt wurde, geht Maina sogar als Nummer eins auf dieser Position ins Rennen. Die Leistungen der Vorbereitung waren auf jeden Fall überzeugend. Wichtig wäre, dass der Routinier diese nun auch in den Pflichtspielen konstant abruft.
Jan Thielmann (24)
Neben Maina hat offenbar auch Thielmann begriffen, was die Stunde geschlagen hat. Nach einem abermals durchwachsenen Jahr wurden die Stimmen seiner Kritiker im Sommer immer lauter. Die Vorwürfe: Er stagniere in seinen Leistungen, eine Weiterentwicklung sei nicht mehr zu erkennen.
Auch er schien nicht mehr unverkäuflich. Die Warnsignale sind aber offenbar angekommen, Thielmann hat eine überzeugende Vorbereitung gespielt und dafür auch ein Lob von Wagner geerntet. Willen und Einsatz haben ja schon immer gestimmt, in den vergangenen Wochen konnte er aber auch endlich mal wieder spielerische Akzente setzen.
Gegen Paderborn kam er auf der Zehn, Wagner nannte es hängende Spitze, zum Einsatz und machte seine Sache sehr ordentlich. Aber auch er muss diese Eindrücke erstmal in den Pflichtspielen bestätigen.
Luka Lochoshvili (28)
Der Georgier kam im Sommer ohne jegliche Bundesliga-Erfahrung nach Köln und musste sich einer nicht unerheblichen Konkurrenz stellen. Doch schon nach wenigen Wochen avancierte er zur festen und vor allem unantastbaren Größe in der FC-Abwehr. Konkurrenten wie Rav van den Berg, Joel Schmied und Julian Pauli hat er im Handumdrehen hinter sich gelassen. Er ist vorerst gesetzt und dürfte es auch bleiben, wenn seine Leistungen weiter so gut sind und er verletzungsfrei bleibt.
Tom Krauß (25)
Er ist der Profiteur von Kölns schleppender Suche nach dem neuen Sechser. Denn da die „Königslösung“ immer noch nicht gefunden ist, geht der aggressive Ballklauer als Nummer eins auf der Position in die Saison. Krauß verrichtete in Abwesenheit der neuen Führungsfigur verlässlich seine Arbeit und hat die Gunst der Stunde genutzt. An ihm muss man im FC-Mittelfeld aktuell erstmal vorbei. Während er im Pokal gesetzt sein dürfte, streiten sich die anderen Kandidaten nur noch um den freien Platz neben ihm.
FC-Verlierer der Vorbereitung
Rav van den Berg (22)
Er wollte in seinem zweiten FC-Jahr richtig durchstarten. Dafür wollte van den Berg seine erste komplette Vorbereitung mit dem Team nutzen. Doch nach fünf Wochen herrscht (erneut) Ernüchterung. Denn Stand jetzt geht er höchstens als Herausforderer des Stamm-Duos Lochoshvili/Simpson-Pusey in diese Saison.
Der Königstransfer des letzten Sommers hinkt weiter seinen eigenen Erwartungen, aber auch denen der Verantwortlichen hinterher. Bislang konnte er noch nicht konstant nachweisen, warum Kessler damals über acht Millionen Euro für ihn nach England überwies. Jetzt gilt es dranzubleiben, im Training weiter Gas zu geben und sich für eine Chance zu empfehlen.
Sollte der FC Said El Mala jetzt noch gehen lassen?
Julian Pauli (21)
Der zweite „Verlierer“ ist ebenfalls ein Innenverteidiger. Wobei bei Pauli eine Menge Pech dabei war. Denn der Youngster, der bei seiner Leihe nach Dresden mit starken Leistungen überzeugen konnte, verletzte sich zum ungünstigsten Zeitpunkt und war ab dann im Hintertreffen.
Thomas Kessler gilt als ausgewiesener Fan, sieht aber auch inzwischen, dass es eng für Pauli werden könnte. Er sagt: „Wir brauchen auf jeden Fall stabile Defensivspieler, und Julian hatte ein bisschen Pech, als er mit der Verletzung raus war. Dadurch haben die anderen ein Stück weit die Nase vorn.“ Gut möglich, dass beide Seiten noch eine Leihe anstreben, ehe er eine Saison als Nummer fünf versauert – diese Gefahr besteht aktuell.
Gideon Mensah (28)
Mit ihm wollte man endlich eine Baustelle schließen, die seit dem Karriereende von Jonas Hector besteht. Denn seitdem gab es keinen verlässlichen Linksverteidiger mehr. Das soll Ghanas WM-Fahrer ändern, doch die ersten Eindrücke waren nicht sonderlich vielversprechend.
Der 28-Jährige gab sowohl im Test gegen Sociedad als auch in der Generalprobe gegen Paderborn keine sonderlich gute Figur ab. In beiden Partien offenbarte er unübersehbare taktische Defizite, die in Gegentoren mündeten. Er wird Zeit brauchen, die er eigentlich nicht hat. Bei allem Verständnis für den anstrengenden Sommer mit der WM: Er muss bereits am Montag funktionieren.
Denn zur Wahrheit gehört auch, Mensah ist aktuell konkurrenzlos. Wagner wird nicht den jungen Jonathan Friemel ins kalte Wasser werfen und ein adäquater Backup ist weit und breit nicht in Sicht. Heißt: Mensah muss sich schleunigst steigern und bereit sein für die Herausforderungen der Bundesliga.
Reigan Heskey (18)
Der Youngster ist kein klassischer Verlierer, doch die Erwartungen an den jungen Engländer waren angesichts des riesigen Echos nach dem Wechsel gewaltig. Wenn man einigen (Scouting-)Berichten Glauben schenken darf, konnte man das Gefühl gewinnen, der FC habe ein absolutes Wunderkind verpflichtet. Dabei wurden früh die irrsten Vergleiche gezogen.
Aktuell sieht sich der Sohn von Liverpool-Legende Emile Heskey aber mit den harten Seiten der Eingewöhnung konfrontiert. Heskey ist eben auch nur ein normaler 18-Jähriger, der zum ersten Mal die Heimat verlassen hat, nun mit der Umstellung in einem völlig neuen Land kämpft. Sportlich konnte er seine Klasse, die ihm fast ausnahmslos jeder Experte bescheinigt, noch nicht so recht nachweisen.
In den Trainingseinheiten fällt er nicht auf und in den Spielen blieb er meist blass. Da Said El Mala immer noch da ist, geht er voraussichtlich ohnehin nur als Herausforderer auf links in die Saison. Vielleicht tut ihm aber auch ganz gut, dass nicht der ganz große Druck auf seinen Schultern lastet und er sich in Ruhe eingewöhnen kann.

