Die Position des Rechtsverteidigers ist seit langer Zeit ein großes Thema im Kader des 1. FC Köln. Ein Talent durfte im Frühjahr 2026 gegen Borussia Mönchengladbach sein Startdebüt geben, seitdem tauchte er aber nicht mehr im Profikader auf.
Große FC-WundeTalent nach Derby-Debakel verletzt – Chance für nächsten Teenie?

Copyright: IMAGO/Jan Huebner
Kölns Cenny Neumann hatte im Derby gegen Borussia Mönchengladbach am 21. März 2026 vorwiegend mit Jens Castrop Probleme.

Aktualisiert:
Der 1. FC Köln hat seit Jahren eine große Wunde in der Verteidigung: Es geht um die Position des Rechtsverteidigers. Jan Thielmann (24) wurde ausprobiert und mittlerweile wieder nach vorn beordert. In der Vorsaison mussten auch Jakob Kaminski (24) oder Tom Krauß (25) hinten rechts aushelfen. Zuletzt versuchte Alessio Castro-Montes (29) sein Glück mehr schlecht als recht – seine Stärken liegen eher im Spiel nach vorn.
Vor dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach (Sonntag, 11. Oktober 2026, 15.30 Uhr/DAZN und im EXPRESS.de-Liveticker) fällt Castro-Montes mit einer Muskelverletzung aus. Zum Glück ist Sebastian Sebulonsen (26) nach seiner Muskelverletzung wieder im Vollbesitz seiner Kräfte. Doch wer wird sein Backup gegen die Fohlen?
Kölns Cenny Neumann fehlt seit Wochen nach einem Muskelfaserriss
Borussia Mönchengladbach – da war doch was? Am 21. März 2026 feierte Cenny Neumann (19) sein Startelf-Debüt im Derby gegen die Fohlen. Der Rechtsverteidiger wurde vom damaligen Trainer Lukas Kwasniok (45) zuvor nur vier Minuten beim 1:2 gegen Dortmund eingesetzt.
Im Heimderby musste Kwasniok Neumann dann ins kalte Wasser werfen, weil Thielmann nach einer Verletzung nicht fit war und Krauß sich kurzfristig beim Aufwärmen verletzt hatte. Youngster Neumann erlebte einen bitteren Tag. Beim 3:3 wurde er schon nach einer Minute vor dem 0:1 düpiert. Auch beim 2:2 und 2:3 war er nicht schuldlos. Vor allem der Ex-Kölner Jens Castrop (23, fehlt aktuell nach einer Schulter-Operation) bereitete Neumann große Probleme. Er erzielte zwei Treffer und bereitete einen vor.
Kwasniok sagte nach der Partie: „Die Frage ist immer, welche Alternativen hast du. Ich hätte Cenny Neumann vor vier Wochen noch nicht von Beginn an reingeworfen, weil er noch nicht so weit gewesen ist. Aber die Alternative war, Jan Thielmann nach einer vierwöchigen Verletzungszeit ins Verderben laufen zu lassen. Dann wäre ihm der Muskel vielleicht durchgerissen. Der 1. FC Köln wird noch viel Freude an Neumann haben. Es war nicht einfach für ihn, fünf Minuten vor Anpfiff zu erfahren, dass er das Derby von Anfang an spielen wird.“
Kwasniok wurde einen Tag nach dem Spiel gegen Gladbach freigestellt und Neumann kam seitdem nicht mehr bei den Profis zum Einsatz. Eine Leihe kam im Sommer nicht zustande. Am Samstag (26. September) saß er beim 4:3 über Regionalliga-Aufsteiger VfB 03 Hilden auf der Tribüne des Franz-Kremer-Stadions. Nach zwei Einsätzen in der U21 des FC zu Beginn der Saison hatte sich Neumann verletzt.
Er hatte einen Muskelfaserriss innerhalb der Wade und verpasste seit dem 7. August acht Regionalligaspiele. Da einige Jungs bei den Profis trainiert hatten, wie Rechtsverteidiger David Fürst (19), hatte Neumann bei der U21 weniger Pausen. „Dann hat er eine dynamische Aktion am Ende eines Trainings gemacht und wir hatten den Salat. Leider kann man nicht immer vorher reingucken“, ärgert sich U21-Trainer Manuel Hartmann (42) gegenüber EXPRESS.de über die Verletzung.
Der Coach setzt jetzt bald wieder auf Neumann: „Bei Cenny sieht es top aus. Er hat eine super Reha absolviert. Er wird jetzt wieder teilintegriert in die Mannschaft. Cenny ist nicht nur als Spieler, sondern auch als Mensch extrem wertvoll für die Mannschaft. Er gehört zum Mannschaftsrat. Er ist nicht immer der Lautsprecher auf dem Platz, aber liefert sehr wertvolle Einwände und Wortmeldungen. Er steuert so die Mannschaft immer wieder. Da freuen wir uns, wenn wir einen solchen Spieler zurückbekommen.“
Hier kannst du an unserer Umfrage teilnehmen:
Wie bewertet ihr das FC-Präsidium nach einem Jahr?
Sportlich muss Neumann allerdings erst einmal wieder an Fürst vorbeikommen. Der machte seine Sache zuletzt als Rechtsverteidiger richtig gut und trainiert in der Länderspielpause aktuell wieder bei den Profis unter René Wagner (38) mit.
Möglich, dass Wagner Fürst mit in den Kader für das anstehende Derby gegen Gladbach nimmt. Fürst stand bereits in der Vorsaison einmal im Profikader. Beim 1:3 in Stuttgart am 14. Februar 2026 kam er aber nicht zum Einsatz. Ob im Derby der nächste Youngster ins kalte Wasser geworfen werden muss, wird sich zeigen.
