Jakub Kaminski hat sich mit seinen Leistungen zu Beginn in die Herzen der FC-Fans gespielt. Doch seit einigen Monaten herrscht Ladehemmung. Die Gründe dafür sind vielschichtig.
Seit drei Monaten ohne ScorerDie Gründe für Kaminskis Ladehemmung
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Er macht und tut, rackert und rennt, doch die Belohnung bleibt seit Monaten aus. Jakub Kaminski wartet seit dem 22. November 2025 auf einen eigenen Scorerpunkt, elf Spiele ohne Tor und Vorlage.
Dabei begann seine Saison so vielversprechend. Der Pole erzielte in den ersten fünf Spielen drei Tore, bis zum elften Spieltag kamen zwei weitere und eine Vorlage dazu. Doch seitdem herrscht Stillstand.
Kaminski wird mit Aufgaben überfrachtet
Ähnlich wie bei Offensivkollege Said El Mala ist die Leichtigkeit, vor allem aber auch die Zielstrebigkeit flöten gegangen. Während er zu Beginn mit Tempo und Mut den direkten Weg aufs Tor gesucht hat, zögert er inzwischen oft eine Sekunde zu lang oder trifft im Zweifel die falsche Entscheidung im Strafraum.
Gegen Leipzig drang er einige Male unnachahmlich in den Sechzehner ein, verpasste aber jeweils den Abschluss oder das Abspiel. Gegen den VfB Stuttgart hatte er zu Beginn direkt eine dicke Chance, verzog aber. „Ein Abschluss, den er einen Ticken besser setzen kann“, formulierte Lukas Kwasniok die Kritik höflich.
Dabei muss sich der FC-Trainer auch ein Stück weit selbst ankreiden, dass Kaminskis Motor nicht mehr rund läuft. Denn der polnische Nationalspieler wird regelmäßig überfrachtet mit Aufgaben und Positionen. Während die Leihgabe aus Wolfsburg am liebsten vorne links spielen würde, stopft Kwasniok Lücken mit ihm.
Seine Vielseitigkeit und Flexibilität werden ihm dabei zum Verhängnis. Rechtsverteidiger, Sechser, Stürmer, Zehner – Kaminski musste in dieser Saison schon fast alle Positionen spielen, manchmal sogar innerhalb eines Spiels. „Kaminski wechselt alle 10 Minuten die Position. Man kann die Verunsicherung und die fehlenden Abläufe spüren“, schimpfte ein Fan nach der Pleite in Stuttgart im Netz.

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Jakub Kaminski ist beim 1. FC Köln zuletzt aus dem Tritt gekommen.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Kaminski sich regelmäßig bis zur Erschöpfung für das Team aufopfert. Er ist mit 252 gelaufenen Kilometern der fünftfleißigste Spieler der Liga. Damit ist er unglaubliche 24 Kilometer mehr gelaufen als der zweitbeste Kölner, Sebastian Sebulonsen.
Auch in Sachen Sprints kommt kein Teamkollege auch nur annähernd an ihn heran. In dieser Wertung ist er die Nummer drei der Liga und absolvierte dabei 120 intensive Läufe mehr als Sebulonsen, die Nummer zwei im internen Ranking.
Bei all den Kraftanstrengungen, verschiedenen Aufgaben und Herausforderungen blieb aber die Präzision und die Konzentration vor dem Tor in den vergangenen Monaten auf der Strecke.
Dabei wäre es in der aktuellen Phase, wo auch andere Offensivkräfte wie El Mala und Bülter schwächeln, Gold wert, wenn Kaminski wieder in die Spur finden würde. Dabei würde es sicher helfen, wenn er in den kommenden Wochen einfach wieder da spielt, wo er am besten ist.


