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FC-AbschlusszeugnisZwei Fünfen: Diese Noten verdienten sich Kölns Defensiv-Profis

Die Spieler des 1. FC Köln nach dem Spiel gegen Union Berlin.

Copyright: IMAGO/STEINSIEK.CH

Der 1. FC Köln beendet die Saison 2025/2026 auf dem 14. Platz in der Bundesliga-Tabelle.

Nach einer Saison mit Höhen und Tiefen hat der 1. FC Köln sein Saisonziel Klassenerhalt erreicht. Zeit, ein Fazit zu ziehen: Das EXPRESS.de-Abschlusszeugnis für die Defensive.

Der 1. FC Köln hat sein großes Saisonziel erreicht. Die Mannschaft von René Wagner konnte bereits zwei Spieltage vor Schluss den Klassenerhalt eintüten. Es war eine Saison mit Höhen und Tiefen. Die Euphorie zu Beginn war gewaltig, der Start verheißungsvoll.

Mit der Derby-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach in der Hinrunde kam allerdings der Bruch. Der FC geriet in eine Negativspirale, an deren Ende Lukas Kwasniok seinen Hut nehmen musste. Co-Trainer Wagner übernahm und lenkte das Schiff mehr oder weniger sicher in den Hafen. Der FC schloss die Tabelle auf einem respektablen Platz 14 ab, kann aber mit der Ausbeute von lediglich 32 Punkten nicht zufrieden sein.

Diese Noten verdiente sich die Defensive des FC

Die Spielzeit ist nun rum, Zeit für das große Abschlusszeugnis! EXPRESS.de hat den Kader unter die Lupe genommen und Noten verteilt. Im ersten Teil geht es um die Defensive.

Marvin Schwäbe (30)

Er war über die gesamte Saison hinweg ein absolut verlässlicher Rückhalt, den ein Aufsteiger für das Bestehen in der Bundesliga braucht. Der Kapitän gehörte in zahlreichen Spielen zu den besten Kölnern, war mehrfach Matchwinner. Er hielt einige Siege fest (Hoffenheim Hinrunde, Wolfsburg Rückrunde) und bewahrte seine Mannschaft oft vor Schlimmerem.

Echte Patzer waren die Ausnahme, schwache Spiele wie das 1:2 gegen Leipzig vor heimischer Kulisse eher die Seltenheit. In diesem Spiel offenbarte sich aber auch seine größte Schwäche, die eine noch bessere Note verhinderte: Schwäbe bleibt bei hohen Bällen und Standards fast immer auf der Linie kleben, strahlt damit nicht genügend Sicherheit in seinem Hoheitsgebiet aus.

EXPRESS.de-Note: 2,5

Sebastian Sebulonsen (26)

Die Wundertüte aus Dänemark überzeugt seit seinem ersten Tag am Geißbockheim mit unglaublicher Physis. Ex-Trainer Lukas Kwasniok geriet regelmäßig ins Schwärmen, wenn er auf den Norweger zu sprechen kam. Er nannte ihn „Vollmaschine“ oder den „Ivan Drago des Fußballs“. Im Hinspiel gegen Leipzig schaltete er mit seiner Power Superstar Yann Diomande komplett aus, was diese Saison nicht vielen gelang.

Dazu bewies er, dass er flexibel einsetzbar ist. Seine besten Spiele machte er als Aushilfe in der Innenverteidigung. Nur nach vorne klappt bislang gar nichts, da hatte man sich nach den starken Eindrücken der Vorbereitung mehr versprochen. Sebulonsen beendet die Saison mit 0 Scorerpunkten, weil die Flanken meist viel zu ungenau kamen und die eigenen Abschlüsse zu harmlos waren.

Was ebenfalls hängen bleibt, ist seine dumme 5. Gelbe Karte gegen Hamburg. Damit fehlte er im Job-Endspiel für Kwasniok gegen Gladbach. Für ihn musste Debütant Cenny Neumann ran – der Ausgang ist bekannt.

EXPRESS.de-Note: 3,5

Alessio Castro-Montes (29)

Kam im Sommer als unbeschriebenes Blatt aus Belgien nach Köln und erlebte dann eine Hinrunde zum Vergessen. Nachdem er von Kwasniok anfangs mit Messi und Neymar verglichen wurde, wurde er danach vom Ex-Trainer monatelang kaltgestellt. Beim Startelf-Debüt gegen Bremen musste er nach ganz schwacher Leistung schon zur Pause runter. Intern wurde daher schon über einen Winter-Abschied diskutiert.

Doch „Monti“ blieb und avancierte zur Überraschung vieler zum Gewinner der Winter-Vorbereitung. Der Belgier überzeugte mit Vielseitigkeit, starker Technik und Zug zum Tor. Das stellte er dann im ersten Spiel des neuen Jahres auch direkt unter Beweis, gegen Heidenheim lieferte er seine ersten beiden Assists der Saison. Wenig später gegen Mainz konnte er nachlegen, ehe ihn eine Muskelverletzung wieder aus der Bahn warf. In Frankfurt wurde er dann zum umjubelten Joker, rettete dort mit seinem ersten Bundesliga-Tor den ersten Punkt für René Wagner.

Danach kam allerdings nicht mehr viel, zum Schluss verlor er seinen Stammplatz wieder an Kristoffer Lund. Insgesamt war es eine durchwachsene Premieren-Saison. Gemessen an den Anlagen und Fähigkeiten kam unter dem Strich zu wenig vom 29-Jährigen.

EXPRESS.de-Note: 4

Rav van den Berg (21)

Dieser Transfer war mal eine Ansage und schürte entsprechende Erwartungen im Umfeld des 1. FC Köln. Rav van den Berg war mit acht Millionen Euro Ablöse der Königstransfer des Sommers. Sein Köln-Start verlief unglücklich. Er hatte Pech, dass er sich bereits am dritten Spieltag eine schwere Schulterverletzung zuzog, die ihn zu einer monatelangen Pause zwang. Er kämpfte sich danach aber eindrucksvoll zurück, war nach seinem Comeback gegen Bremen, Pauli und Leverkusen der stabilste Verteidiger.

Die völlig unnötige Rote Karte zum Jahresabschluss gegen Union zog ihm aber erneut den Stecker. Der Start ins neue Jahr verlief schleppend, Kwasniok monierte öffentlich mangelnde Trainingsleistungen, Nachfolger Wagner schlug später in die gleiche Kerbe. Seit dem 28. Spieltag war van den Berg dann völlig außen vor. Offiziell waren es erst Verletzungs- und dann Leistungsgründe, EXPRESS.de hatte aber enthüllt, dass bei seinem 15. Saisoneinsatz zusätzliche Bonuszahlungen an den FC Middlesbrough fällig gewesen wären. Die wollte sich der FC nach einer eher enttäuschenden Premiere-Saison dann doch lieber sparen. Der früh kommunizierte Traum von der Premier League ist aktuell erstmal in weite Ferne gerückt.

EXPRESS.de-Note: 4,5

Joel Schmied (27)

Es war ein Jahr mit Höhen und Tiefen für den sympathischen Schweizer. Schmied war zu Beginn unumstrittener Stammspieler und maßgeblich am tollen Saisonstart beteiligt. Die kuriosen Fehler, die er sich in der Aufstiegssaison leistete, stellt er nahezu komplett ab. Vor allem sein Tempo tat der Kölner Defensive anfangs gut. Doch dann bremste ihn eine schwere Muskelverletzung, bei der es später sogar noch zu Komplikationen kam, jäh aus. Als er sich dann im Februar mühselig zurückgekämpft hatte, folgte der zweite Muskelfaserriss der Saison. Der Rhythmus ging komplett verloren, sein Körper ließ ihn im Stich. Insgesamt verpasste der Verteidiger damit fast die Hälfte aller Partien, konnte somit nicht die erhoffte Konstante in der Abwehr sein.

EXPRESS.de-Note: 4

Timo Hübers (29)

Timo Hübers zog sich bereits am 25. Oktober 2025 eine schwere Knieverletzung zu, die für ihn sein vorzeitiges Saison-Aus bedeutete. Daher dient an dieser Stelle sein EXPRESS.de-Hinrunden-Zeugnis:

Nach einer durchwachsenen Aufstiegssaison sahen nicht wenige die Zeit für eine Wachablösung in der Abwehr gekommen. Doch Hübers strafte seine Kritiker Lügen. Ohne den Druck der Kapitänsbinde lief der Verteidiger in der ersten Saisonhälfte zur ungeahnten Höchstform auf. Der Routinier war einer der Garanten für den tollen Saisonstart des Aufsteigers. Kwasniok verlieh ihm völlig zu Recht den Status „Abwehrchef“. Für Hübers und den FC lief alles wie am Schnürchen, bis zu jenem schicksalhaften 25. Oktober. Dort zog er sich gegen den BVB eine äußerst schwere Knieverletzung zu. Die Saison war für ihn damit gelaufen. War bis zu dem Drama auf Zweier-Kurs.

Vergangene Woche gab es dann erfreuliche Nachrichten für den Routinier. Der FC verlängerte den Vertrag des Verteidigers um ein Jahr. Thomas Kessler bremste allerdings zugleich die Erwartungen, stellte ein Comeback wohl frühestens für den Winter in Aussicht.

EXPRESS.de-Note: -

Dominique Heintz (32)

Ihm ist nicht viel vorzuwerfen. War immer da, wenn er gebraucht wurde und machte nie Stunk, wenn Kwasniok und am Ende vor allem Wagner ihn links liegen ließen. Er ging im Training immer voran, ließ sich nicht hängen und hatte auch in der Kabine eine wichtige Rolle. Nur auf dem Platz durfte er das selten zeigen, kam insgesamt nur neunmal zum Einsatz (382 Minuten). Die junge Konkurrenz war inzwischen an ihm vorbeigezogen.

Dominique Heintz bei seinem Abschied.

Copyright: Herbert Bucco

Dominique Heintz wurde beim letzten Heimspiel der Saison verabschiedet.

Daher entschied sich der FC, den Vertrag mit dem Urgestein nicht noch mal zu verlängern. Bekam aber immerhin seine Abschiedsminute im heimischen Rhein-Energie-Stadion. Die hatte er sich auch redlich verdient für seine treuen Dienste für den Verein. Geht als Aufstiegsheld und Sympathieträger. Sollte keine Probleme haben, im Sommer einen neuen Verein zu finden.

EXPRESS.de-Note: 4

Cenk Özkacar (25)

In der Hinrunde wusste man nie genau, welchen Cenk man bekommt. Gute Spiele (wie in Dortmund) wechselten sich mit gruseligen Auftritten (wie in Gladbach) ab. Der Türke wirkte fehleranfällig und zuweilen leichtsinnig. Doch im Winter legte der Verteidiger dann den Schalter um. Im neuen Jahr wurde Cenk deutlich beständiger, überzeugte mit kompromissloser Zweikampf-Führung, unermüdlichem Einsatz und Biss. War über Wochen der stabilste Verteidiger in der Kölner Defensive.

Erst gegen Ende wurde es wieder etwas unbeständiger. Seine langen Bälle in der Spieleröffnung, die selten ihr Ziel fanden, wurden sogar zum Ärgernis. Gegen Heidenheim kehrte zudem auch wieder der Schlendrian ein. Mit einem katastrophalen Fehlpass leitete er die peinliche Pleite ein. Muss kommende Saison weiter an der Konstanz arbeiten. Wenn er denn dann noch da ist. Der FC wird die niedrige Kaufoption zwar sicher ziehen, sollte aber ein gutes Angebot reinflattern, würde man ihm wohl keine Steine in den Weg legen.

EXPRESS.de-Note: 3,5

Jahmai Simpson-Pusey (20)

Quasi ohne Training mit den neuen Mannschaftskameraden warf Kwasniok den jungen Engländer, der davor bei Celtic Glasgow überhaupt keine Rolle gespielt hatte, ins kalte Bundesliga-Wasser. Der Mut machte sich bezahlt, Simpson-Pusey brauchte keine Eingewöhnungszeit und überzeugt als spielstarker Innenverteidiger. Leider warf ihn dann eine Verletzung relativ schnell aus der Bahn, durch die vermeidbare Rote Karte gegen Dortmund und einen Trauerfall in der Familie verpasste er weitere drei Partien.

Kämpfte sich dann aber erneut zurück und gewann den internen Konkurrenzkampf mit van den Berg souverän. Muss noch etwas an seiner Disziplin arbeiten. Dass er das Anschwitzen vor dem Heidenheim-Spiel verschlief und anschließend aus dem Kader gestrichen wurde, darf ihm trotz des jungen Alters nicht passieren. Aufgrund seiner Anlagen darf man in Zukunft aber noch viel von ihm erwarten. Der FC wird die Kaufoption für den Engländer ziehen.

EXPRESS.de-Note: 3

Kristoffer Lund (24)

Hat stark angefangen, dann aber noch stärker nachgelassen. Bei der Leihgabe aus Palermo schlich sich (zu) oft der Fehlerteufel ein. Patzer, die in der Bundesliga nicht passieren dürfen und die er dringend abstellen muss. Stieß in vielen Spielen an seine Grenzen, obwohl er mit seinem ungeheuren Tempo über eine wichtige Waffe für einen Schienenspieler verfügt. Doch gerade in der Rückwärtsbewegung wurde er des Öfteren von Gegenspielern düpiert, mehrmals konnte er entscheidende Flanken vor Gegentoren nicht verhindern.

Nach vorne bewies er oft Zug zum Tor, doch seine Flanken waren in der Regel jenseits von Gut und Böse. Der FC wägt aktuell gut ab, ob man die Kaufoption ziehen soll. Wenn, dann bleibt der Däne allerdings nur als günstiger Herausforderer für eine klare Nummer eins auf dieser Position.

EXPRESS.de-Note: 5

Eric Martel (24)

Vor der Saison träumte er bereits vom nächsten Karrieresprung. Doch nachdem die Angebote ausblieben, blieb Martel beim FC. Dabei erwies er sich wieder mal als Kölns Allzweckwaffe, Dauerläufer und „Kampfschwein“. Mit einem wichtigen Unterschied: Er war zwar weiterhin wichtig für das Gefüge, aber längst nicht mehr unersetzlich (wie noch in der Aufstiegssaison). Denn bei allem Einsatzwillen blieben seine Schwächen mit Ball nicht verborgen.

Dazu kam, dass ihn die Zukunft offenbar mehr beschäftigte, als er zugab. Die Verhandlungen wurden zum Kaugummi-Poker, Kessler zog sein Sommer-Angebot zurück und wollte Martel nicht mehr um jeden Preis halten. Seit Montag ist die Zukunft endlich geklärt. Martel verlässt den FC ablösefrei und wechselt zu Liga-Konkurrenz Mainz. Ob das der erhoffte nächste Schritt ist, muss der Spieler wohl für sich selbst beantworten.

EXPRESS.de-Note: 4

Tom Krauß (24)

Hatte einen durchwachsenen Start in die Saison. Mal spielte er, mal spielte er wochenlang nicht. Mal wurde er auf der Sechs gebraucht, dann bot ihn Kwasniok als Linksverteidiger auf. So richtig greifbar war das alles nicht. Zwischen November und März war er dann aber gesetzt und durfte auf seiner Lieblingsposition Sechs ran.

Dort wusste man immer, was man bekam: Einsatzwillen, Kampfgeist und Leidenschaft, während das Spielerische das eine oder andere Mal auf der Strecke blieb. Krauß überzeugte als Mentalitätsspieler, der immer sein letztes Hemd gab. Selbst als ihn starke Knieschmerzen im Saisonendspurt plagten, biss er auf die Zähne und ließ sich für fit spritzen. Bleibt dem FC erhalten, nach dem gelungenen Klassenerhalt und 15 Spielen greift die Kaufpflicht. Das soll bis zum Wochenende auch offiziell verkündet werden.

EXPRESS.de-Note: 3

Denis Huseinbasic (24)

Er gehört zu den großen Verlierern dieser Saison und wird der Nächste sein, der dem fortlaufenden Umbruch beim FC zum Opfer fällt. Der Stern des einstigen Senkrechtstarters aus der Regionalliga ist mittlerweile verglüht. Die Zeiten, als er mal Lenker und Denker im FC-Spiel war, sind vorbei. Huseinbasic war in dieser Saison höchstens noch Mitläufer. Wenn er mal eine Chance bekam, konnte er nur selten überzeugen, 0 Scorer sprechen eine eindeutige Sprache.

Unter René Wagner schaffte er es am Ende nicht mal mehr in den Kader. Ein deutlicheres Zeichen, dass das Kapitel zu Ende geht, kann man dem Spieler gar nicht geben. Wird sich im Sommer eine neue Herausforderung suchen müssen. Der FC wird froh sein, wenn man noch eine kleine Ablöse bekommt.

EXPRESS.de-Note: 5

Damion Downs im Zweikampf mit Willi Orban.
Wegen Downs
Kostet England-Skandal den FC Millionen?