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Weltmeister hofft auf Rivalen-WunderWeidenfeller: „Schalke muss schleunigst punkten!“

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Von Torwart Timo Horn (1. FC Köln), hier beim Spiel gegen Hertha BSC Berlin am 16. Januar 2021, fordert Weltmeister Roman Weidenfeller mehr Konstanz.

von Alexander Haubrichs (ach)

Dortmund – Englische Woche in der Fußball-Bundesliga – und auch für Dortmunds Ex-Keeper und Repräsentant Roman Weidenfeller (40) lautet die Frage: Machen die Verfolger das Titelrennen noch einmal spannend? Und was tut sich im Tabellenkeller nach dem Sieg des 1. FC Köln beim nun abgeschlagenen FC Schalke 04

Im EXPRESS spricht der Weltmeister von 2014 aber auch über seine Arbeit bei der Laureus-Stiftung und die Herausforderung in Zeiten der Pandemie.

Das fehlt Borussia Dortmund & Co. zur Jagd auf den FC Bayern München

Roman Weidenfeller, Ihr BVB wollte in diesem Jahr wieder Bayern-Herausforderer sein. Die Niederlage gegen Bayer wirft Dortmund noch weiter zurück. Wie sehen Sie die Situation?Es ist schon ärgerlich. Alle Spitzenmannschaften hatten zuletzt ihre schwächere Periode und der BVB konnte diese Chance für sich nicht nutzen. Wer zu Hause gegen Köln, Stuttgart verliert und gegen Mainz Punkte liegen lässt, hat letztlich ganz oben auch nichts zu suchen. Der BVB muss sich noch mehr fokussieren, speziell gegen vermeintlich schwächere Gegner, konzentriert und den letzten Willen zum Siegen zeigen. Durch den Trainerwechsel zu Edin Terzic spielt der BVB offensiver, attackiert höher und erarbeitet sich so mehr Chancen, allerdings fehlt jetzt die letzte Konsequenz. Dies sieht man in den Partien gegen Mainz und auch gegen Leverkusen, wo man Siegchancen hatte, als Leverkusen in der zweiten Hälfte müde wurde. Diese Siegermentalität braucht man, um im Titelrennen mitmischen zu können.

Alles zum Thema Timo Horn

Wer kann denn sonst die Verfolgung aufnehmen?Der BVB muss nun am Freitag gegen Gladbach die Punkte holen, um nicht weiter in der Tabelle abzurutschen. Dann wäre die Quali zu Champions League in Gefahr, was eigentlich das Minimalziel war. Leipzig ist wieder ins Rollen gekommen. Leverkusen hat ein tolles Spiel gegen den BVB gezeigt, sehr hoch gestanden und immer wieder den direkten Ball in die Spitze gesucht. Mit Diaby haben sie einen Top-Stürmer, der dem BVB alles abverlangt hat. Die Handschrift von Peter Bosz ist immer mehr zu erkennen. Peter Bosz hat aus seiner Dortmunder Zeit gelernt und macht da einen Riesenjob. Sie haben den Umbruch trotz des Verkaufs von Kai Havertz und Kevin Volland bestens gemeistert, sind offensiv noch variabler durch Alario, Schick, Amiri, Wirtz, Bailey und spielen fußballerisch auf höchstem Niveau.Sie spielen in der Europa League, bei der ich für RTL im Einsatz bin, eine tolle Rolle, insgesamt macht der deutsche Fußball international eine super Figur. Sechs Bundesligisten sind in die K.o.-Phase eingezogen. Da muss man die Klubs schon loben.

Roman Weidenfeller: „Ich wünsche Schalke und dem 1. FC Köln den Klassenerhalt“

Auf der anderen Seite taumeln Klubs wie Schalke und Köln dem Abstieg entgegen. Was erwarten Sie in diesem Duell?

Ich bin gespannt. Auch für uns Dortmunder wäre es wünschenswert, wenn beide Vereine in der Liga bleiben. Die Duelle mit Schalke elektrisieren das ganze Revier. Und gegen Köln gab es schon viele geile Spiele, das ist einfach ein toller Klub. Mit Christian Gross hat sich Schalke sehr viel Erfahrung und Ruhe gesichert, hoffentlich stabilisieren sich die Blauen weiterhin. Kolasinac wird ihnen weiterhelfen, Klaas-Jan Huntelaar dürfte bald einsatzbereit sein. Vielleicht kommt dann noch Rafinha. Allerdings war die Last-Minute-Pleite gegen Köln ein schwerer Nackenschlag. Jetzt kommen die Bayern. Danach brauchen sie schleunigst Punkte, damit die Lage nicht völlig aussichtslos wird.

Weidenfeller: „Kölns 0:5 gegen Freiburg war bedenklich“

Der FC dagegen hat endlich wieder getroffen und macht einen Schritt raus aus dem Keller.

Das 0:5 in Freiburg war schon bedenklich. Dass nach dem Spiel die Führungsspieler zum Manager Horst Heldt gehen, sagt auch schon einiges aus. Markus Gisdol muss jetzt zeigen, dass er die Mannschaft weiterentwickeln kann. Die vier Punkte aus den zwei Spielen tun jetzt gut, aber da war auch viel Glück im Spiel. Auch wenn der Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz jetzt komfortabel ist, ist das Problem in Köln wohl größer: Beim FC lebt man als Profi in einer tollen Stadt mit einem geilen Klub, mega Fans und verdient gutes Geld. Eine Wohlfühloase. Es fehlt zu oft das Gefühl, dass jeder sich entsprechend reinhaut und heiß auf Erfolg ist, sondern dass man sich am Geißbockheim gemütlich macht, die Ergebnisse und die persönlichen Leistungen manchmal zweitrangig sind.

Gilt das auch für Timo Horn? Er galt lange Zeit als Kandidat auf Ihre Nachfolge im Dortmunder Tor. Ist er irgendwo falsch abgebogen?

Vielleicht war Timo in den entscheidenden Momenten zu bequem. Er hat schon in jungen Jahren herausragend gehalten. Und es ist ja aller Ehren wert, dass er mit dem FC zurück in die Zweite Liga ist. Aber manchmal hilft ein Tapetenwechsel. Seit seiner Knorpelverletzung 2017 hat er sich im Grunde nicht mehr weiterentwickelt. Diese Situationen wie jetzt in Freiburg, wo er nur halbherzig zum Ball geht, passieren zu häufig. Trotzdem ist es wichtig, dass er beim FC derzeit im Tor steht und mit seiner Leistung die Mannschaft führt. Er hat die Erfahrung im Abstiegskampf, muss nur konstant bleiben. Der Auftritt gegen Schalke war ein richtiger Schritt.

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Dortmunds Repräsentant Roman Weidenfeller (r.) hat eine klare Meinung vor dem Duell der Borussia gegen Bayer Leverkusen und Geschäftsführer Rudi Völler. Das Foto entstand am 20. Februar 2020 beim Europa-League-Spiel Zwischen Leverkusen und dem FC Porto.

Warum Roman Weidenfeller gegen eine Corona-Pause ist

Es gibt es neue Lockdown-Beschlüsse, die Bundesliga darf aber wohl weiterkicken. Wie sehen Sie das?

Die Gesundheit der Menschen steht immer über dem Sport. Allerdings ist es aus meiner Sicht wichtig, die Gesellschaft mal kurzfristig von der Pandemie abzulenken. Ich finde es gut, dass ich mir mal ein Skirennen oder ein Handball-Spiel ansehen kann. Oder eben ein Fußball-Match. Damit man mal über etwas anderes diskutieren kann als Corona. Wir, der Sport, tragen dabei allerdings eine große Verantwortung, der man sich bewusst sein sollte. Nachrichten wie aktuell über Breel Embolo helfen da gar nicht, sowas geht nicht. 

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Roman Weidenfeller als Laureus-Botschafter beim Training mit Kindern.

Sie engagieren sich seit drei Jahren in der Laureus-Stiftung. Wie schwierig ist Arbeit gerade jetzt in der Pandemie?

Gerade in Pandemie-Zeiten haben es die Kinder und Jugendlichen ja besonders schwer, auch in den Sportvereinen geht wertvolle Zeit im Sport verloren. Genau deshalb ist mir das Laureus-Engagement auch so wichtig. Ich erlebe es ja bei uns zu Hause selbst, was das bedeutet. Immerhin haben wir einen Garten und können da auch mal zu Hause kicken. Der Rasen ist schon völlig ramponiert. Es sind eben wirklich herausfordernde Zeiten, in denen wir gerade alle leben. Bewegung und das Team-Erlebnis sind für Kinder und Jugendliche besonders wichtig, und deshalb ist es gerade in der Corona-Phase wichtig, hier auch einen Beitrag zu leisten und zu unterstützen, wo man kann.

Laureus-Stiftung erreicht sechs Millionen Kinder

Was bedeutet Ihnen die Laureus-Botschafter-Rolle und was umfasst diese Aufgabe?

Aktuell feiert die Hilfsorganisation Laureus Sport for Good ihr 20-jähriges Jubiläum mit einem Charity-Marathon und bietet auch 2021 wieder viele Aktionen, um benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu helfen. Insgesamt wurden dabei bereits sechs Millionen Kinder und Jugendliche erreicht.

Was ist Ihre aktuelle Aktion für Laureus?

Über die Laureus-Partner-Plattform VIPrize.org kann man aktuell eine Stadionführung mit mir durch den Signal-Iduna-Park gewinnen. In unserem Tempel kenne ich jeden Winkel und kann hier ein echtes Stadionerlebnis bieten. Außerdem kann man ein Spiel von Borussia Dortmund im Signal-Iduna-Park mit mir live erleben.