Streik in Holland Blockierte Straßen, leere Supermarktregale: Hier könnte es für Reisende Probleme geben 

Bauern und Bauerinnen haben bei einer Protestaktion auf der Autobahn A1 ein Schild von der niederländisch-deutschen Grenze entfernt.

Die Bauernproteste in den Niederlanden haben massive Auswirkungen auf das alltägliche Leben. Das Foto vom 29. Juni 2022 zeigt eine Protestaktion auf den Straßen von Holland.

Ein Streik sorgt in den Niederlanden für massive Einschränkungen. Betroffen sind vor allem Verkehr und Supermärkte – und damit auch zahlreiche NRW-Urlauber und -Urlauberinnen.

Die Niederlande sind eines der beliebtesten Reiseziele vieler Deutsche. Doch wer jetzt einen Ausflug ins angrenzende Nachbarland plant, muss mit einigen massiven Einschränkungen rechnen – und das ausgerechnet mitten in den Sommerferien in Nordrhein-Westfalen.

Der Grund dafür sind Protestaktionen zahlreicher Landwirte und Landwirtinnen. Der Streik hat dabei nicht nur enorme Auswirkungen auf die Einheimischen, sondern auch auf die vielen Touristen und Touristinnen.

Holland: Bauernproteste gegen Umweltauflagen bereiten Probleme

Seit fast zwei Wochen sind in NRW Sommerferien, viele Bürger und Bürgerinnen haben ihren Urlaub bereits geplant. Doch wer nach Holland fahren möchte, könnte nicht nur von wütenden Bauern und Bäuerinnen auf den Straßen aufgehalten werden, sondern auch noch leere Supermarktregale vorfinden.

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Zum Teil werden Straßen durch Kolonnen von Traktoren blockiert, Fischer und Fischerinnen versperren mit ihren Booten die Häfen und Zufahrten zu Supermärkten werden dicht gemacht. Infolgedessen können die Lkws die Lager nicht verlassen und es kann zu Lieferengpässen kommen. Am Montag (4. Juli) waren von solchen Blockaden mehr als 20 Verteilungszentren der großen Supermärkte betroffen. Auch am Dienstag (5. Juli) wurden Zufahrten versperrt.

In einigen Supermärkten gebe es laut regionalen Medienberichten bereits leere Regale. Betroffen seien insbesondere frische Waren wie Brot, Gemüse, Obst und Milch. Wenn es nach den protestierenden Landwirten und Landwirtinnen ginge, solle die Aktion noch weitreichender zu spüren sein, berichtet der „WDR“. Blockaden an Flughäfen gab es bislang jedoch noch keine.

Der Frust der niederländischen Bauern und Bäuerinnen hängt mit neuen Regierungsplänen zusammen. Die Regierung will die Auflagen für den Ausstoß von Schadstoffen wie Stickoxid und Ammoniak deutlich reduzieren. Im Nachbarland ist der Schadstoffausstoß bereits seit Jahrzehnten zu hoch. Die Pläne umfassen daher eine Reduzierung von rund 50 Prozent bis zum Jahr 2030.

Streik in Holland soll weiter anhalten – Verkehr teils lahmgelegt

Seit knapp zwei Wochen wird bereits gegen die strengeren Umweltauflagen protestiert. Da die Massentierhaltung und Viehzucht eine erhebliche Menge an Schadstoffen erzeugt, soll diese stark eingeschränkt werden. Eine deutliche Reduzierung der Tierbestände von etwa 30 Prozent auf den Betrieben steht derzeit zur Debatte.

Viele Bauern und Bäuerinnen sehen damit ihre Existenzen bedroht und fühlen sich in diesen Plänen nicht angemessen von der Regierung berücksichtigt. Um Druck auf die politischen Entscheidungen auszuüben, legen sie derzeit Teile des alltäglichen Lebens in Holland lahm. Auch wenn es immer wieder Vermittlungsversuche seitens der Regierung gibt, wird die Aktion womöglich noch länger weiterlaufen. (gr)

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