Rentenlücke mit 50? So können Sie noch gegensteuern.
So retten Sie Ihre RenteExperten erklären, wie Sie auch mit über 50 noch vorsorgen

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Mit über 50 noch mit der Altersvorsorge anfangen? Das ist längst kein unmögliches Unterfangen, erfordert aber Ausdauer.
Eigentlich weiß es jeder: Fürs Alter sollte man so früh wie möglich sparen. Mit kleinen Beträgen und dem Zinseszins-Turbo lässt sich so ein ordentliches Vermögen anhäufen. Wer spät anfängt, muss deutlich mehr Geld in die Hand nehmen, um dasselbe zu schaffen. Doch das Leben hat oft andere Pläne und das Sparen für später bleibt auf der Strecke.
Und dann der Schock mit über 50: Der Blick in die Papiere offenbart eine fiese Rentenlücke. Das ist der Abstand zwischen dem gewohnten Einkommen und dem, was im Ruhestand wirklich übrig bleibt, zum Beispiel aus der gesetzlichen Rente. Aber keine Sorge! Zwei Fachleute zeigen, was Betroffene in der knappen Zeit bis zur Rente noch tun können, um ihr Konto für den Lebensabend zu füllen.
Erst mal Kassensturz: Wie groß ist die Lücke wirklich?
Betroffene sollten strukturiert vorgehen, rät Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW am Standort Düsseldorf. Er empfiehlt, sich Zeit zu nehmen, um die für sich passende Lösung zu finden. Zuerst muss geklärt werden, ob die Versorgungslücke nur eine Reduzierung des Lebensstandards bedeutet oder ob dadurch sogar alltägliche Lebenshaltungskosten nicht mehr dauerhaft gedeckt werden können. Wer seinen bisherigen Lebensstil problemlos einschränken kann und will, steht vor einem kleineren Problem als jemand, dem im Alter das Geld für Wohnung und Essen fehlt.
Zuerst muss also geprüft werden, wie die Finanzen nach dem Eintritt in den Ruhestand aussehen. Konkret: Welche Einnahmen sind zu erwarten – und welche Ausgaben fallen an? Danach sollten Betroffene die Rentenhöhe aus der Information der Deutschen Rentenversicherung kontrollieren. Um eine mögliche Versorgungslücke exakt zu bestimmen, sollten sie prüfen:
Wenn die Höhe der Lücke feststeht, muss entschieden werden, wie sie geschlossen werden soll. Soll ein bestimmtes Kapital angespart werden, aus dem man sich selbst bedient? Oder bevorzugt man eine lebenslange Rente? Oder gibt es eine andere Strategie?
Grundsätzlich gilt bezüglich der Rentenlücke: Wer Anfang 50 ist, dem stehen wegen der verbleibenden Zeit von circa 15 Jahren mehr Möglichkeiten offen als einer Person, für die das 60. Lebensjahr näher rückt oder bereits vorbei ist.
Diese Optionen habt ihr, um die Rente aufzubessern
Bank- oder Fondsauszahlplan: Wer über einen größeren Geldbetrag frei verfügt – etwa nach der Auszahlung einer Lebensversicherung –, für den kann ein solcher Plan eine Möglichkeit sein. Wer sein Kapital so anlegt, bekommt danach jeden Monat eine bestimmte Summe ausgezahlt – bis das Geld am Ende eventuell aufgebraucht ist. Der Nachteil laut Scherfling: Die zusätzliche Zahlung kann nach einer gewissen Dauer enden.
Freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung: „Es kann sich rechnen, freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen“, sagt Andreas Irion, Präsident des Bundesverbands der Rentenberater.
Wer über ein Jahr monatlich den freiwilligen Mindestbeitrag von 112,16 Euro einzahlt, sichert sich später eine monatliche Rentenerhöhung von 5,68 Euro, wie die Deutsche Rentenversicherung auf ihrer Homepage darlegt. Mit dem freiwilligen Höchstbeitrag von 1.571,70 Euro ergibt sich nach einem Jahr regelmäßiger Zahlung ein monatliches Rentenplus von 79,63 Euro. Die gesetzliche Altersrente wird Anspruchsberechtigten ein Leben lang gezahlt, unabhängig vom erreichten Alter.
Über Indexfonds (ETFs) sparen: Das Sparen über ETFs ist laut Scherfling stets eine Alternative, die man in Betracht ziehen sollte. Wer Anfang 50 ist, kann sich für den Kauf von Anteilen eines breit gestreuten Aktien-ETF entscheiden und den Aktienanteil dann bis zum Renteneintritt schrittweise verringern. Die Anteile werden dann nach und nach veräußert und in Anlagen mit geringeren Schwankungen umgeschichtet. Auf diese Weise lässt sich das Risiko von Kurseinbrüchen reduzieren – denn kurz vor dem Ende des Berufslebens ist weniger Zeit vorhanden, um Börsentiefs auszusitzen.
Private Sofortrente: Bei dieser Form der Altersvorsorge zahlt man einen größeren Betrag an eine private Rentenversicherung und erhält dafür für den Rest des Lebens eine monatliche Zahlung aufs Konto. „Eine Sofortrente bietet sich nur an, wenn man noch Geld gespart hat oder durch eine Erbschaft oder Auszahlung einer Lebensversicherung zu Geld kommt und weder in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen noch mit ETF ansparen möchte“, erläutert Irion.
Doch Vorsicht: „Bei Versicherungslösungen muss man oft älter als 90 Jahre alt werden, um das eingezahlte Geld über die monatlichen Rentenzahlungen zurückzuerhalten“, so Scherfling. Nicht ratsam ist eine Sofortrente für Personen, bei denen sich zum Beispiel durch eine Erkrankung abzeichnet, dass sie kein hohes Alter erreichen werden.
Vorsicht Falle: Von diesen Geldanlagen solltet ihr die Finger lassen
In kapitalbildende Lebensversicherungen einzahlen: Von solchen Policen sollte man nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW Abstand halten, wenn das Ziel der Vermögensaufbau ist. Denn kapitalbildende Lebensversicherungen sind laut Scherfling typischerweise kostspielig und wenig flexibel. Auch private Rentenversicherungen sind wegen des niedrigen Höchstrechnungszinses von aktuell einem Prozent auf den Sparanteil nicht die beste Wahl – insbesondere, wenn der Ruhestand naht.
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
