2G-Netz vor dem Aus: Das bedeutet die Abschaltung für Sie
Radikaler Handy-SchnittAnbieter schalten 2G-Netz ab – was das für Ihr Gerät bedeutet

Copyright: Bernd Weißbrod/dpa
Ein Antennen-Standort, an dem auch in 2G gefunkt wird - noch.
Der veraltete Mobilfunk-Standard 2G nähert sich seinem Ende. Der Handynetzbetreiber O2 Telefónica hat angekündigt, die Technologie in der zweiten Jahreshälfte 2028 in Deutschland abzuschalten. Vor mehr als 30 Jahren wurde 2G für Telefonate und SMS eingeführt, doch inzwischen geht es in den Handynetzen vor allem um Datenverkehr.
Während die Zahl der Telefonate und SMS sinkt, steigt die genutzte Datenmenge immer weiter an. Mit 2G lassen sich nur winzige Datenmengen bewegen – genug für eine Mail ohne Anhang, aber mehr ist nicht drin. O2-Technikchef Mallik Rao sagt, 2G werde „den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht“. Er fügt hinzu: „Heute bieten flächendeckende 4G- und 5G-Netze deutlich mehr Leistung für Streaming, mobiles Arbeiten und vernetzte Anwendungen.“ Die Bezeichnung 2G steht für die zweite Generation von Mobilfunk-Standards. Man kennt es auch unter dem Namen GSM, eine Abkürzung für „Global System for Mobile Communications“.
Auch Telekom und Vodafone ziehen mit
Auch die Wettbewerber Vodafone und Deutsche Telekom haben bereits verkündet, dass sie 2G im Jahr 2028 den Stecker ziehen. Mit diesem Schritt werden wertvolle Frequenzen verfügbar, welche die Anbieter für ihre moderneren Netze einsetzen wollen. Rao erklärte dazu: „So verbessern wir unsere Netze genau dort, wo Menschen und Unternehmen sie jeden Tag brauchen“.

Copyright: Wolf von Dewitz/dpa
Am Vodafone-Messestand beim Mobile World Congress stand im März eine Handyattrappe, die an ein altes Nokia-Handy erinnerte. Solche Handys droht die Funkstille, wenn 2028 2G abgestellt wird. (Archivbild)
Droht jetzt das große Funkloch in der Region?
Schon 2021 wurde der Nachfolger 3G vom Netz genommen. Seitdem diente 2G quasi als Notfall-Netz: Wenn das Smartphone sonst keinen Empfang hatte, waren wenigstens noch Anrufe oder eine SMS drin. Die Bundesnetzagentur gibt an, dass die 2G-Antennen von wenigstens einem Anbieter eine Flächenabdeckung von 99,78 Prozent in Deutschland erreichen. Doch der Fortschritt bei moderneren Antennen ist enorm: 4G kommt schon auf 97,79 Prozent und 5G sogar auf 95,29 Prozent der Fläche des Landes.
Bis Ende 2028 dürften diese Werte weiter steigen – das Risiko, wegen der 2G-Abschaltung plötzlich ohne Netz dazustehen, ist also eher gering. Trotzdem könnte es passieren, dass man beim Sonntagsausflug im Wald plötzlich im Funkloch steht. Denn es ist nicht garantiert, dass überall, wo heute noch 2G verfügbar ist, morgen auch 4G oder 5G ankommt.
Altes Handy bald nur noch Elektroschrott?
Laut O2 wird sich für die Mehrheit der Kundinnen und Kunden nichts ändern. Wer allerdings noch ein steinaltes Handy aus der Zeit um die Jahrtausendwende besitzt, das weder 4G noch 5G kann, der muss sich ein neues Gerät zulegen. O2-Manager Rao beruhigt: „Für die meisten Verbraucher ändert sich nichts und sie können dem 2G-Ende in der Regel gelassen entgegensehen“.
Wichtig ist 2G aber noch für das sogenannte „Internet der Dinge“ (IoT), also für die Vernetzung von Maschinen und Geräten. Beispielsweise kommunizieren manche Sensoren in Lagerhallen oder an Industriestandorten, wie bei Alarmanlagen oder Brandmeldern, über das 2G-Netz. Die Bekanntgabe des Enddatums ist daher auch ein Weckruf für Unternehmen. Rao mahnt: „Wer heute noch 2G in Geräten oder Anlagen nutzt, sollte die Umstellung jetzt starten“. Er fügte hinzu: „Frühes Handeln senkt das Risiko von Ausfällen und schafft die technologische Grundlage für die nächsten Jahre.“

Copyright: Sven Hoppe/dpa
Blick auf die O2-Zentrale in München. (Archivbild)
Vodafone geht Sonderweg für die Industrie
Konkurrent Vodafone verfolgt eine leicht abweichende Strategie. Das Unternehmen plant zwar auch, 2G im Jahr 2028 abzuschalten, will aber einen Teil des Spektrums bis 2030 weiterlaufen lassen, um bestimmte IoT-Anwendungen weiter zu betreiben. Für private Handynutzer ist 2028 Feierabend. Im Jahr 2030 ist dann auch für die Firmenkunden endgültig Schluss. Technikchef von Vodafone Deutschland, Fabrizio Rocchio, erläuterte: „Durch das Abschalten von 2G erhöht sich für LTE und 5G im sogenannten Low Band die verfügbare Bandbreite“. Er ergänzte: „Daraus resultiert ein Kapazitätsgewinn von rund zehn Prozent.“ (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
