Tja, manchmal wissen Drehbuchautoren mehr als alle anderen: Wie Filme und Serien das aktuelle Jahr 2026 schon vorwegnahmen.
Trump, KI und RoboterDie unheimlichen Kino-Vorhersagen für 2026

Copyright: picture-alliance/ dpa
Eine schrecklich gelbe Familie: Die „Simpsons“ sind Urväter und -mütter der Kino- und Fernseh-Voraussagen. Sowas wie Nostradamus in heiter ...
Autor
Was bringt uns 2026? Die ersten Wochen des neuen Jahres sind rum – und es ist schon wieder so viel passiert. Sicherer ist die Welt nicht geworden. Schauen wir doch mal, was Film und Fernsehen für 2026 so vorhersagen. Okay, natürlich mit einem Augenzwinkern. Aber tatsächlich spielen einige Blockbuster und Serienfolgen aus verschiedenen Jahrzehnten in exakt diesem Jahr. Spoiler: Die Prognosen sind leider meist duster. Zum Glück alles nur Fiktion.
Fangen wir mit den Experten für Vorhersagen an: Den Machern der gelben Kultserie „Die Simpsons“: Sie haben in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder beeindruckende Coups gelandet, haben schon im Jahr 2000 (als jeder sonst es sogar als Gag als zu schräg empfand) Donald Trump als US-Präsidenten vorhergesehen: In der Folge „Barts Blick in die Zukunft“ (2000) wird Trump als ehemaliger Präsident erwähnt, einer der Vorgänger von Lisa Simpson, die beim Blick in die Zukunft die Vereinigten Staaten regiert und ein völlig zerstörtes Land von ihrem Amtsvorgänger (Trump) übernimmt.
Die „Simpsons“: Profis in Sachen Vorhersagen (die auch oft eintrafen)
Viele Technologie-Trends nahmen die „Simpsons“ auch vorweg: FaceTime/Videotelefonie, Smartwatches und Autokorrektur-Fehler wurden schon 1994 und 1995 gezeigt. Man sagte Skandale voraus wie den Pferdefleischskandal in Schulessen in den USA aus dem Jahr 2013 (tauchte schon 1994 in einer Folge auf), die manipulierten Wahlmaschinen in den Staaten, das Coronavirus oder auch Showereignisse wie den Super-Bowl-Auftritt von Lady Gaga (2012 thematisiert, 2017 realisiert) oder die Übernahme der „Simpsons“ durch Disney. Und die gelben Springfielder könnten mit vielem wieder recht behalten:
- „Mein Freund, der Roboter“ (23. Staffel, Episode 17, 2012): Wegen des desolaten Gesundheitszustandes seiner Mitarbeiter im Atomkraftwerk muss Mr. Burns eine Strafe zahlen. Deshalb ersetzt er sie durch Roboter, nur Homer darf als einziger menschlicher Angestellter bleiben, damit Burns immer einen Sündenbock für alles hat, was schief läuft. Gar nicht so weit hergeholt, Roboter sollen ja 2026 ihren Durchbruch im Alltag feiern. Ob es was wird? Homer jedenfalls fummelt an den Robo-Kollegen rum und die KI sieht ihn daraufhin als Sicherheitsrisiko und will ihn eliminieren. Auch nicht so weit hergeholt, oder?
- „Homer und der Revolver“ (5. Staffel, Episode 1, 1997): Die Fußball-Weltmeisterschaft findet in dieser „Simpsons“-Folge in den USA statt, Homer und die Familie besuchen das Endspiel zwischen Portugal und Mexiko, das allerdings so langweilig ist, dass die Zuschauer zu randalieren beginnen. Homer merkt, dass er seine Familie nicht richtig beschützen kann und sucht sein Heil darin, dass er sich eine Waffe zulegt. Tatsächlich findet die Weltmeisterschaft in diesem Jahr in den USA, Kanada und Mexiko statt (ab 11. Juni). Das Endspiel wird auch in der Realität in den USA, im MetLife Stadium (New Jersey), ausgetragen. Und Portugal und Mexiko sind beide für die WM qualifiziert und können rein rechnerisch in der K.o.-Phase oder erst im Endspiel aufeinandertreffen. Hoffen wir mal für Deutschland, das es doch anders kommt.

Copyright: picture alliance / dpa
Eine schrecklich nette Familie sind die Simpsons – auf diesem Foto von 2014 sind die Figuren Homer, Marge, Lisa und Maggie zu sehen; Sohn Bart Simpson fehlt.
- „Die Marge-laner“ (27. Staffel, Episode 16, 2016): Lisa meldet sich für ein Mars-Missions-Programm an, bei der sie in zehn Jahren auf den Roten Planeten fliegen soll. Marge findet das gar nicht gut, wendet aber umgekehrte Psychologie an und täuscht eine solche inbrünstige Begeisterung vor, dass auch sie sich freiwillig meldet und mit Lisa am Training teilnimmt. Solche Trainings für den Flug zum Roten Planeten auf der Erde gibt es seit Jahren, SpaceX-Gründer Elon Musk hat angekündigt, dass er mit einem Raumschiff noch 2026 fünf (!) unbemannte Mission starten will (siehe auch rechts den Kasten zu „Doom“). Außerdem arbeiten NASA und ESA an Probenrückführungen vom Roten Planeten.
- „Das ist alles nur Lisas Schuld“ (13. Staffel, Episode 15, 2002): Lisa sorgt sich um einen kleinen brasilianischen Waisenjungen. Die ganze gelbe Familie reist nach Rio, um ihn zu suchen. Homer trägt dabei ein T-Shirt, auf dem ein aggressiver Uncle Sam ein riesiges Stück aus der Weltkugel beißt – genau an der Stelle, wo Grönland liegt. Mit ein bisschen Fantasie könnte man meinen, dass da jemand Donald Trumps Annexions-Fantasien vorhergesehen hat.
Doch nicht nur die Simpson betätigen sich prophetisch. Wir haben noch andere Beispiele gefunden ...
US-Präsident wird zum Hulk und zerstört alles
Wäre Donald Trump nicht eher ein orangener Hulk? Na, in „Captain America: Brave New World“ von 2025 soll es ja auch nicht Donald Trump sein, der ausrastet, sondern Harrison Ford. Der will (anders als Trump), dass Rohstoffe fair verteilt werden, als das auf Grund eines Komplotts nicht richtig klappt, mutiert Ford zum Roten Hulk, demoliert das Weiße Haus und die Stadt Washington D.C..

Copyright: IMAGO/Landmark Media
Ja, das ist in der Tat Hollywood-Großmeister Harrison Ford in „Captain America 4: Brave New World“. Er spielt hier sowohl den US-Präsidenten Thaddeus „Thunderbolt“ Ross als auch den Roten Hulk.
Er kann aber von Captain America (gespielt von Anthony Mackie) überzeugt werden, doch wieder brav zu sein. Und ein guter Rohstoff-Deal kommt doch zustande. Wenn nur einer Donald Trump auch überzeugen könnte, nicht alles, wofür Amerika steht, zu zerstören und in Sachen Rohstoffen besser zu kooperieren statt zu eskalieren ...
Die KI bemächtigt sich aller Atomwaffen
Die Künstliche Intelligenz wendet sich gegen ihre Schöpfer? Wovor selbst Tech-Bosse schon warnten, wird in „Mission Impossible – The Final Reckoning“ aus dem letzten Jahr schon bittere Realität. Der Action-Kracher soll 2026 spielen und die KI bemächtigt sich der weltweiten Atomwaffen (auf Geheiß eines menschlichen Bösewichtes).

Copyright: IMAGO/Landmark Media
Tom Cruise als Ethan Hunt in „Mission Impossible – The Final Reckoning“ rettet mal wieder die Welt – und den Fans von Actionfilmen den (Kino-) Abend.
Zum Glück kann Tom Cruise als Ethan Hunt das Schlimmste verhindern, indem er alle möglichen und unmöglichen Stunts abzieht. Da wir ja wissen, dass Cruise wirklich immer alle waghalsigen Actionszenen selbst macht, hätten wir in der Realität also vielleicht eine Chance. Cruise sei Dank!
Der „Terminator“ wird geboren
Da hat einer weit in die Zukunft geblickt. 1984 wirft Regisseur James Cameron den ersten „Terminator“-Film auf den Markt. Der soll zwar 2029 spielen, aber: die Künstliche Intelligenz Skynet im Film beginnt schon im Jahr 2026 mit der Produktion des T-800. Die Cyborgs sollen also schon dieses Jahr das Licht der Welt erblicken.

Copyright: picture alliance / dpa
Wird im Film von 1984 im Jahr 2026 gebaut und reist dann aus dem Jahr 2029 in die Vergangenheit nach 1984 zurück: Der Terminator mag offenbar Zeitsprünge.
Die von Arnold Schwarzenegger gespielte Maschine reist dann von 2029 in die Vergangenheit nach 1984, um die Mutter des noch nicht geborenen John Connor zu töten. Wenn man den Roboter-Hype gerade anschaut, vielleicht alles gar nicht sooo unrealistisch.
Die Menschheit erreicht den Mars
Ja, dass ein Raumschiff den Mars erreicht, hat Elon Musk für 2026 angekündigt, und auch vor ein paar Tagen noch bekräftigt (terminiert aber eher für Ende 2026). Obs was wird? Nun ja, im Jahr 2005 durfte Dwayne „The Rock“ Johnson in „Doom – Der Film“ schon mal auf den Roten Planeten spazieren – und der Film sollte 2026 spielen. „The Rock“ hatte aber im Film (der auf einer Videospielreihe basiert) ein Wurmloch in Nevada gefunden, das ihn direkt zum Mars transportierte.

Copyright: imago images / United Archives
Knalleffekt: Dwayne „The Rock“ Johnson hat in „Doom – Der Film“ ein Wurmloch gefunden und landet auf dem Mars. Im Jahr 2026 ...
Die Zukunftsvision im Film: Die kolonisierenden Menschen mutierten zu Monstern, eine Eliteeinheit muss diese dezimieren und verhindern, dass sie durchs Wurmloch auf die Erde gelangen. Hoffen wir mal, dass das alles nicht eintritt, wenn wir zum Mars reisen. Nicht 2026 oder in sonst einem Jahr.
Die Roboter kommen
Wow, schon vor knapp 100 Jahren dachte man an 2026. Das Sci-Fi-Meisterwerk „Metropolis“ von Fritz Lang gilt bis heute als Meilenstein des Kinos – weltweit gesehen. Im Stummfilm führt die Menschmaschine Maria (gespielt von Brigitte Helm) im Jahr 2026 die Arbeiter im Aufstand gegen die herrschende Schicht an.

Copyright: IMAGO/Capital Pictures
Brigitte Helm 1927 in Fritz Lands Monumentalfilm „Metropolis“. Sie wird zum Roboter, der Film allerdings floppte damals gnadenlos an den Kinokassen und erlangte erst Jahre später einen gewissen Kultstatus.
Es war einer der teuersten Filme seiner Zeit, der erste deutsche Blockbuster (310 Drehtage!), floppte damals schrecklich. War seiner Zeit einfach zu sehr voraus, thematisierte damals schon KI.
2026: Die Grippewelle rafft uns dahin
Wie die Affen die Erde übernehmen, das ist das Thema der mittlerweile zehnteiligen Filmreihe „Planet der Affen“. In „Planet der Affen: Revolution“ von 2011 hat die Affen-Grippe im Jahr 2026 die Menschen fast ausgelöscht. Die Affengrippe war natürlich menschgemacht, weil im Labor mit Viren experiment wurde.

Copyright: picture alliance / dpa
Gruselig: Andy Serkis als Ceasar in einer undatierten Szene des Films „Planet der Affen: Revolution“. In dem Fiktion-Drama wird die Menschheit durchs Grippevirus extrem dezimiert, die Affen kommen an die Macht.
Nur einige wenige Menschen haben überlebt, die Affen sind hingegen intelligent geworden. Die verblieben Menschen machen Jagd auf sie und umgekehrt, was in einem Krieg mündet, der die Affen endgültig an die Macht spült. Hoffen wir mal, dass das Vogelgrippevirus H5N5 nicht in der Realität ähnliche Folgen hat wie das Affenvirus im Film. 2025 ist ein erster Mensch an dem H5N5 gestorben. Gruselig.
Revolte auf dem Zug in der ewigen Eiswüste
Der Klimakollaps kommt, okay, er ist in der Serie „Snowpiercer“ (2020 bis 2024) schon seit 2021 voll da und die Erde ist eine Eiswüste, die Menschheit lebt nur noch in einem ewig fahrenden Zug, der in Klassen unterteilt ist und die Erde umrundet.

Copyright: picture alliance / dpa
Szene aus dem Kinofilm „Snowpiercer“. Das Sci-Fi-Drama spielt weitgehend in einem Zug.
2026 gibt es aber eine Revolution, weil die Menschen in den unteren Klassen im Zug keine Lust mehr haben, nicht in den Genuss des Luxus der 1. Klasse zu kommen. Bahnreisenden dürfte allerdings bekannt sein, dass in der 1. Klasse auch nicht alles rosig ist. Und obwohl es gerade kalt ist, sind wir von Eiswüste noch weit entfernt. Wird doch bald wieder Frühling.
Videospiele überstrahlen alles
Diese Vision für 2026 dürften nur Japan-Nerds kennen: Der Film „Sword Art Online – The Movie: Ordinal Scale“ (bei Netflix) basiert auf einem Manga und spielt im Jahr 2026.

Copyright: IMAGO/Capital Pictures
Szene aus dem Manga-Film Sword Art Online – The Movie: Ordinal Scale“.
Dort wird das neue Spielsystem Augma veröffentlicht. Es kann eine virtuelle Realität simulieren, während der Benutzer bei vollem Bewusstsein ist. Man kann also komplett in die Spielewelt eintauchen, aber sie auch wieder verlassen, es ist hier eher eine tolle Erfahrung. Wer bloß die ganzen Jobs in der echten Welt erledigt, wenn alle zocken?


