Davon, dass Donald Trump nicht mit Kritik aus der Entertainmentbranche umgehen kann, können Stephen Colbert und Jimmy Kimmel ein Lied singen. Nun ist der nächste auf seiner Abschussliste gelandet: Der Präsident droht Trevor Noah mit seinen Anwälten - wegen eines Witzes bei den Grammys.
Wegen Epstein-WitzTrump droht Grammy-Moderator mit Klage

Copyright: 2026 The Recording Academy/Kevin Winter
US-Entertainer Trevor Noah hat den Zorn von Donald Trump auf sich gezogen. (Bild: 2026 The Recording Academy/Kevin Winter)
Wird dieser Witz rechtliche Konsequenzen haben? „Das ist ein Grammy, den jeder Künstler haben will“, gratulierte Grammy-Moderator Trevor Noah Billie Eilish zu ihrem Sieg in der Kategorie „Bester Song des Jahres“. „Fast so sehr wie Trump Grönland will“. Hätte der Witz hier geendet, hätte er wohl keine hohen Wellen geschlagen. Doch der ehemalige Moderator der „Daily Show“ war noch nicht fertig: „Das macht auch Sinn, denn seitdem Epstein weg ist, braucht [Trump] eine neue Insel, auf der er mit Bill Clinton rumhängen kann.“
Der Explosionskraft seines Witzes war sich Noah offensichtlich bewusst. „Ich habe euch ja gesagt, dass das mein letztes Jahr ist“, fügte er in Anspielung auf das bevorstehende Ende seines sechs Jahre andauernden Laufes als Moderator der Preisverleihung an. „Was wollt ihr dagegen schon machen?“ Was er damit meinte: Er könne ja nicht mehr gefeuert werden. Geht es nach Donald Trump, könnte die Spitze aber durchaus Konsequenzen haben, nämlich rechtliche.
Feldzug gegen die Entertainmentbranche
„Es sieht so aus, dass ich meine Anwälte schicken werde, um diesen armen, erbärmlichen, talentlosen Trottel von einem Moderator zu verklagen“, schrieb Trump In einem Post auf seiner Social-Media-Platform Truth Social. Noah sei „fast so schlecht wie Jimmy Kimmel bei den Niedrige-Einschaltquoten-Academy-Awards“, schrieb Trump in Anspielung auf die Oscar-Moderation von Late-Night-Talker Kimmel.
„Ich kann nicht für Bill sprechen, aber ich war nie auf Epsteins Insel“, ging der Präsident auf den Inhalt des Witzes ein. „Bis zu dem heutigen falschen und verleumderischen Statement wurde ich nie beschuldigt, dort gewesen zu sein, nicht einmal von den Fake-News-Medien“, so Trump weiter. Trumps Name ist im Zusammenhang mit den Prozessakten um den Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein mehrmals genannt worden. Dass die beiden Männer eine Zeitlang eine Freundschaft verband, ist bekannt, später brach Trump mit Epstein.
2025 war die Late-Night-Show von Jimmy Kimmel bei ABC nach einem Witz über die Ermordung des rechtskonservativen Aktivisten Charlie Kirk abgesetzt worden und in Verbindung mit Druck aus dem Weißen Haus gebracht worden. ABC machte die Entscheidung wieder rückgängig. Härter traf es Kimmels Late-Night-Kollegen Stephen Colbert. Dessen Sendung wird im Mai zum letzten Mal auf Sendung gehen. Die Absetzung der prestigeträchtigen Show, die Colbert von David Letterman übernommen hatte, wird von vielen Beobachtern als Versuch des Senders CBS gewertet, Trump zu beschwichtigen. Sowohl Kimmel als auch Colbert kritisieren den Republikaner regelmäßig in ihren Sendungen. (tsch)

