Anklage wegen Bandenbetrugs gegen Assauers Tochter
Drama um Schalke-LegendeTochter soll dementen Vater um 767.000 Euro betrogen haben

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Bettina Michel – rund zehn Jahre vor dessen Tod – gemeinsam mit ihrem Vater Rudi Assauer. (Archivbild)
Ein schwerer Vorwurf überschattet das Erbe der Schalke-Ikone Rudi Assauer (†74). Seine Tochter Bettina Michel ist ins Visier der Justiz geraten und muss sich womöglich bald vor Gericht verantworten. Der Vorwurf wiegt schwer: gewerbsmäßiger Bandenbetrug, bestätigt ein Sprecher des Landgerichts Essen. Die Staatsanwaltschaft hat bereits im Mai Anklage erhoben; das Gericht entscheidet nun über die Zulassung.
Assauer, der 2019 an den Folgen einer schweren Demenz verstarb, hinterließ ein komplexes Vermächtnis. Angeklagt sind neben seiner Tochter auch eine frühere Angestellte und ein Freund Assauers, so der Gerichtssprecher. Ein separates Verfahren gegen eine vierte Person wurde nach deren Tod beendet. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

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Bettina Michel 2019 bei der Trauerfeier für ihren Vater: Nun stehen schwere Vorwürfe gegen sie und weitere Angeklagte im Raum. (Archivbild)
Immobilien-Verkauf ohne Erlaubnis?
Im Zentrum der Anklage stehen zwei Immobilienverkäufe zu Lebzeiten des Fußball-Managers, für die es keine Berechtigung gegeben haben soll. Die Beschuldigten sollen dafür eine ungültige Generalvollmacht von Assauer aus dem Jahr 2012 verwendet haben. Ihnen wird unterstellt, gewusst zu haben, dass er wegen seiner Krankheit zu diesem Zeitpunkt nicht mehr geschäftsfähig war.
Den Erlös aus den Veräußerungen sollen die Beschuldigten in unterschiedlicher Höhe unter sich aufgeteilt haben, erklärt der Sprecher des Gerichts. Die Gesamtsumme in diesem Strafverfahren beläuft sich auf 767.080 Euro.
Anwalt: Michel „ist sehr getroffen von den Vorwürfen“
Doch für die Tochter kommt es noch härter: Die Staatsanwaltschaft wirft ihr obendrein eine falsche eidesstattliche Versicherung vor. Sie soll nach dem Tod ihres Vaters vor einem Amtsgericht unwahre Angaben über dessen verbliebenes Vermögen gemacht haben.
Zu den Anschuldigungen im Detail möchte sich Bettina Michel über ihren Anwalt Burkhard Benecken derzeit nicht äußern. Der Rechtsanwalt kündigte jedoch an, dass man sich in einem möglichen Prozess umfassend zu Wort melden werde. „Meine Mandantin ist sehr getroffen von den Vorwürfen. Es schmerzt sie sehr, dass sie ihren Vater ausgenommen haben soll. Vor allem, dass in einem möglichen Gerichtsprozess viele private Details an die Öffentlichkeit gelangen dürften, setzt ihr sehr zu“, erklärte Benecken.

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Rudi Assauer hatte seine Alzheimer-Erkrankung im Jahr 2012 öffentlich gemacht. Auch danach zeigte er sich weiter beim FC Schalke 04, hier 2017 bei einem Jubiläumsspiel 20 Jahre nach dem UEFA-Pokalsieg. (Archivbild)
Anwalt beklagt Promi-Malus
„Wenn in anderen häuslichen Bereichen Gelder verschoben werden, interessiert das in der Regel niemanden“, sagte der Anwalt. Im Fall des prominenten Fußballmanagers Assauer seien die Ermittlungen jedoch außergewöhnlich umfangreich gewesen. Er sieht darin „eine Art Promi-Malus“, so Benecken. Die Anklage umfasse teils Vorwürfe, die bis ins Jahr 2015 zurückreichen.
Als Manager des Traditionsvereins Schalke 04 (1981 bis 1986 und 1993 bis 2006) wurde Assauer weit über den Sport hinaus bekannt. Der charismatische Macher mit der Zigarre als Markenzeichen hat die Bundesliga jahrelang geprägt. Er starb am 6. Februar 2019 im Alter von 74 Jahren in seiner Heimatstadt Herten an den Folgen seiner langjährigen Alzheimer-Erkrankung. Bereits um sein Erbe wurde vor Gerichten gestritten. (dpa/red)
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