Deutschland bei den Oscars raus? Von wegen! Drei Produktionen sind noch im Rennen. Auch Filmschaffende haben noch Chancen.
Oscars 2026Diese Deutschen hoffen auf den großen Coup!

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Der deutsche Komponist Max Richter hofft auf einen Oscar. (Archivbild)
Aktualisiert
Ein Schock für Film-Deutschland: Der Beitrag „In die Sonne schauen“ ist raus beim Kampf bei den Oscars 2026 für den „Besten internationalen Film“. Aber Kopf hoch! Die Gala am 15. März 2026 könnte trotzdem eine deutsche Party werden. Gleich drei Werke mit deutscher Mitwirkung sind noch im Rennen um die berühmten Goldstatuen.
Star-Drama mit neun Oscar-Chancen
Ganz vorn mit dabei ist das Drama „Sentimental Value“, ein Werk von Regisseur Joachim Trier. Der Film glänzt mit einer Starbesetzung, darunter Stellan Skarsgård und Elle Fanning. Entstanden ist er als internationale Koproduktion, bei der die deutsche Firma Komplizen Film sowie ZDF und Arte mitgewirkt haben. Das Ergebnis ist ein echter Kracher: Der Film hat Chancen in gleich neun Oscar-Kategorien!
Die Geschichte ist zum Heulen schön: Zwei Schwestern, Nora und Agnes, müssen das Haus ihrer verstorbenen Mutter ausräumen. Da taucht aus dem Nichts ihr Vater Gustav auf. Er ist Regisseur und hat einen Plan: Seine Tochter Nora soll die Hauptrolle in einem Film über sein Leben spielen.
Nervenkitzel von Marokko bis Russland
Auch das Roadmovie „Sirāt“ ist im Oscar-Fieber dabei. Hauptsächlich ist es eine spanisch-französische Produktion, aber ZDF und Arte waren als Partner beteiligt. Die Story hat es in sich: Der Spanier Luis ist mit seinem Sohn Esteban (12) in Marokko unterwegs. Er sucht seine Tochter, die bei einem Rave-Event verschollen ist. Als die Polizei die Feier auflöst, startet eine gefährliche Jagd durch das Atlasgebirge.
In der Sparte „Bester Dokumentarfilm“ geht „Ein Nobody gegen Putin“ ins Rennen. Die Doku entstand als Kooperation zwischen Dänemark, Tschechien und Deutschland, auch hier mit Support von ZDF und Arte. Erzählt wird die Geschichte eines russischen Lehrers. Er organisiert zunächst patriotische Events in seiner Schule, beginnt aber zunehmend, das politische System in seiner Heimat kritisch zu sehen. Das Beste: Der Film ist derzeit umsonst in der Arte-Mediathek und auf YouTube verfügbar.
Deutsche Kreative hoffen ebenfalls auf Gold
Neben den genannten internationalen Koproduktionen mit Beteiligung von ZDF und Arte stehen bei den Oscars 2026 auch mehrere Filmschaffende aus Deutschland auf der Nominierungsliste.
- Max Richter: Der in Deutschland geborene Komponist ist für seine Filmmusik zum Film „Hamnet“ für einen Oscar nominiert.
- Michael Ralla: Der Visual-Effects-Spezialist aus Baden-Württemberg gehört zum Effekt-Team des Films „Sinners“, das in der Kategorie „Beste visuelle Effekte“ nominiert ist.
- Guido Wolter: Auch der aus Dessau stammende VFX-Künstler arbeitet am Effekt-Team von „Sinners“, das ebenfalls auf einen Oscar hoffen darf.
Die deutschen Chancen bei der 98. Verleihung der Academy Awards sind also noch intakt, auch wenn es nur indirekt ist. Die Daumen sind gedrückt! Die riesige Show steigt im Dolby Theatre in Hollywood, moderiert von US-Komiker Conan O’Brien. Fans in Deutschland können das Spektakel in der Nacht zum 16. März live auf ProSieben verfolgen oder via Stream bei Joyn dabei sein. (jag)

