Könnte Putins die Nato früher als erwartet angreifen? Militär-Experte Carlo Masala teilt jetzt seine Befürchtung.
Experte schlägt AlarmPutin-Angriff auf Nato viel früher als gedacht möglich

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Carlo Masala
Der renommierte Militär-Fachmann Carlo Masala warnt eindringlich davor, dass ein russischer Angriff auf die Nato eventuell schon vor 2029 erfolgen könnte. Das wäre erheblich früher, als die Allianz es bislang erwartet. Gegenüber der „Welt am Sonntag“ stellte der Professor für internationale Politik unmissverständlich fest, dass militärische Taktiken häufig auf einen Überraschungsmoment abzielen.
Einen logischen Anlass, warum Moskau zögern sollte, sieht Masala nicht, wenn die Defizite der Allianz bereits früher ausgenutzt werden können. Seine Prognose lautet daher: „Es passiert vorher.“ Die Bundeswehr habe zwar mittlerweile ein Gespür für eine so zeitnahe Gefahr, sei darauf aber unzureichend vorbereitet. „Die Frage, was wir tun können, damit wir morgen einsatzbereiter sind als heute, wird noch nicht mit der nötigen Konsequenz beantwortet“, meint der Fachmann.
Bundeswehr: Vorbereitung mangelhaft
Der Experte pocht auf handfeste Schritte, die umgehend wirken. Darunter fallen die sogenannten „Fight Tonight“-Strategien, mit denen die militärische Einsatzbereitschaft kurzfristig gesichert werden soll. Anstatt auf zeitraubende Vorbereitungen zu bauen, müssten jetzt sofort verfügbare Waffensysteme gekauft und die Nutzung von Drohnentechnik forciert werden.
Zudem sei es entscheidend, erbeutetes russisches Militärmaterial konsequent zu analysieren. Nur auf diesem Weg könne man Lücken in der eigenen Abwehr finden und diese gezielt schließen. Doch genau solche Maßnahmen, so Masala, kommen bisher einfach zu kurz.
Fatale Lücke durch geplatzten Raketen-Deal
Als besonders heikel bewertet Masala ein gescheitertes Abkommen mit den USA. Die für 2024 zwischen Berlin und Washington abgemachte Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern sowie Dark-Eagle-Hyperschallraketen in Mainz-Kastel findet nun doch nicht statt. Dieser Rückzug hinterlässt eine gefährliche Schwachstelle in der Abschreckung gegenüber Russland.
Europa wird diese Fähigkeitslücke erst mit großer Verzögerung durch eigene Systeme füllen können, die sich momentan noch in der Konzeptionsphase befinden.
Ein Umstand, der für Kopfschütteln sorgt und die Sicherheitspolitik Deutschlands vor gewaltige Aufgaben stellt.
Gesellschaft: Kaum Bewusstsein für die Krise
Im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ kritisierte Masala auch die gesellschaftliche Situation. Zwar nehme das Bewusstsein für die Gefahr aus Russland in der Bevölkerung zu, es mangele aber an politischen Schritten und einem eindeutigen Konsens, was überhaupt geschützt werden soll.
Auch die zivile Resilienz des Staates sei ungenügend. Während die Streitkräfte bereits erste Einsatzpläne erarbeitet haben, hinkt das Innenministerium mit seinen Konzepten für den Zivilschutz meilenweit hinterher.
Die Bewertungen des Fachmanns zeichnen ein bedenkliches Bild der gegenwärtigen Verteidigungs- und Sicherheitspolitik in Deutschland. Um einer eventuellen Gefahr durch Russland zeitnah entgegentreten zu können, brauche es jetzt eindeutige, couragierte Entschlüsse und anpassungsfähigere Taktiken. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

