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Irre ReisezieleTrotz Sanktionen: Hier machen Russen jetzt Urlaub

Bauernhöfe sind ein beliebtes Reiseziel für russische Urlauber und Urlauberinnen.

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Bauernhöfe sind ein beliebtes Reiseziel für russische Urlauber und Urlauberinnen. (Archivfoto)

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Der Ukraine-Konflikt hält die Reiselust der Russen nicht auf.

Der Krieg in der Ukraine und die Sanktionen des Westens haben die Urlaubsplanung von Russen komplett umgekrempelt. Flugverbote über Europa, Visa-Hürden und explodierende Kosten machen klassische Destinationen wie Spanien, Italien oder Griechenland für den Großteil der Bevölkerung in Russland unerreichbar.

Dennoch wird weiter gereist – nur eben völlig anders. Ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen zeigt: Der Tourismus in Russland hat sich neu ausgerichtet. Es gibt einen Hype um Inlandsreisen und gezielte Trips in „freundliche“ Nationen, die Bürger des von Wladimir Putin regierten Landes mit offenen Armen empfangen.

Ukraine-Krieg: Wo Russen jetzt Ferien machen

In Russland erlebt der Inlandstourismus einen beispiellosen Aufschwung. Für die Mehrheit der Bevölkerung ist Urlaub im eigenen Land die einzig leistbare Variante. Allein in den ersten elf Monaten von 2025 zählte man rund 83 Millionen solcher Reisen. Besonders beliebt ist die Region Krasnodar-Kraj am Schwarzen Meer mit den Städten Sotschi, Gelendzhik und Anapa, die mit Stränden, preiswerten Hotels und All-inclusive-Paketen punkten. Die Reservierungen schnellten dort im Jahr 2025 um bis zu 65 Prozent nach oben.

Legehennen laufen im Freigehege eines Bio-Bauernhofes vor ihrem Stall.

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Kurzurlaube auf dem Bauernhof liegen in Russland derzeit voll im Trend.

Die Krim ist trotz sporadischer Angriffe ein Klassiker: Viele Familien reisen per Zug oder mit dem Auto an. Im Kaukasus werden Arkhyz, Krasnaya Polyana und Kislovodsk immer populärer. Dort kann man für unter 50.000 Rubel (umgerechnet 550 Euro) eine Woche mit Bergwandern, Skifahren oder für einen Kuraufenthalt verbringen.

Kurztrips zur Datscha oder zum Glamping

Im Umland von Moskau und am Goldenen Ring (Sergijew Possad, Susdal, Kolomna) sind Kurztrips zu Bauernhöfen oder in Glamping-Zelte der Renner. Viele verbringen die freien Tage auch ganz traditionell und günstig auf der Datscha bei Verwandten.

Nur ungefähr zehn Prozent der Russen konnten sich 2025 eine Reise ins Ausland finanziell erlauben. Wer es sich leisten kann, fliegt zu Zielen, für die es Direktflüge gibt und keine Visumpflicht gilt.

Trotz Sanktionen: Nur wenige Russen reisen noch ins Ausland

Die Türkei ist mit 6,9 Millionen Besuchern aus Russland im Jahr 2025 die unangefochtene Nummer eins und erreicht beinahe wieder das Niveau von vor dem Krieg. Auf den folgenden Plätzen landen China mit 2,5 Millionen und die Vereinigten Arabischen Emirate mit 2,4 Millionen. Dubai lockt mit Luxus und Einkaufsmöglichkeiten, Hainan mit seinen Stränden.

Auch Ägypten (Hurghada, Sharm El-Sheikh) und Thailand (Phuket) sind weit vorne mit dabei: Thailand registrierte 2025 fast zwei Millionen Ankünfte aus Russland. Im Trend sind außerdem Vietnam (mit einer Verdreifachung der Besucherzahlen), die Malediven, Indonesien und sogar Nordkorea. Tausende Russen sollen dort schon einen Strandurlaub verbracht haben.

Der Krieg hat die Russen also nicht vom Reisen abgehalten, er hat lediglich die Reiseziele verschoben. Heute sind die Heimat – vor allem der sonnige Süden – und sonnige, visumfreie Destinationen in Asien sowie dem Nahen Osten die gefragtesten Hotspots. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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