In WDR-Show „Tatort”-Star verteidigt umstrittene Promi-Aktion #allesdichtmachen

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Schauspielerin Heike Makatsch, hier im Februar 2020 zu sehen, distanziert sich nach ihrer Teilnahme bei der Protest-Aktion #allesdichtmachen von ihrem Video.

Köln – Die deutsche Promi-Szene diskutiert sehr kontrovers. Das Protest-Video #allesdichtmachen geht seit Donnerstagabend (22. April 2021) viral. Über 50 Top-Schauspieler Deutschlands kritisieren dabei die Corona-Maßnahmen – wenn auch mit einer ordentlichen Prise Ironie und Zynismus.

Am Freitagabend (23. April) sprach nun auch „Tatort”-Mediziner Jan Josef Liefers (56) bei „Die aktuelle Stunde” im WDR über die „satirische Protestaktion”.

Jan Josef Liefers verteidigt in WDR-Sendung  #allesdichtmachen

Auf die Frage, ob die Schauspieler mit ihrer Protest-Aktion nicht das Denken von Rechten und „Querdenkern“ unterstützen würden, antwortete Liefers (56): „Was ist jetzt der Vorwurf genau? Dass wir uns nicht vorher darum kümmern, ob Applaus von der falschen Seite kommt? Das hat man nicht immer in der Hand. Wir haben einfach unsere Sache gemacht, die wir machen wollten und nichts bedient.”

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Es sei nicht gedacht gewesen, Staatsbürger Deutschlands zu veräppeln. „Ich habe niemanden verhöhnt, der seine Arbeit macht”, betont der 56-Jährige. „Es geht darum, Aufmerksamkeit dafür zu bekommen, für Punkte, die jeder von uns hat. Das ist ein Protest, der sich gegen unsere Regierung richtet”, sagte der Schauspieler.

„Ich gebe auch gerne zu, dass wir über gefühlte Wahrheiten sprechen”, so Liefers. Das Interview beendete er mit den Worten: „Wir werden auch nicht aufhören, darüber zu reden, das hoffe ich sehr.”

Zuvor hatte Heike Makatsch (49) bereits eine Stellungnahme auf Instagram gepostet und sich dabei ausdrücklich von „rechtem Gedankengut“ distanziert.

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Schauspielerin Heike Makatsch, hier im Februar 2020 zu sehen, distanziert sich nach ihrer Teilnahme bei der Protest-Aktion #allesdichtmachen von ihrem Video.

Die Protest-Aktion #allesdichtmachen hatte für viel Beifall und Zustimmung aus der rechten und der Querdenker-Szene gesorgt. Makatsch hat ihr Video nun von ihrer Instagram-Seite gelöscht.

In einem Posting – den sie mit dem Hashtag #womöglichgescheitert kommentiert hat – erklärt sie:

„Ich distanziere mich klar und eindeutig von rechtem Gedankengut und rechten Ideologien. Schon immer. Ohne Frage. Ich erkenne die Gefahr der Corona-Pandemie und will niemals das Leid der Opfer und ihrer Angehörigen schmälern und sie womöglich dadurch verletzten, so bitte ich um Verzeihung.”

Heike Makatsch erklärt die Gründe für ihre Teilnahme bei #allesdichtmachen so: „Ich habe durch Kunst und Satire den Weg gewählt, die Veränderung unserer Gesellschaft aufzuzeigen und Raum zu schaffen, für einen kritischen Diskurs.”

Sollte sie Demagogen „in die Hände gespielt haben”, so bereut sie ihre Protest-Teilnahme zutiefst. 

Mit Demagogen sind Menschen im negativen Sinn gemeint, die sich an einer ideologischen Hetze beteiligen.

Heike Makatschs Fans kommentieren sehr kontrovers auf ihrem Instagram-Profil.

In den meisten Kommentaren finden sich Äußerungen, dass sich die Schauspieler vorher hätten ausmalen können, wie stark sie mit solchen Äußerungen polarisieren.

Hier einige Kommentare:

  • „Hä?! Keiner von euch ist vorher auf den Gedanken gekommen, dass das so rüberkommt? Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen...”
  • „Ich kann nicht glauben, dass man sowas vorher nicht geahnt hat.”
  • „Auf jeden Fall gescheitert. Sehr traurig und enttäuschend.”
  • „Macht es nicht besser. Sorry! Da haben sich 53 Leute völlig vergaloppiert. Völlig falscher Ansatz, man hätte das eventuell sogar ganz gut machen können. Aber so eher nicht...”

Abes es finden sich auch positive Kommentare, die unter dem Aspekt der Satire die Aktion als gelungen empfinden.

  • „Das nennt man Satire, du regst zum Selbstdenken an, Maßnahmen der Regierung dürfen kritisiert werden. Wer dich seit Viva kennt weiß, dass du damit niemandem in die Hände spielen wolltest.”
  • „Wahnsinn. Egal ob man die Aktion gut oder schlecht findet, es ist der absolute Wahnsinn, dass jede kritische Stimme gleich als politisch rechts eingeordnet wird.”

Auch Schauspiel-Kollege Jan-Josef Liefers (56) hatte auf seinem Twitter-Profil schon ein Statement abgegeben und sich von der Querdenker-Szene distanziert.

Prominente Kollegen wie Elyas M'Barek (38, „Mit Zynismus ist doch keinem geholfen” und „Das kann nicht euer Ernst sein”) oder Nora Tschirner finden die Aktion hingegen überhaupt nicht in Ordnung und kritisieren stark (39). (volk)

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